Kreis Lörrach „Grauer Lappen“ ist bald Geschichte

Seit 2013 013 werden in Deutschland nur noch die Führerscheine nach EU-Muster ausgegeben (Archivfoto). Foto: Die Oberbadische

Regio - Die Europäische Gemeinschaft (EU) erleichtert uns allen das Reisen zu unseren Nachbarn. Fehlende Grenzkontrollen und eine einheitliche Währung in vielen europäischen Ländern sind längst zur Gewohnheit geworden. Mitunter mutet die EU uns aber auch Unannehmlichkeiten zu. So etwa beim einheitlichen Europäischen Führerschein.

Das Aussehen von Führerscheinen hat sich in Deutschland mehrmals geändert. In der Bundesrepublik vom „grauen Lappen“ über den bereits kleineren rosa Führerschein seit 1986 bis hin zu scheckkartengroßen Plastik-Führerscheinen. Hinzu kamen nach der Wende die DDR-Führerscheine, die ebenfalls ihre Gültigkeit behielten.

Ab dem 19. Januar 2013 werden in Deutschland nur noch die Führerscheine nach EU-Muster ausgegeben. Diese enthalten bereits die europaeinheitlichen Fahrzeugklassen. Das erleichtert den Ordnungskräften in ganz Europa entscheidend die Kontrolle.

Die EU hat mit der „Dritten EU-Führerscheinrichtlinie“ aus dem Jahr 2015 die Mitgliedsstaaten verpflichtet, bis zum Jahr 2033 alle älteren, nationalen Führerscheine gegen die einheitlichen Dokumente umzutauschen. Der Deutsche Bundesrat hat im Februar 2019 einen Stufenfahrplan erlassen. Danach wird höchst kompliziert festgelegt, wer bis wann einen neuen Führerschein besitzen muss.

Die Uhr tickt

Grundsätzlich wird die Bevölkerung in zwei Gruppen eingeteilt. Bei allen, deren Führerschein vor dem Jahr 1999 ausgestellt wurde, richtet sich die Umtauschfrist ausschließlich nach dem Geburtsjahr. Vielleicht am besten sind die Bürger dran, die vor 1953 geboren wurden. Denn die müssen ihren Führerschein spätesten bis Januar 2033 umtauschen. Für manchen dieser Bürger wird die Umtauschpflicht sicher ganz entfallen.

Menschen, die zwischen 1953 und 1958 geboren sind, müssen bis Januar 2022 eine neue Fahrerlaubnis haben. Angesichts einer längeren Bearbeitungszeit empfiehlt es sich, schon bald den Antrag zu stellen.

Weiter geht es immer in Sechsjahresschritten. Für die Jahrgänge 1959 bis 1964 ist der Stichtag Januar 2023. Für 1964 bis 1970 Geborene der Januar 2024. Und für die Jahrgänge 1971 oder später lautet der Stichtag Januar 2025. Danach greift das Datum des Führerschein-Erwerbs. Hier sind zunächst drei Jahrgänge des Ausstellungsdatums zusammengefasst. Es beginnt mit den Jahren 1999 bis 2001, deren Umtauschfrist im Januar 2026 endet. Für die Jahre 2002 bis 2004 ist das im Januar 2027. Für 2005 bis 2007 dann Januar 2028.

Hiernach ist jedem Jahr des Erwerbs ein eigenes Umtauschdatum zugeordnet. Für 2008 lautet es Januar 2029. So geht es weiter bis zum Jahr des Erwerbs 2012. Diese müssen dann bis zum Januar 2033 getauscht werden.

Kleines Trostpflaster

Grundsätzlich gibt es einen Bestandsschutz. Die Kraftfahrzeuge, die man mit dem alten Führerschein führen durfte, werden auch in die neue Fahrerlaubnis eingetragen. Die Ausnahme von der Regel bilden der Traktor und landwirtschaftliche Maschinen, für die man einen Tätigkeitsnachweis benötigt.

Der neue EU-Führerschein ist nur noch 15 Jahre gültig und muss danach erneuert werden. Wer die Umtauschfrist verpasst hat, wird übrigens nicht wegen „Fahren ohne Fahrerlaubnis“ bestraft. Das Nicht-Mitführen eines Führerscheins ist lediglich eine Ordnungswidrigkeit und kostet derzeit zehn Euro Verwarngeld.

Zuständig für den Antrag auf Umtausch von Bürgern aus dem Landkreis ist das Landratsamt Lörrach, Führerscheinstelle. In einigen Gemeinden des Landkreises kann der Antrag auch beim Bürgermeisteramt gestellt werden. Die Gebühr beträgt 25,30 Euro. Benötigt werden der Personalausweis oder Reisepass, ein biometrisches Passfoto und der nationale Führerschein.

Wenn die Fahrerlaubnis in einer Stadt oder einem Kreis außerhalb des Kreises Lörrach erworben wurde, muss man von dieser Stelle eine so genannte „Karteikartenabschrift“ anfordern. Dies geht oft online oder telefonisch und ist kostenlos.

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