Kreis Lörrach Für eine gelingende Integration und bessere Teilhabe

Der Beschluss zur Dezentralisierung des Markus-Pflüger-Heims fiel im Juni 2014. Foto: Archiv

Kreis Lörrach - Die Dezentralisierung des Markus-Pflüger-Heims (MPH) schreitet weiter voran. Wie Reinhard Heichel, Leiter des Eigenbetriebs Heime, dieser Tage in einem Sachstandsbericht aufzeigte, soll das Angebot an ambulanter Betreuung und die Zahl der Außenwohngruppen weiter ausgebaut werden.

Ziel ist unter anderem, dass Heimbewohner verstärkt ins ambulante Umfeld wechseln können. Zukünftig sollen entsprechend den Anforderungen des Bundesteilhabegesetzes, das stufenweise umgesetzt wird, auch Menschen mit einem intensiveren Betreuungsbedarf, die in der Vergangenheit stationär betreut wurden, ambulant versorgt werden.

Den Auftakt bildete im Juni 2014 der Beschluss des Lörracher Kreistags zur Dezentralisierung des MPH, und zwar mit der Gründung von drei Unterstützungszentren am Hochrhein, im Wiesental und im Markgräflerland. Ein wichtiger Schritt dabei ist die Schaffung unterschiedlichen Wohnformen mit einer ambulanten Betreuung. Konkret geht es um Wohngemeinschaften, betreute Paar- und Einzelwohnungen und teilweise selbstverantwortete Wohngemeinschaften. Der Kreistagsbeschluss sah damals die Schaffung von 14 Plätzen in Wohnungen zur ambulanten Betreuung und zwölf Plätze in Außenwohngruppen vor.

Rheinfelden

Im März 2016 wurde in Rheinfelden eine stationäre Einrichtung der Eingliederungshilfe mit vier Wohngruppen und jeweils acht Plätzen eröffnet. Ein Jahr später folgte die Einrichtung eines Raums für die Tagesstruktur, wodurch die Bewohner nicht mehr nach Wiechs pendeln müssen. Angeboten werden unter anderem Zuverdienstmöglichkeiten, Industriearbeit, Sport und eine Kreativwerkstatt. Geplant ist, im Februar an diesem Standort eine „Junge Gruppe“ mit elf Plätzen zu eröffnen, wie Heichel berichtete.

Schopfheim

Eine weitere Ambulantisierung wurde am Schopfheimer Standort realisiert. Dort wurde im August vergangenen Jahres die Villa Bach erworben und eine Außenwohngruppe mit zehn Plätzen in der Eingliederungshilfe geschaffen. Eine weitere Außenwohngruppe mit sechs Plätzen soll bald im ehemaligen Verwalterhaus des MPH in Schopfheim-Wiechs eingerichtet werden, wie im Sozialausschuss weiter zu erfahren war.

Hausen

In Hausen ist auf dem ehemaligen Autokabel-Areal ein Pflegeheim mit 45 Plätzen für psychisch kranke Menschen vorgesehen. 15 stehen der Gemeinde zur Verfügung, zwölf Plätze sind der Tagespflege vorbehalten.

Schliengen

Am Standort Schliengen sind ebenfalls 15 Plätze der Gemeinde gewidmet, während 59 ­für psychisch kranke Menschen eingerichtet werden. Allerdings: Der Bau des neuen Pflegeheims verschiebt sich weiter nach hinten, und der Kreis muss weiter an der Kostenschraube drehen, weil das Projekt noch rund 300 000 Euro über den refinanzierbaren Kosten liegt, erklärte Heichel. Angestrebt werden Gesamtkosten von 11,5 Millionen Euro. Die Eröffnung soll im Jahr 2021 stattfinden.

Ausblick

Laut Heichel sollen in diesem und im nächsten Jahr im gesamten Landkreis weitere Außenwohngruppen realisiert werden. Und es gibt Überlegungen, Wohnungen zur ambulanten Betreuung bereitzuhalten. „Dafür spricht die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt“, sagte Heichel. Betroffene hätten aufgrund ihrer knappen finanziellen Mittel keine Chance, sich auf dem freien Wohnungsmarkt eine Wohnung zu besorgen. Gegen die Vorhaltung von Räumen durch den Kreis spreche indes das Risiko, dass der Mietvertrag durch den Kreis nicht gekündigt werden könne, sollte der Betreuungsbedarf nicht mehr bestehen.

Ambulanter Dienst

Weitere Projekte sehen die Gründung eines ambulanten Diensts der Eingliederungshilfe, die Erweiterung des ambulanten Pflegediensts und die Gründung einer ambulanten Psychiatriepflege vor. Hier wird überlegt, das Leistungsspektrum des Pflegeheims Schloss Reinweiler entsprechend zu erweitern. Notwendig sei laut Heichel auch die Weiterbildung des Personals zu Psychiatriepflegern beziehungsweise die Gewinnung solcher Mitarbeiter.

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