Kreis Lörrach Dem eigenen Hobby frönen und dabei Gutes tun

Alexandra Günzschel
Karin Racke und Stefan Schmidt werben für das diakonische Mitmachjahr für alle Foto: Alexandra Günzschel

Das Diakonische Werk im Landkreis lädt Interessierte an einem Ehrenamt zu einem Schnupperjahr ein.

„Ehrenamtliches Engagement ist der Kit, der die Gesellschaft zusammenhält“, sagt Karin Racke, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks. Mit dem Projekt „Diakonisches Jahr für alle – Mach mit“ sollen Interessierte ihren Platz innerhalb des breit gefächerten Wirkungskreises der Diakonie finden. „Die Leute haben viel Lust dazu, sich einzubringen“, berichtet Racke von ihren Erfahrungen. Stefan Schmidt von der Stabsstelle Ehrenamtskoordination kann dies nur bestätigen. Die letzte Statistik über das Ehrenamt in Deutschland aus dem Jahr 2019 zeigt auf, dass sich 40 Prozent der Bevölkerung freiwillig engagierten – etwa acht Prozent von ihnen im sozialen Bereich. Schmidt spricht von einer Zunahme des Engagements, allerdings gehe der zeitliche Umfang zurück. „Die Ehrenamtlichen wollen flexibler sein.“

230 Ehrenamtliche

Nach einigen Verschiebungen durch die Corona-Pandemie soll das Projekt nun neuen Auftrieb geben. Angesprochen sind dabei keinesfalls nur neue Leute, sondern auch diejenigen, die sich bereits bei der Diakonie engagieren und vielleicht neue Tätigkeitsfelder kennen lernen wollen. 230 Ehrenamtliche zählt die Diakonie im Landkreis Lörrach. Zumeist sind es sehr junge Leute oder Rentner. Besonders viele engagieren sich bei der Tafel in Schopfheim, im ambulanten Hospizdienst, in der Begleitung psychisch Kranker, beim Nadia Murad Zentrum in der Traumatherapie für geflüchtete Kinder, Jugendliche und deren Familien sowie in den Mehrgenerationenhäusern in Schopfheim und Weil am Rhein.

Weitere Schwerpunkte sind das weite Feld der Seniorenarbeit, die Hausaufgabenbetreuung an Schulen sowie die Arbeit mit Flüchtlingen, wobei das Diakonische Werk bei Letzterem nur unterstützend tätig ist.

Jung hilft Alt

Jüngere Leute engagieren sich gerne im digitalen Bereich, etwa in der Beratung. Sie können der älteren Generation beispielsweise dabei helfen, Zugang zur digitalen Gesundheitsvorsorge zu bekommen. Ein Konzept, dass in Kooperation mit der Seniorenakademie Hochrhein-Wiesental schon jetzt gut funktioniert.

Bei so viel Auswahl ist es nicht leicht, das Richtige zu finden. Genau dabei soll das Diakonische Jahr helfen, das in etwa zeitgleich zur Woche der Diakonie im Juni mit zwei Einführungsveranstaltungen in Schopfheim und Lörrach beginnt. „Wir wollen schauen, wer wo hinpassen könnte“, verdeutlichen die Projektleiter. Die Teilnehmer wiederum erhalten die Gelegenheit, Dinge einmal auszuprobieren, ohne sich gleich zu verpflichten.

Erste Fortbildungen

Nach einer ersten Sondierung werden in Kleingruppen dann auch Fortbildungsprogramme angeboten, die dazu geeignet sind, die Möglichkeiten kennen zu lernen, die das Diakonische Werk bietet. Allzu viel soll im Vorfeld aber nicht festgelegt werden. Die Verantwortlichen wollen sich an den Interessen der Teilnehmer orientieren.

„Es gibt eigentlich keinen Bereich, in dem zusätzliche Helfer nicht willkommen wären“, sagen Schmidt und Racke auf Nachfrage. Am gefragtesten sind sie derzeit bei den Besuchsdiensten für vereinsamte oder psychisch erkrankte Menschen.

„Dabei bekommen die Helfer durchaus auch etwas zurück“, betont Racke, etwa wenn auf diese Weise zwei Menschen zusammenkommen, die einfach gerne Schach spielen. „Wir bieten eine Plattform für soziale Beziehungen und Begegnungen“, sagt die Geschäftsführerin. Um Geld gehe es dabei nicht.

Allein gelassen werden die freiwilligen Helfer nicht. Sie werden eingearbeitet. Bei regelmäßigen Treffen können sie sich Ratschläge holen. Es wird gemeinsam gefeiert. Und durch die evangelische Kirche im Hintergrund ist auch versicherungstechnisch alles geregelt.

ehrenamt@diakonie-loerrach.de

Tel. 07621/97 42 10

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