Kreis Lörrach Damit die Puste nicht ausgeht

Die Oberbadische, 06.10.2017 17:56 Uhr

Kreis Lörrach (wer). Die Integration der im heimischen Kreis angekommenen Flüchtlinge gleicht einem Marathon und stellt alle Beteiligten vor große Herausforderungen, wie im Rahmen eines Pressegesprächs zur Vorstellung der Veranstaltungsreihe „Fortbildung für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit“ deutlich wurde.

Damit freiwillige Helfer, deren Unterstützung weiterhin dringend gebraucht wird, mit im Boot bleiben, wird ein breites Spektrum an Veranstaltungen angeboten. Es ist die dritte Auflage der Reihe, die aus einer Kooperation mehrerer Akteure entstanden ist und 14 Module umfasst, wie Jörg Hinderer, Kirchenbeauftragter für Flucht und Migration, erklärte. „Geflüchtete Frauen“, „Biographiearbeit“ und „Kompetent gegen rechte Sprüche“ sind nur einige Beispiele der Module der Reihe, die an verschiedenen Orten im gesamten Landkreis Lörrach stattfinden. „Es ist ein niederschwelliges und offenen Angebot für alle Menschen“, sagte Hinderer vor den Medien.

Zum Hintergrund: Im heimischen Kreis leben derzeit rund 900 Asylsuchende in den Gemeinschaftsunterkünften, etwa 700 sind im vergangenen Jahr in die Anschlussunterbringung der Gemeinden gewechselt, dieses Jahr werden es etwa 1000 sein, berichtete Lucia Klein, Flüchtlingsbeauftragte des Kreises. Während in der Gemeinschaftsunterkunft Hausmeister, GU-Leitung und professionelle Betreuer stets vor Ort seien, würden in der Anschlussunterbringung freiwillige Helfer bei Alltagsproblemen einen wichtigen Beitrag leisten, meinte Christina Hopfner, Fachbereichsleitung Migration des Diakonischen Werks.

Die Arbeit kann aber auch belastend sein: So ist die Zahl der Helfer schon deutlich gesunken, weiß Klein und wurde am Beispiel von Abschiebungen oder unterschiedlichen Verhaltensweisen aufgrund eines anderen kulturellen Hintergrunds, der zu Enttäuschungen bei den Helfern führen kann, konkret. Mit dem Programm soll gegengesteuert werden. Zwar leisten hauptamtliche Integrationshelfer gute Arbeit, aber ohne freiwillig Engagierte gehe es nicht, betonte Christine Meinzer-Folk, Ehrenamtskoordinatorin des Caritasverbandes für den Kreis Lörrach. Denn: Es kommen zwar weniger Asylsuchende in den Kreis, die Arbeit werde aber nicht weniger. „Sie wird sogar anspruchsvoller“, verwies Hopfner auf eine sich häufig ändernde Rechtslage.

Im Rahmen der Reihe sollen die Teilnehmer motiviert werden und erhalten zahlreiche nützliche Tipps, wie die Arbeit mit Flüchtlingen fruchten kann.

n Anmelden können sich Interessierte unter Tel. 07621/1675866 oder per E-Mail an servive@eeb-sued-west.de. Auch auf der Seite des Landratsamts ist eine Anmeldung möglich unter www.loerrach-landkreis.de/Be-Fluechtlingshilfe.

 
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