Rheinfelden Fahrradverkehr mehr fördern

Rheinfelden - Die IG Velo möchte den Radverkehrsanteil in Rheinfelden erhöhen – auch aus Klimaschutzgründen. Aus diesem Grunde hat die Ortsgruppe Rheinfelden ein Fahrradwahlprogramm erarbeitet und den Parteien bei einer öffentlichen Podiumsdiskussion erfragt, wie sie das in ihr Wahlprogramm aufnehmen können.

Die Meinungen sind kontrovers, wenngleich es ein Anliegen aller ist, dass die Bedingungen für den Alltagsradler in der Löwenstadt verbessert werden. SPD, Grüne und Soziales Rheinfelden brachten die Karl-Fürstenberg-Straße als Fahrradstraße auf den Tisch. Das halten die anderen Parteien für überspitzt, ihre Idee: mit Radschutzstreifen links und rechts zur fahrradfreundlichen Straße umzugestalten.

Das IG Velo-Podium moderierten die Ortsgruppenvorsitzenden Wolfgang Gorenflo und Michael Schroff. Rede und Antwort standen Paul Renz (CDU), Karin Paulsen-Zenke (SPD), Reinhard Börner (Freie Wähler), Jörg Moritz-Reinbach (Die Grünen), Toni Mossa (FDP) und Joerg Uwe Sanio (Soziales Rheinfelden).

Verkehrspolitik

Die Zahl der Autos in der Innenstadt hat zugenommen. Es gibt Straßen, zum Beispiel Nollinger- und Friedrichstraße, die ungern mit dem Fahrrad befahren werden. Die hohe Verkehrsbelastung ist für Velofahrer und Fußgänger eine unbefriedigende Situation. Der Autofahrer, beklagte Gorenflo, verhindert, dass Platz für die Radfahrer ist. Dabei plädiert Karin Paulsen-Zenke dafür, alles so zu gestalten, dass die Leute sich trauen, Fahrrad zu fahren, dass für die Autos mehr Parkplätze in den Quartieren geschaffen werden. Joerg Uwe Sanio ist für ein Durchfahrtsverbot der Lastwagen (7,5 Tonnen), mit Ausnahme von Lieferwagen. Gebote und Verbote sollten durch die Ordnungsgewalt verhängt werden. Dem entgegneten Paul Renz, Toni Masso und Reinhard Börner, keine Verbote auszusprechen, aber Alternativmöglichkeiten zu bieten.

Radförderung

Ein Radschutzstreifenkonzept wird aktuell im Auftrag der Stadt vom Büro Fichter erarbeitet. Die IG Velo möchte den Radverkehr verbessern, indem sie für einen zügigen Ausbau des Radstreifenkonzeptes eintreten. „Bei Radschutzstreifen habe ich ein gutes Gefühl und mehr Veloabstellplätze in der Innenstadt“, verdeutlichte Renz. Joerg Moritz-Reinbach und Karin Paulsen-Zenke sprachen sich für die Umgestaltung der Karl-Fürstenberg-Straße in eine „Fahrradstraße“ aus. Zur Finanzierung sagte der Grüne: „Es muss ein klares Zeichen gesetzt werden, dass das Kleckern aufhört und jetzt geklotzt wird mit einer Fahrradstraße. Das Velo ist als Transportmittel ernst zu nehmen.“

Paul Renz, CDU: Wie wollen wir die Geschäfte bedienen, wenn man nicht mehr in die Innenstadt fahren darf? Die Menschen müssen zu ihren Arbeitsplätzen, dafür muss man Verständnis haben. Das mit dem Fahrverbot in der Innenstadt ist nicht realitätsbezogen.

Reinhard Börner, Freie Wähler: Der Lieferverkehr muss halt sein. Aber noch etwas ganz anderes: Ich spreche mich gegen die Elterntaxis in der Innenstadt aus. Es sind viele Kleinigkeiten, man muss darauf hinarbeiten.

Jörg Moritz Reinbach, Die Grünen: Umsteigen aufs Rad wird in Rheinfelden schwer gemacht. Die Stadt muss Signale setzen, dass Radfahrer keine Stiefkinder sind. Und mehr Anreize für Carsharing ist der Königsweg.

Toni Mossa, FDP: Ich bin ganz klar für die Radschutzstreifen, als Bereiche nenne ich die Karl-Fürstenberg- und Römerstraße sowie die Kreuzung Schildgasse. Wir wollen die Radwege fördern, aber wir wollen keine Verbote.

Karin Paulsen-Zenke, SPD: Ich fände es ein Gewinn, wenn zum Beispiel das Brot mit dem Fahrrad und nicht mit dem Auto geholt wird. Dabei müssen sich die Menschen, insbesondere die Älteren, sich aber sicher fühlen. Da müssen wir dafür sorgen, und da ist Umdenken angesagt.

Joerg Uwe Sanio, Soziales Rheinfelden: Wir fordern einen richtigen Radwegeplan, der Autoverkehr muss in einigen Bereichen herausgehalten werden. Wir müssen uns davon verabschieden, dass die Leute zum Einkaufen quasi direkt ins Geschäft fahren können.

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