Kreis Lörrach AfD verdoppelt Zahl ihrer Mandate

Michael Werndorff
Stühlerücken im Kreistag: CDU und AfD legen bei der Kreistagswahl kräftig zu. Foto: Christoph Reichman:

Die AfD zieht mit acht Sitzen in den Kreistag ein, die CDU gewinnt drei Sitze hinzu. Die Freien Wähler landen auf Platz 2 mit 14 Mandaten. Die Grünen lassen Federn, SPD, FDP und Linke verteidigen ihre Sitze – auch dank Ausgleichsmandaten.

Es gibt klare Gewinner und Verlierer bei der Kreistagswahl 2024: Zu Letzteren zählen die Grünen, aber auch die SPD um Fraktionschef Klaus Eberhardt muss Stimmenanteile abgeben – verteidigt aber ihre elf Mandate. Zu den Gewinnern können sich AfD und CDU zählen. Die FDP erhält 6,3 Prozent der Stimmen, verliert wenige Punkte, behält aber ihr Ausgleichsmandat. Laut des vorläufigen Endergebnisses kommen die Liberalen auf vier Sitze.

Die Grünen, die bei der Europawahl abgestraft wurden, müssen auch auf Kreisebene Federn lassen: So verbucht die Ökopartei 16,4 Prozent nach 20,7 Prozent vor fünf Jahren, als die Partei um Fraktionschefin Margarete Kurfeß als klare Siegerin aus dem Urnengang hervorging. Die Fraktion stellte zuletzt elf Kreisräte, jetzt hat sie ein Mandat verloren.

So hat unter anderem der Rheinfelder Grünen-Kreisrat Heinrich Lohmann den Einzug verpasst, der mit der Grünen Alternative Rheinfelden (GAR) ins Rennen gezogen war. Derweil hat der ehemalige Grünen-Bundestagsabgeordnete Gerhard Zickenheiner den Einzug in das nunmehr 67-köpfige Gremium geschafft.

Ihre Mandatszahl verdoppelt hat die Alternative für Deutschland: Bei der letzten Wahl zog die AfD in Fraktionsgröße mit vier Mandaten in den Kreistag ein. Ihr Anteil am Gesamtergebnis betrug damals 6,5 Prozent. Dem allgemeinen Trend folgend kommt die Partei jetzt auf 11,8 Prozent und erhält acht Sitze, davon vier Ausgleichssitze. Neu in der Fraktion sind Michael Blos, Andrea Ufer, Elena Speranza-Zhang, Hansjörg Wöhrle sowie Ingo Kohler. Wiedergewählt sind der bisherige Fraktionschef Wolfgang Fuhl und Beate Singer. Zu den Gewinnern zählt auch die CDU: 27,0 Prozent beziehungsweise 19 Sitze verbucht die Partei um Fraktionschef Christian Renkert, der 4482 Stimmen auf sich vereinte.

Gudrun Heute-Bluhm, Lörrachs ehemalige Oberbürgermeisterin, ist mit 12 985 Voten auch bei dieser Wahl Stimmenkönigin gefolgt von Diana Stöcker mit 9570 Stimmen. Die Partei, die bereits bei der Europawahl ihre Rolle als stärkste politische Kraft bestätigen konnte, erhält drei Ausgleichssitze.

Derweil kommt die SPD auf 16,3 Prozent und behält ihre elf Mandate. Ins Gremium ziehen unter anderem wieder Fraktionschef Klaus Eberhardt, Hannelore Nuß, Gabriele Weber und Marion Caspers-Merk, die ehemalige Drogenbeauftragte der Bundesregierung und parlamentarische Staatssekretärin, ein.

Die Freien Wähler, die bis vor fünf Jahren noch in Fraktionsgemeinschaft mit den Unabhängigen im Kreistag saßen, bleiben stabil bei 19,8 Prozent, gewinnen ein Mandat hinzu und kommen nun auf 14 Sitze – davon zwei Ausgleichssitze. Nach der CDU landen sie auf dem zweiten Platz vor den Grünen, die als einzige Partei im Kreistag ein Mandat verliert.

Prozentual gesehen muss sich die SPD mit Platz vier zufrieden geben (16,3 Prozent), verteidigt aber ohne Ausgleichssitze ihre elf Mandate. Die FDP ist mit drei regulären und einem Ausgleichssitz wieder in Fraktionsstärke im Kreistag vertreten. Bei der letzten Wahl hatte die Partei von Christian Lindner noch zwei Prozentpunkte hinzugewonnen, diesmal haben die Liberalen wenige Prozentpunkte einbüßen müssen. Angelika Schwehr, Udo Schwehr, Kevin Brändlin und Carolin Holzmüller machten für die FDP das Rennen. Für die Linke zieht Peter Elsen dank eines Ausgleichssitzes in den neuen Kreistag ein.

So sieht die neue Sitzverteilung im Kreistag aus: CDU: 19 Sitze, Freie Wähler: 14 Sitze, SPD: 11 Sitze, Grüne: 10 Sitze, FDP: 4 Sitze, AfD 8 Sitze. Die Wahlbeteiligung liegt bei 58,08 Prozent und ist damit leicht höher als 2019 mit 55,7 Prozent. Landrätin Marion Dammann erklärte, dass trotz der Verluste der Grünen und der Zugewinnen der AfD sichtbar werde, dass die Wahl in den Kreistag sich an Persönlichkeiten orientiere.

Und weiter: „Der Kreistag bleibt insgesamt ein Gremium der politischen Mitte, das es braucht, um die großen gesellschaftlichen Themen auf Kreisebene erfolgreich voranzubringen: von den Herausforderungen der Demografie und Digitalisierung, einer nachhaltigen Mobilität bis hin zu Fragen der medizinischen Versorgung.“

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