Kreis Lörrach Gegen das Schubladendenken

Wo fügen sich die jungen Arbeitnehmer in das Unternehmen ein? Mittendrin, meinte die Referentin Stefanie Aufleger. Foto: boz

Kreis Lörrach - Was bewegt die Generation Y und wie lässt sie sich am besten von Unternehmen anwerben und langfristig binden. Dieser Frage ist die PR-Beraterin Stefanie Aufleger in einem Impulsvortrag im Sparkassenforum nachgegangen. Der Anlass war von der Initiative „Generationenfreundlicher Landkreis Lörrach“ organisiert worden, einem Bündnis von Unternehmen zur Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege.

Die „Millennials“ sollen anspruchsvoll, illoyal und allzu freizeitversessen sein. Die älteren „Baby-Boomer“ hätten keine Ahnung von Technologie, sind unflexibel, und die Digitaliserung sei für sie ein Fremdwort.

Klischees gibt es viele, wenn man über die junge Generation von Arbeitnehmern und die ältere der Arbeitgeber spricht.

Die Journalistin und Unternehmensberaterin kennt diese Bilder in den Köpfen der Menschen im Beruf. Bei ihren Beratungskursen versucht sie, dieses Schubladendenken aufzubrechen und nach integrativen Lösungen zu suchen, die das Miteinander auf der Arbeit zu einem Erfolgsfaktor machen.

Dabei gehe es nicht um voreingenommene Meinungen, sondern vielmehr um ein Verständnis, was den Anderen bewege und motivere, stellte Aufleger klar.

Junge Menschen treibe in Zeiten der Klimakrise eine Zukunftsangst um, wie Aufleger aus Gesprächen erfährt. „Auch der teure Wohnraum und die steigenden Lebenshaltungskosten besorgen die jungen Menschen“, erwähnte die Referentin.

Zudem gerieten die Jungen in eine Konsumfalle. „Alles ist mit einem Mausklick verfügbar und kann nach Hause bestellt werden. Man hat ein Gefühl des unbegrenzten Wohlstands.“

Ein Trugbild der Realität durch Soziale Medien

Dazu kämen das Lifestyle- Marketing auf Facebook und Instagram, wo stets die schönen Seiten des Lebens zur Schau gestellt würden. Ein Trugbild der Realität entstünde. „Man zieht schnell falsche Vergleiche. Und die führen oft zu einer großen Unzufriedenheit oder gar Depressionen.“

Zudem mangele es der Generation Y in der Famile oder in der Politik an Vorbildern.

Aus ihrer Erfahrung weiß Aufleger, dass sich die jungen Menschen in den Firmen oftmals von starren Strukturen hoffnungslos eingeengt fühlten. Erst wenn das Gefühl der Perspektivlosigkeit von den Unternehmen erkannt werde und man sich als eine lebendige Einheit verstehe, könne Motivation in den Teams entstehen.

Aufleger nahm sich ein Beispiel an der Natur und sprach von der Schwarmintelligenz. „Wie schaffen es Vögel, eine Gefahr durch einen Angriff abzuwehren? Der bedrohte Vogel im Schwarm gibt die Richtung an, und die anderen folgen ihm instinktiv, denn er hat in diesem Moment die Führungskompetenz.“ Auf das Unternehmen übertragen bedeute dies, dass man auf die Kompetenz der einzelnen Mitarbeiter bauen solle sowie auf deren spezifisches Wissen in der jeweiligen Krise. „Jeder, gerade die Jungen, wollen sich mit dem Unternehmen identifizieren können.

Diese Chance müsse man ihnen geben, und Klischeebilder solle man aus der Gedankenwelt verbannen“, hob Aufleger hervor.

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