Kreis Lörrach Erneut weniger Ausfuhrscheine

Zollbeamte der Grenzregion haben 20 000 grüne Zettel weniger als noch im Jahr 2018 abgestempelt. Foto: Denis Bozbag

Regio  - Laut Jahresstatistik des Hauptzollamts Lörrach sind im vergangenen Jahr rund 78 000 Personen an den Grenzübergängen seines Zuständigkeitsbereichs kontrolliert worden. 800 000 Lkw haben Güter ein- oder ausgeführt. Ob Waren- oder Drogenschmuggel, Verzollung oder Markenpiraterie, die Zollverwaltung hat als Sicherheits- und Finanzbehörde ein breites Tätigkeitsspektrum.

Mit mehr als 2,4 Milliarden Euro Gesamteinnahmen ergibt sich wie bereits im Jahr 2018 ein leichtes Plus zum Vorjahr. Darin enthalten sind der Jahresstatistik zufolge Zölle in Höhe von 51 Millionen Euro, die der EU zufließen, die Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 2,1 Milliarden Euro sowie Verbrauchsteuern für Energie- und Strom mit einer Summe von 259 Millionen Euro.

Weit mehr als 800 000 Lkw haben zudem Warensendungen über das Zollamt Weil am Rhein-Autobahn und 565 000 über das Zollamt Rheinfelden-Autobahn in beide Richtungen befördert, wie das Hauptzollamt Lörrach weiter mitteilt.

Von Bedeutung seien dabei die vielen landwirtschaftlichen Betriebe, die aus ihren Obstbeständen Alkohol herstellten, schreibt die Behörde. Sie überwacht davon rund 26 000 in ganz Deutschland betriebene Abfindungsbrennereien. Rund 10 000 befinden sich überwiegend in der Ortenau.

Waren- und Barmittelschmuggel

Die Bekämpfung des Waren-, Rauschgift- und Waffenschmuggels ist eine Aufgabe der Kontrolleinheiten, die besonders den privaten Reiseverkehr im Auge haben. Rund 78 000 Personen wurden im vergangenen Jahr einer Kontrolle unterzogen, 1300 waren aus diversen Gründen zur Fahndung ausgeschrieben. 178 Personen mussten in Folge festgenommen werden.

Die illegale Einfuhr von unter anderem mehr als neun Kilogramm Amphetaminen, rund zwei Kilogramm Haschisch, zwölf Kilogramm Marihuana, 69 Kilogramm Kath und 173 000 unversteuerter Zigaretten konnte auch mit Hilfe der Zollhunde verhindert werden. Barmittel im Gesamtwert von 1,5 Millionen Euro sollten an den Zollbeamten vorbei geschmuggelt werden – meist gut versteckt im Fahrzeug, berichtet das Hauptzollamt Lörrach.

Einfuhr von gefälschten Markenprodukten

Rund 39 000 Gegenstände, die unter gefälschtem Markennamen meist über den Onlinehandel für Privatpersonen im Postversand importiert und von den Beförderungsunternehmen den Zollstellen zur Abklärung übergeben wurden, sind im vergangenen Jahr sichergestellt worden. 427 Sendungen enthielten Artikel, die nicht die EU-Sicherheitsstandards erfüllten. 22 Verstöße gegen artenschutzrechtliche Bestimmungen und 23 Aufgriffe im Bereich des Arzneimittelrechts wurden bei den Zollämtern bearbeitet.

Ausfuhr- und Abnehmerbestätigung

Im Bereich des Hauptzollamts Lörrach wurden rund 5,6 Millionen Ausfuhrkassenzettel mit Stempel bestätigt. Dies sind 20 000 Belege weniger als im Jahr 2018.

Seit dem 1. Januar können – zunächst bis zur Einführung eines automatisierten Verfahrens – nur Einkäufe ab einem Rechnungsbetrag von 50,01 Euro (je Kassen- oder Rechnungsbeleg) zu einer Umsatzsteuerbefreiung bei Ausfuhren im nicht-kommerziellen Reiseverkehr führen.

Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung

Um Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung, Sozialversicherungsbetrug und Leistungsmissbrauch aufzudecken und damit die Unternehmen, die ihr Geschäft seriös betreiben, vor einem Wettbewerbsnachteil zu schützen, wurden 1400 Betriebe geprüft. Im Ergebnis sind mehr 1600 Straf- und rund 650 Bußgeldverfahren eingeleitet worden. Der gesamtgesellschaftliche Schaden betrug laut Mitteilung 6,4 Millionen Euro.

Ausbildung zum Zollbeamten

„Wir haben derzeit Bedarf an qualifiziertem Personal. Entsprechende Bewerbungen nehmen wir deshalb gerne an. Zudem schreiben wir regelmäßig Stellen auf dem freien Arbeitsmarkt aus“, wird Matthias Heuser, kommissarischer Leiter des Hauptzollamts Lörrach, zitiert.  Weitere Informationen über die Aufgaben, Ausbildungsmöglichkeiten und Stellenangebote sind auf www.zoll.de abrufbar.

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