Kreis Lörrach Fachkräfte händeringend gesucht

Bei der Job- und Bildungsmesse CULT haben Besucher die Möglichkeit, viele verschiedene Berufe kennenzulernen und sich zu informieren. Foto: Michael Werndorff

Kreis Lörrach - Mehr als 120 Aussteller präsentieren sich seit Freitag auf der 7. Ausgabe der Job- und Bildungsmesse CULT. Abgedeckt wird eine breite Palette an Aus-, Fort- und Weiterbildungsangeboten. Die Messe habe sich zu einem Erfolgsmodell gemausert, befand Geschäftsführer Markus Hug bei der Eröffnung.

Die CULT habe eine rasante Entwicklung vollzogen, bilanzierte Hug. Waren beim Start im Jahr 2013 noch 60 Aussteller mit von der Partie, so sind es bei der CULT 2019 mehr als 120. „Wir sind unserer Linie, mehr als nur eine Ausbildungsbörse zu sein, treu geblieben und stellen fest, dass dies ein Erfolgsgarant dieser Job- und Bildungsmesse ist.“ Studien belegen, dass Deutschland auf einen Nachwuchs- und Fachkräftemangel zusteuere, der laut Hug aber schon längst eingetreten sei. In Zukunft sollen jährlich 260 000 Fachkräfte fehlen, verwies Hug in seiner Eröffnungsrede auf den Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky, der eine Vollbeschäftigung bis 2035 prognostiziert. Erschwerend komme hinzu, dass die Generation der Babyboomer aus dem Berufsleben ausscheiden werde und die in den Arbeitsmarkt eintretenden Generationen Y und Z die entstehende Lücke nicht schließen können. „Schon heute bekommt jedes Unternehmen diese Herausforderung zu spüren“, befand Hug. Nachwuchs zu finden, sei schwerer denn je. „Die Lage wird sich in den nächsten Jahren deutlich zuspitzen.“

Messe ist ein Erfolgsmodell

Zwar sei die Messe ein Erfolgsmodell, doch sei das Besucherpotenzial nicht ganz ausgeschöpft, sagte Hug mit Blick auf die Schulen in der Region. Ziel sei es, sich dort verstärkt zu präsentieren. Das Konzept, Schüler im Rahmen von Coachings auf den Messebesuch und das Gespräch mit potenziellen Arbeitgebern vorzubereiten, gehe auf, befand er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Ein weiteres Angebot ist die Messe-App, die schon 1000 Mal installiert wurde. Über dieses Medium könne eine weite Verbreitung der Messe erreicht werden.

Mit im Boot war neben dem Verlagshaus Jaumann mit seinen drei Tageszeitungen „Die Oberbadische“, „Markgräfler Tagblatt“ und „Weiler Zeitung“ als Medienpartner auch das Netzwerk der beruflichen Bildung am Oberrhein sowie die Lörracher Agentur für Arbeit.

Suche wird immer schwieriger

Geschäftsführer Horst Eckert warf einen Blick zurück auf das vergangene Jahr, in dem auf 3000 offene Ausbildungsplätze 2400 Bewerber kamen. „Die Suche nach passendem Nachwuchs wird für Unternehmen zu einer immer schwieriger werdenden Herausforderung“, kommentierte er die Lage auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Zwar biete das Internet viele Möglichkeiten, sich zu informieren, Messen brauche es aber nach wie vor, um mit Unternehmen direkt ins Gespräch zu kommen. Gerade wegen der vielen Möglichkeiten, die sich nach dem Schulabschluss ergeben, seien die persönliche Beratung und ein Kennenlernen wichtig, hob Eckert die Bedeutung der CULT hervor.

Zudem thematisierte er die sich wandelnde Arbeitswelt. Eine einzige Ausbildung werde zukünftig nicht mehr ausreichen, lebenslanges Lernen laute das Gebot. Deswegen spiele der Bereich Weiterbildung auf der laut Eckert wegweisenden Job- und Bildungsmesse auch eine große Rolle. Lörrachs Oberbürgermeister Jörg Lutz thematisierte ebenfalls die Herausforderung der Unternehmen, Nachwuchskräfte zu gewinnen. Aus dem Bewerberauswahl- sei mittlerweile ein Arbeitgeberauswahlgespräch geworden, sieht er eine komplette Umkehr der Verhältnisse bei Arbeitgebern und Bewerbern. In Sachen Messekonzept sei der Mix aus Studienangeboten, Aus- und Fortbildung die richtige Kombination.

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