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Kreis Lörrach Für ein ungetrübtes Badevergnügen

Michael Werndorff
Haben eine klare Botschaft gegen Gewalt in Schwimmbädern (v.l.): Frank Gaude, Marcel Rülke, Matthias Wüst und Klaus Schallenberger. Foto: /Foto: Michael Werndorff

Im Rahmen des Bäderverbunds Dreiländereck sollen einheitliche Maßnahmen Gewalt und Aggression in Schwimmbädern vorbeugen. Am Donnerstag wurden die Bade- und Verhaltensregeln vorgestellt.

An heißen Sommertagen strömen zahlreiche Menschen in die Freibäder der Region, um Abkühlung, Spaß und Entspannung zu finden. Während die einen in aller Ruhe ihre Bahnen ziehen wollen, möchten andere lieber herumtollen – da sind Konflikte programmiert, erklärt Carl Stephan Matti, Geschäftsführer des Laguna Badeland in Weil am Rhein.

Mit den Verantwortlichen der Freibäder von Lörrach und Schopfheim hat man sich jetzt im Bäderverbund Dreiländereck zusammengeschlossen und einheitliche Maßnahmen und Verhaltensregeln aufgestellt. So wollen die Akteure Gewalt und Aggressivität in den Griff bekommen, wie im Rahmen eines Pressegesprächs am Donnerstag zu erfahren war. Insbesondere nach Corona wurde ein deutlicher Anstieg von Vorfällen registriert. Verantwortlich seien insbesondere Jugendgruppen, aber auch ganze Familien aus dem nahen Elsass.

Klare Botschaft: Die Piktogramme zeigen, welche Kleidung verboten ist. Foto: Michael Werndorff

„Es gibt Menschen, die anders auftreten“, moniert Frank Gaude, Bäderleiter des Lörracher Parkschwimmbads, fehlenden Respekt. „Die halten sich einfach nicht an die Badeordnung. Hier prallen unterschiedliche Mentalitäten aufeinander.“ Familien und Besucher klagten, nicht mehr in Ruhe baden zu können, beschreibt er die Situation, die sich zugespitzt habe.

Deeskalierend wirken

Um Ordnung herzustellen, sei in der Vergangenheit bereits ein Sicherheitsdienst eingesetzt worden. Auch hätten die Bad-Mitarbeiter ein Sicherheitstraining durchlaufen. Einerseits zum eigenen Schutz, andererseits, um in kritischen Situationen deeskalieren zu können. Denn: Die Aggression mache auch vor den Mitarbeitern nicht Halt. Derweil wolle man gute Arbeitsbedingungen anbieten, Angestellte nicht verlieren und so die Kürzung von Öffnungszeiten vermeiden.

Alles ist vorbereitet: Die neue Freibadsaison kann am Samstag starten. Foto: Michael Werndorff

Im Laguna herrschten etwa die gleichen Probleme wie im Lörracher Parkschwimmbad, beschreibt er eine typische Situation: „Während Senioren in Ruhe schwimmen wollen, springen andere ins Becken“, führte Marcel Rülke, Laguna-Betriebsleiter, aus. Kurzum: „Früher gab es mehr Toleranz und Respekt.“

Was in der Vergangenheit gut funktioniert habe: Gemeinsame Streifen der deutschen und französischen Polizei mit Diensthund. „Das war effektiv und hatte eine abschreckende Wirkung“, so Matti. Mittlerweile lasse die Personalsituation bei der Polizei solche Streifen leider nicht mehr zu, ergänzte der Laguna-Chef. Angesichts der Problematik habe man die anderen Bäder kontaktiert und im Rahmen eines engen Austauschs Regeln aufgestellt, die für alle verbindlich sein sollen. So würden auch Ausweichbewegungen in andere Schwimmbäder vermieden werden. „Das sind jetzt erste Schritte, die wir gehen. Es kann nur besser werden“, kommentierte Matthias Wüst, Betriebsleiter Schopfheim, die Einführung. Bei der Umsetzung haben die Initiatoren auch an die Sprachbarriere gedacht: Piktogramme sollen auf den ersten Blick klarmachen, was erlaubt und was verboten ist. Ein Beispiel: Gestattet ist das Tragen eines eng anliegenden Burkinis aus Schwimmbadstoff. Andere Burkinis sind indes nicht gestattet. Das habe hygienische wie sicherheitstechnische Gründe, wie die Bademeister erklären. Andere Stoffe saugen sich nämlich voll Wasser, was für die Trägerinnen gefährlich werden könne.

Darüber hinaus sind lange, über die Knie reichende Badehosen sowie Unterwäsche verboten. Weitere Piktogramme zeigen unter anderem Hoverbords, E-Scooter, Wasserpfeifen, Bluetooth-Lautsprecher und Cannabis. Letzteres sei nach der Teillegalisierung ein ganz neues Problem.

Mit Fingerspitzengefühl

Mit Blick auf die Durchsetzung der Regeln und mögliche Zutrittsverbote erklärte Matti, dass man mit Fingerspitzengefühl agieren werde. Es gehe um Vorsicht und Rücksichtnahme. Sollten Besucher negativ auffallen, würden auch Zutrittsverbote ausgesprochen. Indes: Eine IT-Lösung, wie sie bereits in anderen Schwimmbädern zum Einsatz kommt, sei hierzulande nicht geplant. Derartige Systeme zeigen bereits am Eingang, ob ein Besucher mit einem Hausverbot belegt worden ist.

Die Initiatoren des Bäderverbunds Dreiländereck zeigen sich optimistisch, dass sich auch weitere Schwimmbäder anschließen werden. Das System werde sicher Schule machen. „Wir freuen uns über jeden Austausch“, wie der Laguna-Chef betonte.

Kurz vor der Saisoneröffnung am Samstag erklärte Klaus Schallenberger von der Betriebsleitung der Stadtwerke Lörrach im Gespräch mit unserer Zeitung, dass das Sicherheitspersonal angewiesen sei, nicht eskalierend aufzutreten, sondern in ruhiger Form auf die bestehende Badeordnung hinzuweisen.

Generell werde in der neuen Saison, die am Samstag, 18. Mai, beginnt, darauf geachtet, dass die bestehenden Regelungen strikter umgesetzt werden. „Hausverbote sollen schneller ausgesprochen werden, und wer sich nicht an ein bestehendes Hausverbot hält, dem droht dann auch eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch“, macht Schallenberger deutlich.

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