Kreis Lörrach Gleiskapazitäten reichen nicht aus

 Foto: Michael Werndorff

Kreis Lörrach - Die Regio-S-Bahn im Landkreis Lörrach soll weiter ausgebaut werden. Geprüft werden eine Taktverdichtungen, neue Haltepunkte und eine Verlängerung der S 5 bis Schopfheim. In der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses hat Erster Landesbeamter Ulrich Hoehler den Sachstand präsentiert und angekündigt, dass sich der heimische Kreis mit 18 900 Euro an einer Fahrplanstudie beteiligt.

Bei der Prüfung der Taktverdichtung und der Einrichtung neuer Haltepunkte genießt der neue Halt Zentralklinikum höchste Priorität, berichtete Hoehler. Die neuen Stationen Maulburg-West und Lörrach Zollweg wurden im Rahmen der „Knotenprüfung Basel Badischer Bahnhof“ indes nachgeordnet betrachtet. Was den Halt am geplanten Zentralklinikum betrifft, das im Jahr 2025 seinen Dienst im Lörracher Entenbad aufnehmen soll, wurde neben der genannten Taktverdichtung der aktuelle Fahrplan sowie ein 15 beziehungsweise 10/20 Minuten-Takt zwischen Basel Badischer Bahnhof und Lörrach Hauptbahnhof untersucht.

Über Landesstandard

Auf Anregung des baden-württembergischen Verkehrsministeriums, das Besteller des Schienenpersonennahverkehrs auf der Garten- und Wiesentalbahn ist, wurden die drei Haltepunkte samt Taktverdichtung auch unter gleichzeitiger Verlängerung der S 5 bis Schopfheim und Bedienung aller Unterwegshalte betrachtet. Die Ergebnisse des Betriebskonzepts liegen mittlerweile vor und zeigen auf, dass, während der Badische Bahnhof ausreichend Kapazität für eine Taktverdichtung aufweist, sowohl für die Einrichtung eines einzigen neuen Haltepunkts als auch für eine Taktverdichtung die Gleiskapazitäten der Wiesentalbahn nicht ausreichen. „Erforderlich werden jeweils Infrastrukturmaßnahmen verschiedenen Umfangs“, machte Hoehler deutlich. Damit werde der Ausbau der Wiesentalbahn teurer.

Der Erste Landesbeamte merkte auch an, dass das Land derzeit allenfalls nur eine Taktverdichtung zwischen Badischem Bahnhof und Lörrach vorsieht. Ein dichterer Takt darüber hinaus läge über dem Landesstandard. Für eine Finanzierung des zusätzlichen Verkehrs seitens des Landkreises gebe es jedenfalls keine Grundlage, hieß es weiter.

Ergebnisse im Sommer

Die Ergebnisse der Fahrplanstudie, an der sich der Landkreis mit etwa 18 900 Euro beteiligt, sollen im Sommer vorliegen. Dann soll eine weitere Variantenauswahl stattfinden, für welche je nach Bedarf eine Eisenbahnbetriebswissenschaftliche Untersuchung beauftragt wird, mit der belastbare Aussagen über die Stabilität des Fahrplans gemacht werden können.

Meinungen

Der Bau des neuen Halts Zentralklinikum stehe ganz oben auf der Agenda, war von CDU-Kreisrat Wolfgang Deschler zu hören: „Andernfalls kommt es zu einem Verkehrschaos auf der B 317 und in Lörrach.“ Karl Argast (SPD) merkte an, dass eine Taktverdichtung insgesamt zu längeren Schrankenschließzeiten führen wird. Steinen und Höllstein seien bereits jetzt getrennte Orte, ergänzte Willibald Kerscher (FW). „Die Schließzeiten in Steinen sind exorbitant.“ Dass es dort keine Ausweichmöglichkeiten gebe, befand auch Herbert Baier (SPD). In Lörrach sei das Problem indes nicht gegeben, verwies er auf die vier unbeschrankten Übergänge. Und Peter Schalajda (Grüne) wollte wissen, wo genau man bauen müsse.

Letzteres werde die Studie konkretisieren, antwortete Hoehler, der in der Diskussion um die Schrankenschließzeiten versuchte, die Wogen zu glätten. Es sei derzeit nicht der richtige Zeitpunkt, das Thema anzugehen. Zunächst einmal müssten die Verkehrsabsichten auf dem Gleis festgestellt werden, dann erst könne man die Schließzeiten näher betrachten.

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