Kreis Lörrach Ein weitsichtiger Pädagoge geht

Helmut Rüdlin übergab bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand seinem Nachfolger Hans-Joachim Friedemann den Schlüssel für das Staatliche Schulamt Lörrach. Foto: Sarah Trinler Foto: Die Oberbadische

Mit den Merkmalen Empathie, Beharrlichkeit und Sachverstand wurde Helmut Rüdlin, Leiter des Staatlichen Schulamts Lörrach, von verschiedenen Seiten am Freitag beschrieben: Zahlreiche langjährige Wegbegleiter waren in das Campusgebäude nach Rheinfelden gekommen, um Rüdlin an seinem letzten Arbeitsstag gebührend in den Ruhestand zu verabschieden.

Kreis Lörrach. „Wir konnten es uns nicht verkneifen, dein altes Foto als Junglehrer aus dem Personalbogen zu kramen“, sagte Katharina Haag, Schulamtsdirektorin, eingangs der Feier. Das an die Wand projizierte Schwarz-Weiß-Bild zeigte einen „etwas skeptisch“ dreinblickenden Rüdlin, der jedoch damals schon „ein weitsichtiger Stratege“ war, wie Thomas Hecht vom Regierungspräsidium Freiburg trefflich formulierte.

Bevor er Rüdlin die Versetzungsurkunde in den Ruhestand überreichte, ging Hecht noch auf dessen Wirken ein: Der Schulamtsleiter hätte stets den rasanten Entwicklungen in der Bildungslandschaft Stand gehalten und mit immer wieder neuen Lösungsansätzen auf die Veränderungen reagiert. Er wäre von Anfang an der Gemeinschaftsschule offen gegenüber gestanden, sodass es mit sein Verdienst wäre, dass es heute in beiden dem Schulamt zugeordneten Landkreisen Lörrach und Waldshut bereits sieben Gemeinschaftsschulen gebe.

Ruhestand in Rheinfelden

Zurück zu den Wurzeln war wohl der Gedanke bei der Ortsauswahl der Abschiedsfeier gewesen: Nach seiner ersten Stelle in Laupheim hatte Rüdlin als „Markgräfler-Junge“ um Versetzung in die Heimat gebeten. 1979 kam er an die Eichendorff-Schule nach Rheinfelden, wo er auch seinen Ruhestand verbringen wird. Dies freute besonders Landrat Martin Kistler, der auch im Namen von Landrätin Marion Dammann sprach und schmunzelnd betonte, dass man schon bei der Ortsauswahl für das Schulamt eine bessere Wahl hätte treffen können. Rüdlin hätte bei all seinem Tun die Individualität und Gleichberechtigung der Schüler im Blick gehabt. Als Dank überreichte er die silberne Medaille des Landkreises Waldshut.

Als Pragmatiker und kompetenter Ansprechpartner für die Kommunen bezeichnete Rheinfeldens Oberbürgermeister Klaus Eberhard den baldigen Ruheständler. Von der kräftigen Stimme Rüdlins, die für Leidenschaft und Überzeugung stehe, sprach Ministerialrat Sönke Asmussen. Rüdlin sei in seiner Arbeit ein Netzwerker gewesen – nicht für sich, sondern immer für die Sache.

„Gibt es eigentlich eine Nicht-Versetzung?“, fragte die leitende Schulamtsdirektorin von Offenburg, Gabriele Weinrich. Sie führte daher einen Qualitätstest für angehende Ruheständler mit Rüdlin durch und bescheinigte ihm im Anschluss – wenn auch ungern – die Versetzung in den Ruhestand.

Ihren Dank musikalisch zum Ausdruck brachten die SBBZ-Schulleiter mit einem umgetexteten Klassiker: „Helmut, deine Welt war das Schulamt“ (Heidi). Für weitere auflockernde musikalische Beiträge sorgte die Bläserklasse der Gertrud-Luckner-Realschule Rheinfelden, die Erstklässler der Goetheschule Rheinfelden sowie Friedrich Renkert (Trompete) von der August-Macke-Schule Kandern.

„Das Schulamt und du – ihr gehört untrennbar zusammen“, sagte Haag, die sich noch nicht vorstellen konnte, dass sie am Montagmorgen nicht von Rüdlin mit Handschlag begrüßt werde. Er habe die Mitarbeiter des Schulamts immer zur Selbstverantwortung ermutigt und vorgelebt, dass man agieren statt reagieren müsse.

Nachfolger im Amt begrüßt

„Jetzt hat es 42 Jahre gedauert, bis ich auch mal das letzte Wort haben darf“, schmunzelte Rüdlin, als er ans Rednerpult trat. Gerührt von all der Aufmerksamkeit bedankte er sich bei allen für die „aktive und produktive Zusammenarbeit“ in den vergangenen Jahrzehnten. Er könne mit Überzeugung sagen, dass er jeden Tag gerne zur Arbeit gegangen ist. Seinem „Wunschnachfolger“ Hans-Joachim Friedemann wünschte er alles Gute und überreichte ihm den Schlüssel für das Schulamt Lörrach. Mit seinem Liedwunsch, gesungen von Stephanie Pönitz (Schule Hochrhein Tiengen), begleitet am Klavier von Mario Enderle (Wiesentalschule Maulburg), verabschiedete er sich: Es erklang Frank Sinatras „My way“.

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