Kreis Lörrach Die Herausforderungen meistern

Maria Rehbein fühlt sich wohl im Küchenteam im „Löwen“ in Eimeldingen. Die Gehörlose und gelernte Köchin wird von der Agentur für Arbeit unterstützt, indem der Arbeitgeber bei der Zahlung des Lohnes gefördert wird. Foto: Gerd Lustig Foto: Die Oberbadische

Kreis Lörrach (lu). Sie haben es nicht immer leicht und oftmals nicht die gleichen Chancen im Leben wie im Berufsalltag: Menschen mit Behinderung. Die derzeit laufende internationale Woche der Menschen mit Behinderung rückt das Thema wieder in den Fokus.

Der 3. Dezember ist sogar zum Tag der Behinderten auserkoren und macht ganz besonders auf Menschen mit Handicap aufmerksam und will so ein Bewusstsein dafür schaffen, dass mit mehr Verständnis, Rücksicht und gutem Willen viel bewegt werden kann. Maria Rehbein aus Weil am Rhein ist so ein Mensch, bei der die Integration vorbildlich gelungen ist.

Die heute 27-Jährige ist seit ihrer Geburt gehörlos und trägt seit ihrer jüngsten Kindheit ein Implantat plus Hörgerät. Damit hört sie etwa 75 Prozent und hat als gelernte Köchin eine Festanstellung im Gasthof „Löwen“ in Eimeldingen.

Es ist eine positive und wunderbare Geschichte. Dass dies nicht ganz einfach war, kann man sich gut vorstellen. Es musste einiges zusammenpassen, etliche Stellen mussten mitspielen, um die Herausforderungen zu meistern.

Kleiner Trick

„Wir finden es alle super“, bringt es Barbara Hanemann, Chefin im Gastronomiebetrieb „Löwen“ in Eimeldingen auf den Punkt. Das können Melanie Payer von der Agentur für Arbeit und Andrea Trefzer, die sich speziell um die Belange von Behinderten bei der Suche nach einem geeigneten Job kümmert, nur bestätigen. Und super findet es natürlich auch Rehbein selbst. Seit April zählt sie zum insgesamt 20-köpfigen Küchenteam im „Löwen“. „Es ist wunderbar, es gefällt mir sehr gut – ich bin dankbar“, sagt die 27-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung.

Dass sie den Job nur mit einem kleinen Trick bekommen hat, ficht im Nachhinein niemanden mehr an. In ihrem Bewerbungsschreiben auf die Stellensuche nach einer Köchin hat sie nämlich ihre Behinderung zunächst verschwiegen. Denn zuvor, als sie in ihren unzähligen Gesuchen dies stets erwähnt hatte, kassierte sie immer Absagen.

Kein Hindernis

Und hier beim „Löwen“, den sie als Gast bereits kennen- und schätzen gelernt hatte, wollte sie es anders machen. Mit Erfolg. Denn prompt wurde sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Und just bei diesem persönlichen Gespräch wurde schnell klar, dass ihre Behinderung kein Hindernis sein sollte.

Ein zweiwöchiges Praktikum verlief bestens. Und so stand der Festeinstellung von Rehbein im Gastrobetrieb von Barbara Hannemann, die bereits in früheren Jahren gute Erfahrungen mit Menschen mit Behinderung gemacht hatte, nichts mehr im Weg. Voraussetzung war, dass die Agentur für Arbeit mitspielte. „Und das haben wir in diesem Fall gern gemacht“, erklärt Payer. Weil Maria keine ganz vollwertige Arbeitskraft ist und so manches Problemchen im Arbeitsalltag auftauchen, teilen sich das Amt und die Arbeitgeberin den Lohn der Köchin, die im Frühstücksservice eingesetzt ist.

Zunächst befristet

Befristet ist dies zunächst für ein Jahr. Danach soll dann das Integrationsamt in Freiburg die weitere Zahlung übernehmen. „Und ich denke auch, dass dies in diesem sehr guten Fall auch klappt“, meint Trefzer.

Denn bei einem sind sich alle Beteiligten einig: Rehbein hat die richtige Berufseinstellung. Sie ist pünktlich, zuverlässig, gründlich und freundlich. „Das passt also alles“, sagt Hanemann und ergänzt: „Man merkt sogleich bei Maria, sie will und macht alles sehr gern.“

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