Kreis Lörrach Für eine nachhaltige Modernisierung

Michael Werndorff
Im Rahmen der regionalen Schulentwicklungsplanung wurden die drei GWS-Standorte Lörrach, Schopfheim und Rheinfelden gestärkt. Foto: Archiv

Kreis Lörrach - Stabile Schülerzahlen, die Vermeidung von Parallelstrukturen, die Schaffung von Kompetenzzentren und die Erhaltung aller drei Berufsschulstandorte im Landkreis Lörrach: Das war das Ziel des sogenannten Ringtausches im Rahmen der regionalen Schulentwicklung, die mittlerweile abgeschlossen ist. Jetzt hat der Kreis-Verwaltungsausschuss Bilanz gezogen.

Die Umstrukturierung, der sogenannte Ringtausch von 2016 bis 2021, sei das zentrale Element gewesen, erinnerte Martina Bleile, Fachbereichsleitung Bildung & Kultur, Sachgebietsleitung Schulträgerverwaltung im Landratsamt, im Abschlussbericht zur regionalen Schulentwicklung im Landkreis Lörrach.

Im Jahr 2017 wurde die Zusammenfassung der beiden Metalltechnikbereiche Industrie der Gewerbeschule Schopfheim und Lörrach an der GWS Lörrach abgeschlossen, um an diesem Standort mit dem Fachbereich Elektro ein entwicklungsfähiges technisches Zentrum zu bilden und Parallelstrukturen abzubauen.

Kompetenzzentren bilden

Von Rheinfelden wurde der Fachbereich Sanitär-, Heizung-, Klimatechnik sowie Metallbau an die GWS Schopfheim verlagert, um ein Kompetenzzentrum baunaher Handwerksberufe zu bilden. Der Fachbereich Fahrzeugtechnik zog zur Stabilisierung von Lörrach in die mit den nötigen Flächen ausgestattete GWS Rheinfelden um.

Neben dem großen Ringtausch wurden weitere Maßnahmen und Verbesserungen umgesetzt. Bleile erwähnte die Einrichtung eines zweijährigen Berufskollegs für Pharmazeutisch-Technische Assistenten sowie die Neuausstattung verschiedener Berufsfelder, die nicht unmittelbar Bestandteil des Konzepts waren.

Zum Projektabschluss standen noch bauliche Schlussarbeiten an. Der neue Haupteingang mit der Aula und Kiosk an der GWS Rheinfelden soll als abschließende Maßnahme voraussichtlich diesen Sommer realisiert werden.

Im Vergleich zum ursprünglichen Zeit-, Maßnahmen- und Kostenplan ergaben sich im Laufe der Umsetzung notwendige Korrekturen, wie es weiter hieß. Hinzu kam, dass vorgesehene Maßnahmen wie zum Beispiel der Bau einer Mensa am Berufsschulzentrum Lörrach wegen der schlechten Bausubstanz der GWS Lörrach in der Kürze der Zeit und aufgrund der personellen Kapazitäten des Fachbereichs Planung & Bau, und weil andere Baumaßnahmen dringender waren, gar nicht durchführbar waren.

Mehrkosten kompensiert

Der geplante Finanzrahmen betrug nach Abzug des Ansatzes für die letztlich nicht gebaute Mensa an der GWS Lörrach rund 19,5 Millionen Euro. Mehrkosten bei einzelnen Maßnahmen konnten durch Einsparungen kompensiert werden, sodass bei Abschluss des Projektes auch das Finanzziel erreicht wurde.

Die lange Zeit der Umbauarbeiten an den Gewerblichen Schulen hätten den Schulgemeinschaften sehr viel abverlangt, wie Bleile sagte. Im laufenden Schulbetrieb solch große Maßnahmen umzusetzen, sei eine große Herausforderung für alle Beteiligten gewesen.

Nur durch das konstruktive und vertrauensvolle Miteinander der Verwaltung mit den Schulleitungen sei es möglich gewesen, das gute Ergebnis zu erreichen, heißt es in der Sitzungsvorlage. Die drei Standorte hätten durch den Schulentwicklungsprozess eine nachhaltige Modernisierung erfahren und in vielen Bereichen eine hochwertige und zukunftsorientierte Ausstattung erhalten.

Nicht immer reibungslos

Landrätin Marion Dammann sprach von einem Meilenstein. „Ich bin froh, dass wir jetzt einen Schlussstrich ziehen können.“ Der Ringtausch sei ein nicht immer ganz reibungsloser Prozess gewesen, befand Paul Renz (CDU). In Gesprächen mit den Schulleitern zeigten diese sich aber zufrieden.

Von einem zukunftsweisenden Prozess sprach Karin Reichert-Moser (FW). Der Weg sei nicht einfach gewesen, für den Ringtausch habe es viel Überzeugungsarbeit gebraucht, auch bei den Innungen.

Dass der Landkreis einen Riesensprung nach vorne gemacht habe, hielt Margarete Kurfeß (Grüne) fest.

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