Kreis Lörrach Diskussion um Impfangebote für Schulen

Die Oberbadische

Das Kreisimpfzentrum (KIZ) in Lörrach hat zum 30. September seine Pforten geschlossen (siehe unten stehenden Artikel). Zuvor wurde gemeinsam mit dem Landratsamt und den Schulen im Landkreis versucht, Impfaktionen für Schüler anzubieten. Dabei gibt es aber bürokratische Hürden.

Von Adrian Steineck

Kreis Lörrach. „Wir hätten gerne mehr gemacht“, zieht Daniel Dröschel, der das Kreisimpfzentrum Lörrach gemeinsam mit Susann Franke geleitet hat, eine Bilanz des Versuchs, den Schulen ein Impfangebot zu machen. Das Vorhaben, Impfungen an den Schulen anzubieten, hat sich laut Dröschel „in Wohlgefallen aufgelöst“. Denn aus rechtlichen Gründen ist bei Jugendlichen unter 16 Jahren die Anwesenheit eines Sorgeberechtigten beim ärztlichen Aufklärungsgespräch notwendig. „Konkret heißt das, dass ein Kind gemeinsam mit einem Elternteil über die Impfung aufgeklärt werden muss, es reicht also nicht, dass die Eltern Fragen stellen und dann in die Impfung ihres Kindes einwilligen“, schildert Dröschel den Hintergrund.

Stattdessen hat das KIZ im Rahmen des offenen Impfangebots Zeitfenster für Schüler ab 16 Jahren angeboten, die sich impfen lassen wollten. Für dieses Angebot wurde auch an der Gewerbeschule und der Mathilde-Planck-Schule (MPS) in Lörrach geworben. Dazu gibt es Kritik aus der Elternschaft, die sich vor allem gegen die Kommunikationspolitik der beiden Schulen richtet. So seien die Eltern von der Schule nicht über das Impfangebot für ihre Kinder informiert worden, wie Aurea Hardt, Mutter eines 15-jährigen Schülers der Gewerbeschule, stellvertretend für weitere Eltern sagt. „So etwas müsste besser kommuniziert werden“, ist sie überzeugt. Das heißt ausdrücklich nicht, dass Schüler gegen den Willen ihrer Eltern geimpft werden sollten, wie Hardt im Gespräch mit unserer Zeitung betont. „Aber es herrscht doch bei einigen Eltern Enttäuschung darüber, dass sie nicht von der Schule über ein derart wichtiges Thema informiert worden sind.“

Stefanie Froescheis, Schulleiterin der Gewerbeschule, weist auf Nachfrage unserer Zeitung zunächst darauf hin, dass die Initiative zu dem Impfangebot vom KIZ ausging, nicht von den beteiligten Schulen. „Es wurde Schülern ab 16 Jahren angeboten, zu festen zeitlichen Blocks ins Kreisimpfzentrum zu gehen und sich dort impfen zu lassen“, sagt sie. Die Aktion sei relativ kurzfristig anberaumt worden: So habe es in der betreffenden Woche am Donnerstag ein Gespräch zwischen Schulvertretern und dem Landratsamt gegeben, am Freitag sei man bereits durch die Klassen gegangen, um für die nachfolgende Woche Impfangebote machen zu können.

An der Gewerbeschule würden alle Schüler gleich behandelt, ob geimpft oder ungeimpft: „Wir bieten allen die Möglichkeit, sich dreimal in der Woche auf Covid-19 testen zu lassen, und es ist kein Schüler verpflichtet, uns über seinen Impfstatus Auskunft zu geben.“

Armin Bierer, stellvertretender Schulleiter der Mathilde-Planck-Schule, sagt auf Nachfrage unserer Zeitung, dass er gemeinsam mit Monika Mareis, Schulleiterin der MPS, durch die Klassen gegangen ist. „Wir haben dabei zu den Über-16-Jährigen gesagt: Ihr braucht keine Einwilligung eurer Eltern, aber es ist natürlich sinnvoll, wenn ihr mit ihnen über das Thema diskutiert.“ Es wurde also den Schülern überlassen, ob und in welcher Form sie zuhause über die Corona-Impfung sprechen wollen. An der MPS hätten sich bisher noch keine Eltern über dieses Vorgehen beschwert.

Genutzt wurde das Impfangebot am KIZ laut Bierer und Froescheis schlussendlich von etwa zehn Schülern der MPS und etwa der gleichen Zahl an Schülern der Gewerbeschule.

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