Kreis Lörrach „CDU muss Menschen Orientierung bieten“

Mit der CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann gab es einen Vorgeschmack auf den Landtagswahlkampf. Foto: Michael Werndorff

Kreis Lörrach -  „Die Ministerpräsidentendämmerung ist mit der Hand greifbar“, sagte der heimische Bundestagsabgeordnete Armin Schuster am Samstag beim CDU-Kreisparteitag, bevor es mit der Rede von Bildungsministerin und Spitzenkandidatin der CDU, Susanne Eisenmann, einen Vorgeschmack auf den Landtagswahlkampf gab.

Neben Themen wie Wirtschaft, Digitalisierung und innere Sicherheit thematisierte der Gast aus Stuttgart zunächst die Verunsicherung in der Gesellschaft angesichts bröckelnder internationaler Beziehungen. Umso wichtiger sei es deshalb, dass die Partei den Menschen Halt und Orientierung biete. Dauerhafte Personalquerelen wie bei der SPD dürfe es nicht geben.

„Wir müssen Antworten auf politische Fragen finden, welche die Bürger umtreiben“, erklärte Eisenmann. Dabei sei es wichtig, über inhaltliche Positionen zu streiten, aber immer mit Respekt und Wertschätzung gegenüber dem Mitmenschen, verwies sie auf die Landwirtschaft. Die Diskussionen in den vergangenen Monaten seien mit Polemik und Populismus geführt worden. „Ländlicher und urbaner Raum dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden.“ In diesem Zusammenhang sprach sie sich für das von Schuster angeregte „Sonderprogramm Schwarzwald“ aus, das unter anderem für eine angemessene finanzielle Förderung der Landwirtschaft sorgen soll.

Technologischer Wandel

Auf Landwirtschaft folgte Wirtschaftspolitik: Die Herausforderungen angesichts des technologischen Wandels seien laut Eisenmann immens. Wenig werde so bleiben, wie es ist, zitierte die Spitzenkandidatin den berühmten Münchner Komiker Karl Valentin mit den Worten „Zukunft war früher auch besser.“ Das Land habe immer von klugen Köpfen gelebt, weshalb man diesen Freiräume zur Entwicklung sowie finanzielle Entlastungen geben müsse. „Damit können Arbeitsplätze, Produktion und Wertschöpfung im Land bleiben.“

Falsche Forderung

Die Automobil- und Zulieferindustrie seien laut Eisenmann Kernelemente der baden-württembergischen Wirtschaft. „Ich bin überzeugt davon, dass wir noch in 20 Jahren Verbrennungsmotoren auf der Straße sehen werden.“ Die Frage sei, mit welchem Kraftstoff der Motor der Zukunft dann angetrieben würde. Sie halte es für einen Fehler, wenn die Politik vorgebe, was der Antrieb der Zukunft sein solle, sagt sie mit Blick auf die Grünen. Ein „Aus für den Verbrennungsmotor“ halte Eisenmann jedenfalls für eine falsche Forderung.

Bürokratieabbau

Und dann war da noch die Politik- und Parteienverdrossenheit, an die Eisenmann nicht so recht glaube. „Was es aber gibt, ist eine Prozessverdrossenheit“, verwies sie auf lange Planungs- und Genehmigungsverfahren. Hier sah die Spitzenkandidatin Handlungsbedarf. „Den Bürokratieabbau müssen wir ernsthaft angehen“, forderte die Stuttgarterin.

Ihr ging es aber nicht nur um die richtige Wirtschafts- und Industriepolitik: Bei der Digitalisierung und dem Ausbau des schnellen Internets sei viel Luft nach oben. Während die Glasfaserversorgung in Deutschland zehn Prozent betrage, belaufe sie sich in Albanien auf 96 Prozent.

Bildungspolitik

Die Bildungspolitik ließ Eisenmann nicht außen vor: In der Arbeitswelt von morgen spiele nicht nur die Persönlichkeit und soziales Engagement eine große Rolle, die Ministerin kam nicht umhin, die Aussage des Ministerpräsidenten, wonach korrekte Rechtschreibung im digitalen Zeitalter nicht mehr so wichtig sei, aufzugreifen. Zwar gebe es Rechtschreibsysteme und Maschinen, die in der Lage seien, Texte vorlesen, „doch wir müssen die Technik beherrschen, nicht die Technik den Menschen“, machte Eisenmann deutlich.

Lesen Sie hier einen weiteren Beitrag zum CDU-Kreisparteitag.

Lesen Sie das ePaper bis zum Jahresende für nur 39 Euro! Jetzt HIER anfordern.

Umfrage

Eine Mikroskopaufnahme zeigt das Coronavirus

Das Lörracher Landratsamt hat sich mit den Kommunen im Kreis darauf geeinigt, keine Orte zu nennen, in denen Menschen mit einer Corona-Infektion leben. Was halten Sie von dieser Entscheidung?

Ergebnis anzeigen
loading