Kreis Lörrach - Das Dreiland kann nicht nur mit seiner einzigartigen Grenzlage bei Touristen punkten – auch Kultur, Natur und Kulinarik ziehen Besucher aus nah und fern an. Mit dem Start der Dreilandradreiseregion kommt nun ein weiterer Baustein hinzu, der Freizeitradler und Radtouristen gezielt ansprechen soll.

„Wir sehen noch viel ungenutztes Potenzial“, kommentierte Landrätin Marion Dammann das grenzüberschreitende Projekt, das am Montagabend mit der Unterzeichnung der Vereinbarung zur Durchführung offiziell gestartet ist. Inhalt des mit Mitteln des Interreg V-Programms Oberrhein geförderten Vorhabens sind drei grenzüberschreitende Fahrradrundwege von 50 bis 200 Kilometer Länge. Diese sollen das bestehende Radnetz komplettieren.

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Radtourismus fördern

„Wir haben die Velorouten, allerdings sind diese noch nicht in einem Maße aufbereitet, dass der Radtourismus davon profitieren kann“, verwies Dammann auf die florierende E-Bike-Nutzung. „Unser Ziel ist es, den Radtourismus zu fördern und die Region noch attraktiver zu machen“, erklärte die Landrätin. Die Förderung des „sanften Tourismus“ habe auch den positiven Effekt der Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Erreicht werden soll das durch eine grenzüberschreitende Fahrradkarte, eine gemeinsame mehrsprachige Homepage sowie eine Verbesserung des Dienstleistungsangebots für Radfahrer entlang der neuen Rundwege, die auch eine Beschilderung erhalten werden. Konkret sind im Rahmen der dreijährigen Projektlaufzeit unter anderem der Aufbau von Partnerschaften mit Akteuren im Tourismusbereich vorgesehen, die Bereitstellung von Reparaturkits und die Analyse vorhandener Velostellplätze und deren Ausstattung.

Dreiland-Rad-Reise-Region

Weiter gehe es darum, das neue Angebot auch bekannt zu machen, weshalb die Dreilandradreiseregion auch auf Tourismusmessen beworben werden soll, erklärte Mike Keller, Präsident des Trinationale Eurodistrict Basel, der die Trägerschaft inne hat.

Keller merkte auch an, dass sich aus der Zusammenarbeit aller Akteure noch viele weitere Themen ergeben würden. Und: „Im Vordergrund stehen die Bewohner der Region. Wenn das Projekt auch Touristen aus der Ferne anlocken wird, dann haben wir gewonnen“, zeigte sich Keller optimistisch und hatte schon gleich einen passenden Werbespruch parat: „Drei Länder an einem Tag.“

Die Vorteile der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit unterstrich Lörrachs Oberbürgermeister Jörg Lutz. Der Startschuss am Montagabend böte die Möglichkeit, im Tourismussektor enger zusammenzuarbeiten, was sich angesichts eines weltweiten harten Wettbewerbs lohnen könne. „Wir sollten uns gemeinsam aufstellen, Lörrachs Tourismusstrategie würden wir gerne trinational denken“, betonte Lutz.

Akteure müssen zusammenarbeiten

Und aus Sicht der Stadt Saint-Louis erklärte Jean-Paul Bandinelli, dass das Vorhaben ermögliche, mit einer gemeinsamen Stimme zu sprechen. Die Region hätte alle Voraussetzungen, um das Projekt gelingen zu lassen. „Dieses bringt nicht nur unsere radfahrenden Bürger einander näher, sondern hilft gerade auch Gästen, die Region zu verstehen“, sagte Dammann. Und dass mit Projekten wie diesen Europa zusammenwachse, war von Manuel Friesecke, Generalsekretär der Regio Basiliensis, zu erfahren.

Was die Erwartungen an Touristenzahlen angeht, konnten die Verantwortlichen keine konkreten Angaben machen. Zunächst gehe es um die Etablierung einer engen Zusammenarbeit der Akteure, wie Dammann auf Nachfrage sagte. So sollen unter anderem die Kontakte mit Unternehmen im Radtourismusbereich intensiviert werden, ergänzte Lutz. Die Projektkosten belaufen sich laut Friesecke insgesamt auf 516 500 Euro, wobei 42 Prozent durch den Interreg V-Topf abgedeckt würden.