Kreis Lörrach Für einen besseren Nahverkehr

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Wie kann der Nahverkehr verbessert werden? Darüber tauschte sich die Aktionsgemeinschaft aus. Foto: Michael Werndorff

Eine neue Bürgerbewegung zur Verbesserung des S-Bahnverkehrs möchte den Ausbau der Angebote beschleunigen. Am Freitagmittag informierten Vertreter der Aktionsgemeinschaft aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz über ihre ersten Ideen.

Basel (rr). Grundsätzliches Anliegen ist es, nach dem trinationalen Bahnkongress Varianten zum Bahnausbau ins Gespräch zu bringen, die schnell zu realisierten sind.

Kleine Schritte

Als wichtige Information nahmen sie vom Bahnkongress die Aussagen des SBB-Vorstandsvorsitzenden Vincent Ducrot mit, der für das gesamte Herzstück in Basel eine sehr lange Bauzeit als realistisch ansieht. „Gehen Sie kleine Schritte, die weniger kostenaufwendig und auch planerisch einfacher sind,“ hatte er dort in einer Gesprächsrunde empfohlen. Die Förderer besseren Nahverkehrs in der Region sehen diese Empfehlung auch als deutlich schneller umsetzbar statt der extrem teuren Untergrundverbindung zwischen Badischem Bahnhof und dem Bahnhof SBB. Vor allem aber greifen sie mit ihren Vorschlägen weit in die Region hinein, um bereits bis 2030 spürbare Verbesserungen zu erreichen. So schlagen sie etliche neue Lösungen für den Verkehr aus dem Elsass mit der Schweiz und Deutschland vor.

In Basel soll am Morgartenring eine neue S-Bahn-Station der Elsässer Bahn entstehen, weiter nördlich sollte bei Schlierbach-Kembs ebenfalls eine weitere Station angelegt werden. Da in Huningue noch die alten Gleise liegen, könnte auch eine Wiederöffnung dieses Bahnhofes ins Auge gefasst werden.

Auf Schweizer Gebiet könnten neue Weicheneinbauten zwischen Pratteln und Muttenz sowie an der Breite in Basel die Möglichkeit durchgehender Züge aus Liestal oder Frick auf die deutschen Strecken ermöglichen.

Riehen entlasten

In Südbaden entwickelte die Gemeinschaft Pro Schiene den Vorschlag, die einstige Verbindungskurve von der Rheintalbahn zur Gartenbahn wieder zu installieren, dort könnten Bahnen zwischen dem Badischen Bahnhof und Lörrach fahren und so die dicht befahrene Strecke durch Riehen entlasten.

Selbstverständlich brachte Pro Schiene erneut die Anbindung der Kandertalbahn an die Rheintalstrecke wieder ins Gespräch. Im Raum Kandern liegt das Fahrgastpotenzial bei etwa 5000 Personen, die täglich zur Arbeit aus- und einpendeln.

Allerdings brachte die Bürgeraktion auch Vorschläge ein, die keinesfalls bis 2030 umsetzbar sind. Dazu gehört der Vorschlag, die in den 1930er Jahren abgebaute Palmrainbrücke wieder über den Rhein zu errichten, darauf könnten Züge von Weil nach St. Louis verkehren. Auch die Wiederherstellung der Wehratalbahn von Bad Säckingen nach Wehr und Schopfheim ist zwar ein guter Gedanke. Doch abgesehen vom wahrscheinlich geringen Fahrgastpotenzial stehen technische Hindernisse im Weg. Nach dem Rückbau des Bahnhofes Bad Säckingen zum zweigleisigen Haltepunkt kann dort kein drittes Gleis für die Wehratalbahn mehr angelegt werden, weil das einstige Bahngelände inzwischen überbaut wurde. Ebenso sind lange Abschnitte der alten Trasse inzwischen mit Häusern und Anlagen bebaut.

Straßennetz entlasten

Der Bürgeraktion geht es darum, Lösungen zu finden, die das Straßennetz umfangreich entlasten. Besonders im Elsass, so sagte Stefan Suter von „Klima trois frontiere“ sei angesichts der durchführenden Autobahn und des zunehmenden Flugverkehrs auf dem EuroAirport baldige Entlastung erforderlich. Für den Berufsverkehr sollte die S-Bahn auf der Relation Mulhouse – Frick in dichterem Takt fahren. Bernd Martin, Mitglied des Kreistages Lörrach, bemängelte, dass von Fachbehörden zu wenig Einblick in vorliegende Gutachten gewährt werde, um daraus neue Verkehrslösungen zu entwickeln. Nunmehr sei es dringend erforderlich, dass die Bürger lautstark ihre Forderungen zu verbessertem Nahverkehr in die Regionalpolitik einbringen.

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