Kreis Lörrach Dynamik lässt deutlich nach

Die Industrie rechnet mit sinkenden Geschäftserwartungen. Foto: Archiv

Regio - Der von der IHK Hochrhein-Bodensee (IHK) errechnete Index für das Konjunkturklima in der Region konnte das zum Jahreswechsel erreichte Niveau von 130 Punkten halten. Da die Werte in den übrigen Regionen Baden-Württembergs gesunken sind, liegt die Region nun wieder über dem Landesschnitt.

Während die Geschäftserwartungen in der Region für die kommenden Monate in Handel und Dienstleistung leicht zulegen, gehen die Erwartungen in der Industrie weiter zurück, geht aus der jüngsten Erhebung hervor. Die Industrie als treibende Kraft des bisherigen Aufschwungs fällt zurück. „Die Absatzmärkte sowie die Wirtschaftspolitik treten als Risiken stärker in den Fokus“, wird Alexander Graf, der die Konjunkturumfrage bei der Kammer durchführte, zitiert. Unabhängig davon bleibt der Bedarf an Fachkräften aber das meistgenannte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen.

Gute Geschäftslage

Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage durch die Unternehmen ist im Vergleich zum Jahreswechsel leicht gesunken. Dennoch befindet sich der „Lage-Indikator“ mit 153 Punkten (Jahreswechsel: 160 Punkte) auf einem hohen Niveau. So beurteilen 57 Prozent der teilnehmenden Betriebe ihre momentane Geschäftslage als gut, weitere 39 Prozent als befriedigend und gerade einmal vier Prozent als schlecht. Mit der Ertragslage zeigen sich die Unternehmen aktuell zufrieden. Hier bezeichnen 44 Prozent der befragten Firmen die derzeitige Lage als gut; von einer schlechten Ertragslage sprechen dagegen aktuell rund zehn Prozent der Befragten, wie aus dem Bericht hervorgeht.

Indexwert sinkt

Der Indexwert für die Geschäftslage der Industrieunternehmen in der Region Hochrhein-Bodensee ist auch im Frühjahr weiter zurückgegangen. Das Niveau ist immer noch hoch, bleibt aber zum Teil deutlich hinter den Ergebnissen der vergangenen zwei außerordentlich guten Jahre zurück. So sank der Anteil der Unternehmen, welche die Geschäftslage mit „gut“ bezeichnen seit Jahresbeginn von 63 auf 52 Prozent.

Eine rückläufige Tendenz zeigt sich auch beim Blick auf die Umsätze. Während die Ertragslage von rund 84 Prozent der Produktionsbetriebe noch mit gut oder befriedigend bezeichnet wird, steigt die Zahl der Betriebe mit sinkenden Umsätzen. Offensichtlich drückt auch die nachlassende Nachfragedynamik auf die Stimmung.

Handel stabil

Im Handel und Dienstleistungsbereich ist die Lage gut. Insbesondere bei Letztem ist der überwiegende Teil der Betriebe mit seiner Lage und entsprechend mit Umsatz und Ertrag mehr als zufrieden. Denn 68 Prozent der Dienstleistungsunternehmen beurteilen die aktuelle Geschäftslage als gut und 30 Prozent als befriedigend.

Ausblick

Die meisten Unternehmen im Kammerbezirk sehen für die kommenden zwölf Monate weiterhin positive Geschäftsverläufe voraus, schreibt die IHK. Dabei ist jedoch die Anzahl der Unternehmen, die von einer schlechteren Entwicklung ausgehen, seit Jahresbeginn von rund zehn Prozent auf aktuell 14 Prozent gestiegen. In der Dienstleistungsbranche steigen die Geschäftserwartungen indes an. Unter den Produktionsbetrieben setzt sich die rückläufige Erwartung bezüglich der Geschäftsentwicklung aber fort. Der Index für die Geschäftserwartungen sinkt von 117 auf 109 Punkte und damit auf das niedrigste Niveau seit Sommer 2012.

Augenfällig ist eine stärkere Polarisierung. Lag der Anteil der Produktionsbetriebe, die von einem gleichbleibenden Geschäftsverlauf ausgehen, zum Jahreswechsel noch bei 73, so sinkt dieser nun auf 57 Prozent. Die Anzahl der Produktionsbetriebe, die eine Verbesserung der Geschäfte erwarten, steigt leicht von 22 auf 26 Prozent, gleichzeitig nimmt die Anzahl Unternehmen, die mit schlechteren Geschäften rechnen, von fünf auf 17 Prozent zu.

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