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Kreis Lörrach Für mehr Gesundheitskompetenz sorgen

Michael Werndorff
Nicht immer ist der Gang zum Arzt notwendig. Hilfe bieten bisweilen auch Gesundheitsplattformen im Internet. Foto:  

Die Verwaltung arbeitet an einem digitalen Gesundheitskompass für den Landkreis Lörrach, um die Gesundheitskompetenz der Bürger zu stärken. Ziel ist es auch, die angespannte medizinische Gesamtlage zu entschärfen.

Was tun, wenn das Kind Fieber und Bauchschmerzen hat? Hausmittel anwenden oder doch direkt zum Arzt? Handelt es sich vielleicht um einen Notfall? Um die Gesundheitskompetenz der Bürger steht es nicht gut, wie am Mittwoch im Verwaltungsausschuss deutlich wurde. 60 Prozent der Menschen verfügten über eine geringe Kompetenz in gesundheitlichen Fragen. Hinzu komme eine angespannte medizinische Versorgungssituation im Landkreis, wie es weiter hieß. Derzeit sind 27 Hausarztsitze unbesetzt, und der Zugang zur Gesundheitsversorgung ist laut Verwaltung vor allem in ländlichen Regionen erschwert. Die weitere Entwicklung sei alarmierend.

Gegensteuern will die Verwaltung mit der Realisierung eines Digitalen Gesundheitsatlasses, den Projektleiterin Isabell Dörflinger vorstellte. Das Ziel: Durch die Wissensvermittlung sollen Bürger befähigt werden, gesundheitliche und soziale Entscheidungen eigenständig zu treffen. Das soll auch zu einer Entlastung der angespannten medizinischen Lage im Landkreis führen.

Die Lösungsidee liegt in einer ortsunabhängigen, frei zugänglichen und kostenlosen digitalen Anlaufstelle für alle Bürger und Akteure im Landkreis, wie Dörflinger berichtete. Das Angebot soll Gesundheitsinformationen und medizinische Angebote sowie Dienstleistungen niederschwellig bereitstellen.

Konkret: Auf der Plattform sollen Bürger unter anderem Infos zu sozialen Einrichtungen und Diensten, innovativen Versorgungslösungen sowie regionalen Gesundheitsangeboten finden. Vorgesehen ist auch eine umfassende Suchfunktion, eine Arzt- und Apothekensuche, eine Versorgungslandkarte und eine Stellenbörse im Gesundheitswesen. Weiter zielt die Verwaltung darauf ab, die Plattform laufend zu erweitern und mit weiteren Angeboten zu vernetzen – zum Beispiel mit den Kreiskliniken, Pflegediensten, Haus- und Fachärzten, dem Hebammennetzwerk, Telemedizin und der Kassenärztlichen Vereinigung. So wurde die Vision entwickelt, die schnittstellenreichen Themen „Gesundheit“ und „Soziales“ zu verbinden. Bereits bestehende soziale Angebote des Landkreises wie der Sozialatlas (in erneuerter Version) und der „digitale Dienst seelischer Gesundheit“ sollen in ein gemeinsames Gesamtkonstrukt „Gesundheits- und Sozialkompass Landkreis Lörrach“ integriert werden. An den Start gehen soll das Angebot Anfang nächsten Jahres. Die Kosten für das Portal belaufen sich 2025 auf rund 113 000 Euro. Die Empfehlung an den Kreistag erfolgte einstimmig.

Landrätin Marion Dammann betrachtete das Angebot als einen Baustein der künftigen Gesundheitsversorgung im Landkreis Lörrach. Dass man diesen Weg einschlagen müsse, betonte auch Willibald Kerscher (FW). Derweil sah Tobias Benz (CDU) den Bund in der Pflicht. Von Bund und Land werde aber nichts kommen, so Kerscher. Wie wichtig es sei, das Portal mit anderen Angeboten zu vernetzen, betonte Marion Caspers-Merk (SPD). Sie sprach sich gegen eine Insellösung und für ein nachhaltiges Angebot aus. Dass dieses auch barrierefrei sein müsse, befand Gabriele Weber (SPD) und Fraktionschef Klaus Eberhardt sprach sich dafür aus, weitere Finanzierungspartner mit ins Boot zu holen. Und für eine Erfolgskontrolle sprach sich Wolfgang Fuhl (AfD) aus.

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