Kreis Lörrach Für Führungspositionen begeistern

Der Anteil von Frauen in Führungspositionen soll größer werden. Foto: Archiv

Kreis Lörrach - Der Landkreis Lörrach hat die Chancengleichheit von Frauen und Männern in allen kommunalen Bereichen als einen der übergreifenden Leitsätze in seiner Strategie verankert und einen Chancengleichheitsplan für die Jahre 2019 bis 2025 veröffentlicht. Dieser war Thema in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschuss des Kreistags.

Zwei Drittel aller Beschäftigten der Kreisverwaltung sind weiblich und 90 Prozent von ihnen arbeiten in Teilzeit, war von Finanzdezernent Alexander Willi zu erfahren, der den Plan präsentierte. Der hohe Anteil an Frauen in der Verwaltung lasse sich aber nicht bis in die hohen Führungspositionen übertragen: Je höher die Führungsebene, desto geringer der Anteil an Frauen. Um die Unterrepräsentanzen von Frauen und Männern in bestimmten Bereichen abzubauen, haben Verwaltungsspitze und Führungskräfte Ziele und 42 konkrete Maßnahmen in einem Chancengleichheitsplan erarbeitet, der ab heute öffentlich einsehbar ist.

Im Durchschnitt

Die Verwaltung des Landkreises Lörrach liegt mit der hohen weiblichen Teilzeitquote im landkreisweiten Durchschnitt: Ende 2016 waren laut Statistischem Landesamt rund 84 Prozent aller im Kreis in Teilzeit beschäftigten Frauen.

Unterschiedlich vertreten

Die Statistik des Landratsamts zeigt: Bezüglich Position und Entgeltgruppe sind Frauen und Männer in der Verwaltung des Landkreises Lörrach unterschiedlich vertreten, wie von der Verwaltung zu erfahren ist. Der prozentuale Anteil an Frauen ist mit 97 Prozent im einfachen Dienst am höchsten und im höheren Dienst mit 55 Prozent am niedrigsten. Hingegen ist der prozentuale Anteil an Männern im höheren Dienst mit 45 Prozent am höchsten und im einfachen Dienst mit drei Prozent am niedrigsten.

Maßnahmenkatalog

Um dem entgegenzuwirken, werden die familienfreundlichen Angebote des Landratsamtes kontinuierlich ausgebaut und optimiert: Beruf, Familie und Pflege von Angehörigen sollen besser vereinbart werden können. So bietet das Landratsamt Lörrach seinen Mitarbeitenden beispielsweise Kinderbetreuungs- und Kinderferienangebote, ein Wiedereinstiegsprogramm für Personen in Elternzeit und ein Führungsnachwuchskräfteprogramm, erklärte Willi. Als neue Maßnahmen werden unter anderem Modelle betrieblicher Kinderbetreuung geprüft und der „Girls & Boys Day“ eingeführt.

Stimmen aus Fraktionen

Dass in Sachen Chancengleichheit noch viel Luft nach oben sei, befand CDU-Kreisrätin Gudrun Heute-Bluhm. Klaus Eberhardt warf den Fokus auf die Elternzeit. Mitarbeiter hätten Sorgen vor einem Karriereknick. Ängste vor Nachteilen müssten genommen werden, so ließen sich vielleicht auch mehr Männer für eine Elternteilzeit begeistern, was angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen angebracht sei, sagte der SPD-Fraktionschef. Dem schloss sich auch Margarete Kurfeß (Grüne) an. „Wir müssen den Betroffenen klarmachen, dass es zu keinem Karrierebruch kommen wird.“ Dazu brauche es auch ein gutes Arbeitsklima und geeignete Maßnahmen.

In Sachen Teilzeitarbeit von Frauen sagte Ulrich May (FW), dass es noch Zeit brauche, bis sich der Trend ändere. Gleichzeitig gebe es aber auch Frauen, die nicht die „ganz große Verantwortung in Führungspositionen“ suchen würden. Er legte große Hoffnungen in das von der Verwaltung aufgelegte Führungsnachwuchskräfteprogramm. Für Wolfgang Roth-Greiner (FDP) war klar, dass die Kreisverwaltung nicht am falschen Ende sparen dürfe.  Der Chancengleichheitsplan des Landkreises Lörrach 2019-2025 wurde für die Verwaltung des Landkreises Lörrach beschlossen und ist einsehbar unter www.loerrach-landkreis.de/chancengleich.

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