Kreis Lörrach „Die Corona-Lage spitzt sich zu“

Die Kreisverwaltung richtet sich auf weiter ansteigende Corona-Fallzahlen ein.Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Die Corona-Lage spitzt sich weiter zu. Wegen der sich weiter verschärfenden Lage und steigender Fallzahlen in Frankreich hat das Robert-Koch-Institut die Region Grand-Est ab heute als Risikogebiet eingestuft. Auch im Landkreis und in den Schweizer Nachbarkantonen steigen die Infektionen, wie die Kreisverwaltung mitteilt.

Kreis Lörrach. Landrätin Marion Dammann schreibt in einer Mitteilung: „Die Einstufung von Grand-Est als Risikogebiet wird ohne Frage Einfluss auf unser tägliches Leben hier in der Grenzregion haben. Es ist ein Erfolg der grenzüberschreitenden Kooperation an Hoch- und Oberrhein, dass es gelungen ist, in der mit Bund und Ländern abgestimmten Muster-Quarantäne-Verordnung Ausnahmen vorzusehen, die der Lebenswirklichkeit der Grenzregionen gerecht werden. Ich bin zuversichtlich, dass diese Ausnahmen auch in der vom Land erwarteten Corona-Verordnung Berücksichtigung finden werden. Die besondere Situation der Grenzregionen wurde in der neuen Muster-Verordnung des Bundes zu Quarantänemaßnahmen für Ein- und Rückreisende berücksichtigt, sodass Sonderregelungen beispielsweise für Berufspendler, Schülerinnen und Schüler, Studierende, Werkleistungs- sowie Dienstleistungserbringer und eine 24-Stunden-Regel gelten werden. Wir hoffen auf eine baldige Umsetzung der neuen Regeln durch das Land. Selbstverständlich wird es Einschränkungen geben müssen. Das Ziel ist, auf allen Seiten unseres Dreiländerecks notwendige Maßnahmen zur Eindämmung dieser Pandemie so zu gestalten, dass unzumutbare Härten sowohl im privaten wie auch im beruflichen grenzüberschreitenden Miteinander so weit möglich vermieden werden.“

Ihr Blick richte sich aber nicht allein auf die steigenden Zahlen in Frankreich oder auch der Schweiz, sondern vor allem schaue die Landrätin mit Sorge auf die Entwicklung im Landkreis und in Deutschland. Auch wenn im Vergleich zu anderen Landkreisen die Steigerungen hierzulande derzeit vielleicht noch moderat schienen, sei eine klare Tendenz steigender Fallzahlen zu beobachten.

Inzidenzwert von 35 wird bald überschritten sein

„Wir müssen damit rechnen, dass auch bei uns im Landkreis die kritische Inzidenz-Marke von 35 sehr bald überschritten sein kann – dies wird Einschränkungen für Versammlungen und Veranstaltungen im privaten und öffentlichen Rahmen zur Folge haben müssen. Intern bereiten wir uns auf eine zunehmende dynamische Entwicklung am Wochenende vor und stehen auch mit den Ortspolizeibehörden im Landkreis bereits in Kontakt.

Wir werden weiterhin konsequent die Corona-Maßnahmen einhalten müssen, um zu verhindern, dass es nicht doch noch zu empfindlichen Einschränkungen des Grenzverkehrs und anderer Lebensbereiche kommt, sollte die Lage nicht mehr beherrschbar sein.“ Daher appelliere Dammann an die Kreisbürger, die Situation ernstzunehmen und gemeinsam zu versuchen, so gut es geht, die weitere Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Man solle weiterhin auf Abstände zu anderen Personen achten, einen Mund-Nasen-Schutz tragen und regelmäßig in geschlossenen Räumen lüften, wenn man mit anderen Personen zusammen sei, und vor allem größere Menschenansammlungen vermeiden.

Weiteres Vorgehen bei höherer Inzidenz

Wenn in einem Landkreis die Sieben-Tages-Inzidenz von 35 Infektionen auf 100 000 Einwohner überschritten ist, wird das Landratsamt gegenüber den Städten und Gemeinden die Empfehlung aussprechen, die Teilnehmerzahl bei privaten Feierlichkeiten zu beschränken. In öffentlichen oder angemieteten Räumen soll die Höchstzahl an Teilnehmern auf maximal 50 festgelegt werden. In privaten Räumen wird dringlich empfohlen, keine Feierlichkeiten mit mehr als 25 Teilnehmern durchzuführen.

Wenn in einem Landkreis die Inzidenz von 50 Infektionen auf 100 000 Einwohnern überschritten ist, sind weitere Maßnahmen durch die Gesundheitsämter zu erlassen, wie die Kreisverwaltung abschließend mitteilt.

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