Kreis Lörrach Den Pflegeberuf attraktiver machen

Die Geschäftsführung des Kreisklinikums mit Ricarda Lang (zweite v. l.) und Mitgliedern des Grünen-Kreisvorstands. Foto: Nils Straßel

Was brauchen zukunftsfähige Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen? Diese Frage stellt Ricarda Lang, stellvertretende Bundesvorsitzende der Grünen, an Krankenhäuser und Pflegeheime im Rahmen ihrer #whocares-Sommertour. Am vergangenen Freitag besuchte sie das Kreisklinikum in Lörrach und ließ sich unter anderem von den lokalen Umständen der Corona-Pandemie berichten.

Kreis Lörrach. „Die Corona-Krise hat den Fokus auf unser Gesundheitswesen gerichtet. Deshalb möchte ich den Sommer nutzen, um im direkten Kontakt mit den lokalen Einrichtungen herauszufinden, was benötigt wird“, erläuterte Lang den Hintergrund ihres Besuches.

Neben den Geschäftsführern der Kreiskliniken, Bernhard Hoch für den Bereich Medizin sowie Marco Clobes für die Verwaltung und den Service, nahmen auch vier Mitglieder des Kreisvorstands der Grünen am Gespräch teil. Außerdem präsentierte Projektleiter Thorsten Stolpe ausführlich die Pläne für den Bau des Zentralklinikums im Entenbad. Er betonte, dass die Bauarbeiten „perfekt im Zeitplan liegen“ und deshalb der Fertigstellungstermin noch immer für Januar 2025 geplant werde.

Mehr als 700 isolierte Corona-Patienten

Hoch berichtete daraufhin von der Auslastung der Kreiskliniken durch die Corona-Krise. Stand 10. Juli wurden in Lörrach 718 isolierte Patienten behandelt, davon maximal 48 zur gleichen Zeit. In der Hochphase der Krise sei es auch dazu gekommen, dass 14 Patienten gleichzeitig wegen einer Corona-Infektion beatmet werden mussten. Insgesamt vermeldete Hoch 7536 Beatmungsstunden für die Viruserkrankten. Dies habe den Arbeitsaufwand der Ärzte und Pfleger im Kreisklinikum zum Teil verdoppelt.

Clobes sagte, dass trotz einiger Engpässe bei der Versorgung mit der nötigen Schutzausrüstung immer genügend Arbeitsmaterial zur Verfügung stand. Das Hauptproblem sei, dass die Kreiskliniken mit mehr Pflegepersonal „qualitativ besser aufgestellt“ sein müssten.

„Der Personalmangel wird mir in allen Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen als großes Problem genannt“, bestätigte Lang. „Daher sollte es auch auf Bundesebene ein großes Thema sein, dieses Berufsfeld durch eine höhere Vergütung attraktiver zu machen.“

Des Weiteren berichtete Hoch von Umsatzeinbußen durch die noch immer anhaltenden Einschränkungen im Krankenhausbetrieb: „Auch wenn die Maßnahmen im öffentlichen Leben weiter gelockert werden, sind wir in den Kreiskliniken noch immer stark eingeschränkt. Zimmer können nicht voll belegt werden, und die Kapazität der Caféteria ist ebenfalls nicht ausgeschöpft. Aus diesem Grund ist die weitere finanzielle Unterstützung durch die Regierung sehr wichtig.“

Lang stimmte zu, dass der Rettungsschirm für das Gesundheitswesen verlängert werden müsse, und will sich in Berlin auch für eine bessere Vorsorge für die Krankenhäuser einsetzen: „Wir können nicht wissen, wann wieder eine Krise eintritt, und sollten besser vorbereitet sein. Es muss auch nicht mal eine Pandemie sein, aber das Gesundheitswesen abzusichern, halte ich für einen wichtigen Punkt.“

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