Lörrach - Der Hut ist sein Markenzeichen. Und am 7. Dezember heißt es „Hut ab“ vor einem Mann, der ein Leben lang für die Region gearbeitet und gekämpft hat. Die Rede ist vom Bauingenieur und sozialdemokratischen Urgestein Albert Schmidt. Er feiert am in bester Laune seinen 80. Geburtstag.

„Straßenbau hat mich schon immer interessiert, deshalb wollte ich unbedingt Bauingenieur werden.“ Das ging jedoch nur auf Umwegen, denn Schmidt wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und musste schon mit 14 Jahren ins Arbeitsleben einsteigen. Dies tat er freilich konsequent und mit einer Leidenschaft, die ihn beim Erzählen noch heute die Augen blitzen lassen. Beim Straßenbauamt absolvierte er von 1952 bis 1955 eine Bauzeichnerlehre. Eine Maurerlehre setzte er drauf und büffelte an der Gewerbeschule Basel höhere Mathematik und Trigonometrie.

1957 hatte Schmidt schließlich das Rüstzeug, um in Karlsruhe den Bauingenieur zu machen. In jene Zeit fiel der Straßenbau von Brandenberg über Fahl zur Feldberg-Passhöhe. Eine Baumaßnahme, die ihn vor Ort „unheimlich faszinierte“, wie er sich gerne erinnert.

Schmidt befasste sich auch mit Brückenbau und Statik, ebenso mit der Planung von Tiefbrunnen und Wasserversorgungsanlagen, zum Beispiel fürs Grütt und das Pumpwerk Schopfheim.

Taltrasse hätte Wasserschutzgebiet kaputt gemacht

Als Mitglied des früheren Büros für Planung und Ingenieurwesen (BPI) oblag dem Jubilar in den 1970er Jahren die Bauleitung zur Elektrifizierung der Schwarzwaldbahn. Außerdem war er gefragt bei der Hochgeschwindigkeitsstrecke der Bahn von Würzburg nach Hannover.

„Hochinteressante Jahre“, sagt Schmidt. Am liebsten sei er aber in seiner Heimat aktiv gewesen. So plante er mit finanzieller Unterstützung von Anrainergemeinden den 2012 eröffneten Katzenbergtunnel, der über zehn Kilometer von Bad Bellingen nach Efringen-Kirchen führt.

Bei seinem zweiten großen Projekt gerät der Jubilar abermals ins Schwärmen: die von 1980 bis 1983 errichtete Talbrücke der Autobahn A 98 von der Lucke bis zum Waidhof. „Damit haben wir das Grütt gerettet. Eine Taltrasse hätte das Naherholungs- und Wasserschutzgebiet kaputtgemacht.“

Seine politische Heimat fand Schmidt 1972 bei der SPD. Von 1975 bis 1980 – das Jahr, da er sich mit dem Büro „Regioplan“ selbständig machte – saß er im Gemeinderat und von 1980 bis 1985 im Kreistag. Ab 1980 gehörte er der Verbandsversammlung des Regionalverbands Hochrhein-Bodensee an. Deren SPD-Fraktion führte er von 1987 bis 2011.

Erst vor wenigen Tagen legte Schmidt sein Mandat aus Altersgründen nieder. Verbandsvorsitzende Marion Dammann würdigte ihn als renommierten Verkehrsplaner: „Die Region konnte davon ganz besonders profitieren“, erwähnte die Landrätin auch Schmidts Einsatz in weiteren Gremien am Hoch- und Oberrhein. In jüngeren Jahren war der Jubilar ein begeisterter Fußball- und Tennisspieler. Geblieben ist sein Faible fürs Golfspiel. So wundert es kaum, dass er 1984 in Kandern den Golfclub Markgräflerland gründete. Obendrein baute er die Golfplätze Schönau und Bad Bellingen „Kapellenberg“. Verheiratet ist Schmidt seit 1962. „Ohne meine Gudrun wäre mein Einsatz nicht denkbar gewesen“, rühmt der nimmermüde Jubilar und freut sich, dass zwei Töchter, fünf Enkel und ein Urenkel in und um Lörrach wohnen. Den Glückwünschen zum Geburtstag schließt sich die Heimatzeitung gerne an.