Kreis Lörrach Für Verbesserungen starkmachen

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Angebote im Bereich der ambulanten, der Kurzzeit- und Tagespflege können eine dauernde stationäre Unterbringung hinauszögern, wie Vertreter der Liga der Wohlfahrtsverbände im Gespräch mit der CDU-Kreistagsfraktion erklären. Foto: pixabay

Kreis Lörrach (ra). In ihrer jüngsten Sitzung hat sich die CDU-Kreistagsfraktion zu einem Informationsaustausch mit Vertretern der Liga der Wohlfahrtsverbände getroffen.

Dankbar vermerkten Karin Racke von der Diakonie und Rolf Steinegger vom Caritasverband Hochrhein, dass es dieses Jahr seitens des Landkreises keine finanziellen Kürzungen gab. Diese ließen sich auch nur schwer verkraften – denn die Leistungsanforderungen angesichts des demografischen Wandels und der derzeitigen gesellschaftlichen Umbrüche stiegen ständig, wie die CDU mitteilt.

Ambulante Angebote sollen entlasten

Vor allem eine genügende Anzahl von Angeboten im Bereich der ambulanten, der Kurzzeit- und Tagespflege, die Angehörige entlasten und eine dauernde stationäre Unterbringung von Patienten zeitlich hinauszögern könnten, fehle. Dies, obwohl derartige Einrichtungen Pflegekassen und Sozialaufwendungen spürbar entlasten würden. Die Liga-Vertreter und die CDU-Kreisräte waren sich einig, dass zusätzliche Kurzzeitpflegeplätze dringend gebraucht würden.

Große Probleme bereitet nach wie vor der Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal. In diesem Zusammenhang wurde auch der aus Sicht einiger Sitzungsteilnehmer überdimensionierte dokumentarische Aufwand für Pflegekräfte beanstandet, der diese von ihren eigentlichen Aufgaben abhalte. Ähnliches treffe auch auf Vorgaben zum Bundesteilhabegesetz zu, die in Teilen übers Ziel hinausschössen. Wichtig sei, dass die mit dem Gesetz beabsichtigten Verbesserungen auch bei den Patienten ankämen. Schließlich wurden auch einzelne Passagen der Landesheimbauverordnung kritisch bewertet, deren Umsetzung vielerorts höhere Pflegekosten verursache und für viele Patienten ein Abrutschen in den Sozialleistungsbereich bedeute.

Suchtkranke ziehen sich zurück

Sorgen bereitet den Betreuern auch die Tatsache, dass coronabedingt sich viele Suchtkranke aus der Beratungskette zurückgezogen haben, nicht mehr erreichbar sind. Am Suchtkonsum, nun verdeckt, habe sich dabei jedoch nichts geändert. Auch die Zahl der psychisch Kranken hat in dieser Zeit zugenommen. Weil das personelle Angebot nicht ausreiche, werde es immer schwieriger, Patienten in betreuten Wohngemeinschaften unterzubringen. Und schließlich verzeichne auch die Schuldnerberatung neuen Zulauf, der häufig nicht gedeckt werden könne. Die augenblicklich schwierige wirtschaftliche Situation mit ständig steigenden Preisen gebe für die nächste Zeit Anlass zu ernsten Befürchtungen, heißt es weiter.

Mit viel Fingerspitzengefühl vorgehen

Erste Erfahrungen im Zusammenhang mit der Integration aus der Ukraine geflüchteter Menschen lässt, so die Vertreter der Liga, gewisse Schwierigkeiten erwarten, wenn ukrainische Kinder in Kitas und Kindergärten gegenüber deutschen Kindern bevorzugt behandelt würden. Hier müsse mit viel Fingerspitzengefühl und Sensibilität für beide Seiten vorgegangen werden.

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