Kreis Lörrach Frey und Hoffmann nach Stuttgart

Kreis Lörrach - Siegerstimmung bei Josha Frey und Jonas Hoffmann: Beide ziehen für den Wahlkreis Lörrach in den Landtag ein. Derweil herrscht Katzenjammer bei Christof Nitz – der Christdemokrat hat den Sprung nach Stuttgart nicht geschafft.

Die Prognosen waren eindeutig, Überraschungen gab es für die Grünen an diesem Wahlabend jedenfalls keine. Wie erwartet, hat Frey sein Direktmandat, welches er bei der vergangenen Wahl dem CDU-Abgeordneten Ulrich Lusche abnahm, verteidigt. Der Grüne, der 2011 erstmals im Zweitmandat in den Landtag einzog, konnte mit Stand Redaktionsschluss insgesamt 35,84 Prozent der Wähler hinter sich vereinen. Damit verbesserte er sein Ergebnis um 4,14 Punkte, sogar im Vergleich zum vorläufigen Landesergebnis konnte er zulegen. 2016 erhielt er im Wahlkreis Lörrach 31,7 Prozent.

„Dass gutes Klima Zusammenhalt braucht, bewegt die Menschen“, kommentierte der Politiker den weiteren Stimmenzuwachs. Die Grünen seien breit aufgestellt, außerdem mache die Partei eine gute Politik – auch im Wahlkreis Lörrach. „Das ist auch eine gute Basis für die Bundestagswahl.“

Zu den Siegern bei dieser denkwürdigen Wahl, die ganz im Zeichen der Corona-Pandemie stand, durfte sich auch Jonas Hoffmann zählen. Der Sozialdemokrat ging erstmals bei einer Landtagswahl ins Rennen. Im Jahr 2017 trat er noch als Bundestagskandidat an, heimste das zehnt beste Landesergebnis ein, unterlag aber den Mitbewerbern von CDU und FDP. Bei Redaktionsschluss zeichnete sich ab, dass Hoffmann nun den langjährigen Abgeordneten und ehemaligen Justizminister Rainer Stickelberger ablöst. Der kündigte vor zwei Jahren an, nicht mehr kandidieren zu wollen. Wie sein Vorgänger kommt Hoffmann über das Zweitmandat für seine Partei in politische Verantwortung. Hoffmann erreichte 12,6 Prozent. Bei der vergangenen Wahl entfielen noch 16,7 Prozent auf Rainer Stickelberger.

Damals verlor die SPD erdrutschartig elf Prozent. Den Abwärtstrend konnte der 35-jährige IT-Spezialist im Wahlkreis indes nicht stoppen. Den eigenen Wahlkampf bewertete Hoffmann als erfolgreich, auch wenn dieser wie bei den anderen Parteien pandemiebedingt überwiegend im virtuellen Raum stattfand. „Ich bin mit meinem Ergebnis super glücklich“, freute sich Hoffmann. Spitzenkandidat An­dreas Stoch habe die SPD einen, stabilisieren und aus einem Umfragetief herausführen können. Man habe auf den richtigen Spitzenkandidaten gesetzt.

An diesem Wahlabend lagen Freud und Leid nahe beieinander: Die Christdemokraten im Wahlkreis Lörrach folgten dem Landestrend und haben einen historischen Tiefstand erreicht. Christof Nitz verfehlte das erklärte Ziel, das CDU-Mandat zurückzuerobern. Der musste nach einem engagierten Wahlkampf das desaströse Ergebnis erst einmal sacken lassen. Kam die CDU 2016 im Wahlkreis Lörrach auf 25,2 Prozent, waren es bei diesem Urnengang noch 21,36 Prozent. „Das ist sehr enttäuschend“, so Nitz. Gründe sah er in der Unzufriedenheit der Bürger mit der aktuellen Bundespolitik. Und das habe sich in der Landtagswahl widergespiegelt. „Ich hätte den Wahlkreis gerne in Stuttgart vertreten“, sagte Nitz. Erschwerend kam hinzu, dass es keinen normalen Wahlkampf gegeben habe.

Im Aufwind zeigten sich die Liberalen: Polit-Neuling Felix Düster erreichte 10,28 Prozent und hoffte bis zuletzt auf das Ticket nach Stuttgart. Das erhielt er zwar nicht, dennoch konnte die FDP ihren Stimmenanteil im Wahlkreis ausbauen.

Die Linken mit Jörg-Uwe Sanio scheiterten mit rund drei Prozent abermals an der Fünf-Prozent-Hürde. Auf der anderen Seite des politischen Spektrums gelang es der AfD nicht, Stimmenanteile hinzuzugewinnen. Direktkandidat Dubravko Mandic erhielt 7,91 Prozent, 5,3 Punkte weniger, als Kandidat Wolfgang Fuhl bei der Wahl 2016 einfahren konnte. Als Reaktion auf das Ergebnis kündigte Mandic noch gestern Abend seinen Rückzug aus der Partei an.

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