Kreis Lörrach Drohne als fliegender Lebensretter

Michael Werndorff
Die beiden Drohnenpiloten der Feuerwehr Lörrach, Luca Rimkus und Fabian Noske, sowie Cornelia Wülbeck, Leiterin des Dezernats für Recht, Ordnung und Gesundheit im Landratsamt sind von der technischen Ausstattung des Quadrocopters begeistert. Foto: Fotos: Michael Werndorff

Manchmal entscheidet ein sehr kurzer Zeitraum über Leben und Tod. Dann zum Beispiel, wenn ein Rheinschwimmer in einer Notlage ist. Mittels Wärmebildkamera des neuen Quadrocopters der Lörracher Feuerwehr können Gesuchte schneller aufgespürt werden.

Von Michael Werndorff

Kreis Lörrach. Waldbrandgefahr, Starkregenereignisse, Energie-Krise, Corona-Pandemie – mit den zunehmenden Krisen rückt auch das Thema Bevölkerungsschutz wieder vermehrt in den Fokus der Öffentlichkeit. Dieser war Thema beim Sommer-Pressegespräch, zu dem Landrätin Marion Dammann am Donnerstag in den Innenhof der Freiwilligen Feuerwehr Lörrach eingeladen hatte. Dort präsentierten sich neben der Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk, dem DRK und der DLRG – Weil am Rhein auch die Rettungshundestaffel Oberrhein. Nicht zuletzt wurde auch ein nagelneuer Quadrocopter in Aktion vorgeführt, der für den Landkreis Lörrach einen Quantensprung darstelle, wie Kreisbrandmeister Uwe Häubner vor den Medien sagte.

Wie sind die Retter im Landkreis aufgestellt, welche Gefahrenpotentiale gibt es, wie wird die Bevölkerung im Katastrophenfall informiert, wie funktioniert das Zusammenspiel der Blaulichtorganisationen, und welche Notfallpläne beziehungsweise Einsatzkonzepte gibt es? Zahlreiche Aspekte beleuchtete Häubner im klimatisierten Abrollbehälter Führung, der auf 30 Quadratmetern Raum für Lagebesprechungen oder als Unterbringungsmöglichkeit für Verletzte und Unfallbeteiligte zur Verfügung stehen. „Mit diesem Container können wir größere Einsatzlagen besser beurteilen“, erklärte Häubner. Die Kosten beliefen sich auf 275 000 Euro, 108 000 Euro steuerte das Land bei.

Gefahrenabwehr größtenteils ehrenamtlich

In der Regio gibt es zahlreiche Gefahrenpotenziale, verwies er auf die grenznahen Schweizer Atomkraftwerke, 23 schweizerische Störfallbetriebe, Unternehmen, in denen gefährliche Stoffe vorhanden sind, Gefahrguttransporte per Wasser, Straße, Schiene, den EuroAirport und rund 25 Prozent landwirtschaftliche Fläche. Darüber hinaus befinde man sich in einer Erdbebenzone 2 und 3. Kurzum: Das Gefahrenpotenzial im Landkreis Lörrach mit seinen rund 235 000 Einwohnern gleiche dem einer Großstadt, und die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr finde größtenteils ehrenamtlich statt.

Ehrenamtlich engagieren sich auch die Floriansjünger Luca Rimkus und Fabian Noske, die eine hochmoderne Drohne präsentierten, die erst seit wenigen Tagen im Besitz der Lörracher Feuerwehr ist und unter anderem helfen soll, Leben zu retten, Glutnester aufzuspüren, Gesuchte zu finden und Lagebeurteilungen zu ermöglichen. Laut Häubner ist es die neueste Technik.

Ausgestattet ist das Fluggerät, das eine Reichweite von elf Kilometern hat und am Einsatzort in Windeseile starten kann, mit einer Wärmebildkamera, Nachtsichtgerät, hochauflösendem Zoom, Radar, Scheinwerfer und Lautsprecher. „Zudem können wir in fast allen Wettersituationen fliegen“, erklärt Rimkus im Gespräch mit unserer Zeitung. Mit seinem Kollegen Fabian Noske hat er auch schon die alte Drohne, ein deutlich kleineres Modell, geflogen. „Der neue Quadrocopter hat ein ganz anderes Flugverhalten. Das braucht Übung“, kommentiert Rimkus den Umstieg auf das neue Gerät, das sogar automatisch mit Flugzeugen in der Nähe kommunizieren kann, was besonders im Luftraum am EuroAirport eine große Rolle spielt.

Rimkus beschäftigt sich auch privat mit Drohnen und ist begeistert von der technischen Ausstattung, die das in Lörrach stationierte Fluggerät aufweist. Die Drohne sei dank Kamera in der Lage, einen Gesuchten im Wasser automatisch aufzuspüren. Die Positionsdaten könnten dann umgehend an Bodenkräfte weitergegeben werden. „Der Quadrocopter ist eine super Ergänzung, so können wir in kurzer Zeit große Gebiete absuchen.“

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