Kreis Lörrach Für mehr Sicherheit auf den Straßen

Zum Konzept der Geschwindigkeitsüberwachung gehören auch mobile Blitzer. Foto: Archiv

Kreis Lörrach - Rund eine Million Fahrzeuge sind seit 10. Januar an den neuen stationären Blitzern im Kreis Lörrach vorbeigefahren. 11 000 Bußgelder wurden wegen zu hoher Geschwindigkeit verhängt, wie Doris Munzig, Fachbereichsleiterin Verkehr im Lörracher Landratsamt, dieser Tage im Umweltausschuss des Kreistags bilanzierte.

Die Anzahl der Bußgelder zeige, wie wichtig die Installation der Anlagen für die Verkehrssicherheit sei, kommentierte Munzig die Zahlen. Zugleich sei die Bilanz insoweit bemerkenswert, als die Öffentlichkeit über die Standorte und deren Inbetriebnahme mehrmals informiert wurde und das Medieninteresse hoch war, hieß es weiter.

Die bisher höchsten Überschreitungen wurden an der B 317 gemessen. Hier wurden Autofahrer im Bereich der Abzweigung Schopfheim bei erlaubten 70 Kilometer pro Stunde mit 138 gemessen und in der ortsnahen Lage in Steinen-Höllstein bei erlaubten 50 km/h mit 125. Der Großteil der Fahrer halte sich aber an die Geschwindigkeitsbegrenzung, sagte Munzig.

Raser auf B 317

Von den geplanten neun Messstellen konnten zunächst nur acht installiert werden (siehe Infokasten). Die Stadt Todtnau hatte der Nutzung des vorgesehenen Standorts an der L 126 in Aftersteg widersprochen. Konkret ging es um die Überwachung einer Tempo-30-Zone. Derzeit suche man gemeinsam mit der Polizei nach einem anderen Standort, berichtete Munzig.

Verzögerung beim Bau

Zudem verzögerte sich der Bau aufgrund der Auslastung der Tiefbaufirmen. Und während des Jahreswechsels wurde das Fundament am Standort an der B 34 in Grenzach-Wyhlen durch Unbekannte beschädigt, was die Inbetriebnahme verzögerte. Der Beschaffungsaufwand belief sich insgesamt auf 360 000 Euro, hinzu kamen Kosten für Tiefbau und Stromanschlüsse von 85 000 Euro, sodass mit 445 000 Euro der Haushaltsansatz eingehalten werden konnte.

Die eingeführte Parallelstruktur von flexiblen mobilen Messstellen einerseits und stationären Messanlagen andererseits, deren Standorte über die Jahre auch verändert werden können, bewertete Munzig als gut funktionierend.

Mobile Kontrollen

Der Motorradverkehr lässt sich durch die Blitzer indes nicht erfassen, weil zur Bußgeldverhängung das Gesicht des Fahrers zweifelsfrei erkennbar sein muss. Wegen zu hoher Kosten und der schwierigen Fahrerfeststellung hat sich der Kreistag in der Vergangenheit gegen eine entsprechende Nachrüstung der Messplätze ausgesprochen (wir berichteten). Der Kreis setzt indes gemeinsam mit der Polizei auf mobile Kontrollen, bei denen der Fahrer direkt festgestellt werden kann, erklärte Munzig. Schwerpunktaktionen sollen je nach personeller Verfügbarkeit der Polizei auch in diesem Jahr erneut durchgeführt werden.

Meinungen

Wie bereits in vergangenen Runden des Gremiums sprach sich Bernhard Escher (CDU) gegen stationäre Blitzer aus und beglückwünschte Todtnau für das Nein zum Standort. Indes setzt Escher auf mobile Kontrollen, wie er betonte. Bei der großen Mehrheit handele es sich zudem nur um geringfügige Geschwindigkeitsübertretungen.

Und Fraktionskollege Bruno Schmidt meinte, dass die im Zuge der Aufstellung verlängerte Tempo-70-Zone in Schopfheim vermehrt für Staus sorge. Dem widersprach Erster Landesbeamter Ulrich Hoehler. Zudem erklärte dieser auf Nachfrage, dass die Messsäulen die Daten aller vorbeifahrenden Autofahrer keineswegs sammele. „Der Blitzer löst nur dann aus, wenn ein Autofahrer zu schnell fährt.“

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