Kreis Lörrach Der Wildkatze auf der Spur

Kreis Lörrach - Um den Bestand der Wildarten im Revier zu kennen, ist das sogenannte Monitoring ein wichtiger Teil des Alltags eines Jägers. Beim Besuch auf dem Knöpflesbrunnen in Utzenfeld zeigt Martin Butz, wie die Lockstockmethode zum Nachweis von Wildkatzen funktioniert.

„Das Wildtiermonitoring ist eine Aufgabe, die uns vom Gesetzgeber auferlegt wurde“, erklärt Claudia Senn, Leiterin des Hegerings „Oberes Wiesental“ sowie Wildtierbeauftragte bei den Badischen Jägern Lörrach. So ist es zum Beispiel die Pflicht des Utzenfelder Revierpächters Martin Butz, die Bestände zu überwachen. Auf mehr als 1100 Höhenmetern liegt sein Revier beim Knöpflesbrunnen.

An zwei Stellen hat er Infrarotkameras sowie einen Lockstock angebracht, um das Vorkommen von Wildkatzen in seinem Revier nachzuweisen. Wildkatzen verbreiten sich immer mehr, doch sind sie eher im Nord- als im Südschwarzwald bekannt. Als Einziger im Hegering hat Butz Wildkatzen in seinem Revier entdeckt.

Wildkatzen erkennen

Woran man erkennt, dass es sich um eine Wild- und keine Hauskatze handelt? „Am buschigen Schwanz mit dunklen Ringen sowie dem schwarzen Aalstrich“, erklärt Butz. Fotografiert hat er das Tier bereits, doch um wirklich sicherzugehen, dass es sich um die Europäische Wildkatze handelt, benötigt die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) einen genetischen Nachweis. Um den zu bekommen, hat Butz die Lockstöcke aufgestellt. Wie der Name schon sagt, sollen die Tiere damit angelockt werden. Das Holz ist aufgeraut und mit Baldrian als Lockmittel besprüht. Wenn sich ein Tier daran reibt, bleiben Haare hängen – diese sammelt der Jäger mit einer Pinzette ein und schickt sie an die FVA. „Die Haare können jedoch auch von einem anderen Tier sein“, sagt Butz. Bereits vor zwei Jahren hat er die Stöcke aufgestellt und kontrolliert fast jeden Tag, ob es neue Spuren gibt. Diesmal hat er wieder neue Haare gefunden – ob sie wohl von einer Wildkatze stammen?

Probleme früh erkennen

Monitoring beinhaltet das dauerhafte Beobachten und die Erfassung jener Tierarten, die dem Jagd- und Wildtiermanagementgesetz unterliegen. Dazu zählen zum Beispiel auch die Rehkitzmarkierung im Frühjahr oder das Hasenzählen mit Scheinwerfertaxation im Frühling und Herbst. Durch Monitoring erhalten die Jäger, Einrichtungen und Behörden wertvolle Informationen, um bessere Entscheidungen im Umgang mit Wildtieren treffen zu können. Denn nur, wenn man weiß, wo die Tierarten vorkommen und wie sich die Bestände entwickeln, kann richtig damit umgegangen werden. „Wer intensiv monitort, erkennt Probleme bereits, bevor sie eintreten“, erklärt Senn. „So kann die Population überwacht und die Jagdplanung nachhaltig gestaltet werden.“ Die Hegeringleiterin betont: „Es gibt noch 100 andere Gründe, die fürs Wildtiermonitoring sprechen.“

Wie sieht der Alltag von Jägern in ihrem Jagdrevier aus? Im sechsten Teil unserer Serie berichtet der Utzenfelder Revierpächter Martin Butz über das Wildtiermonitoring mithilfe der sogenannten Lockstock-Methode. Mit deren Hilfe geraten ihm immer wieder Wildtiere vor die Linse, so etwa die Europäische Wildkatze.

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