Kreis Lörrach Den Teufelskreis vermeiden

Die Oberbadische, 14.03.2018 18:24 Uhr

Kreis Lörrach. Rückenleiden sind im Landkreis Lörrach seit Jahren auf dem Vormarsch. Darauf weist die AOK-Bezirksdirektion Hochrhein-Bodensee anlässlich des heutigen Tags der Rückengesundheit hin. Knapp 14 000 AOK-Versicherte waren nach der aktuellen Auswertung im Jahr 2016 deswegen in ärztlicher Behandlung. Dies entspricht in etwa einem Viertel aller Versicherten im Landkreis.

Jedes Jahr werden es im Schnitt 1,5 Prozent mehr, die wegen Rückenschmerzen einen Arzt aufsuchen. Dabei ist der Anstieg, der auf die Bevölkerungsalterung zurückzuführen ist, bereits herausgerechnet. Seit dem Jahr 2012 summiert sich der Anstieg der Behandlungsbedürftigen auf elf Prozent. Da gut die Hälfte der Menschen im Landkreis bei der AOK versichert sind, könne man diese Ergebnisse auch auf die Gesamtbevölkerung übertragen, teilt die Gesundheitskasse mit. Allerdings sei mit einer hohen Dunkelziffer zu rechnen, da nicht jeder Betroffene einen Arzt aufsuche.

Fehlbelastung entgegenwirken

„Rückenleiden sind inzwischen eine Volkskrankheit – hervorgerufen durch falsche Belastungen in Alltag und Beruf“, sagt Nina Blattmann, bei der AOK Hochrhein-Bodensee Expertin für betriebliches Gesundheitsmanagement. Mit ein paar kleinen Verhaltensänderungen könne man der Fehlbelastung aber entgegenwirken, damit Erkrankungen gar nicht erst entstehen: „Wer schwer tragen muss, sollte die Last möglichst nah am Körper führen. Beim Anheben sollte man keinen runden Rücken machen, stattdessen die Knie beugen und die Last mit geradem Rücken anheben. So erledigen die Beine die Hauptarbeit und nicht die Wirbelsäule.“

Wer am Schreibtisch arbeitet, sollte öfter die Sitzposition wechseln und alle 30 Minuten kurz aufstehen. Ergonomisch ungünstig ist auch ein krummer Rücken oder übereinandergeschlagene Beine. „Das sieht bequem aus, belastet aber die Bandscheiben“, erklärt Blattmann. Ist der Rückenschmerz akut, rät die Gesundheitsexpertin zu Wärme. „Wichtig ist, dass der Patient schnell wieder in Bewegung kommt, um so an der Ursache des Schmerzes ansetzen zu können“, führt sie weiter aus. „Ein Teufelskreis aus Schmerzen und Schonung darf möglichst nicht entstehen. Eine entsprechende Diagnostik sollte über den Arzt erfolgen, der dann auch die weiteren Therapiemöglichkeiten bestimmt.“