Kreis Lörrach Handwerker für die Schlüsselbranche der Region

Die Metallbau-Branche stellt sich vor. Foto: Archiv

Kreis Lörrach. Die Innung Metallbau und Feinwerktechnik Lörrach feiert am Samstag, 16. Oktober, ihr 100-jähriges Bestehen. Eine Erfolgsgeschichte, denn die Betriebe der Innung haben am wirtschaftlichen Aufbau und dem damit verbundenen Wohlstand der Region Südbaden im Dreiländereck ein wesentliches Kapitel mitgeschrieben, heißt es in einer Mitteilung der Innung.

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Am Jubiläumstag werden die Besucher zwischen 10 und 14 Uhr an der Schopfheimer Gewerbeakademie einen Einblick in die Geschichte, aber vor allem Gegenwart und Zukunft des anspruchsvollen Handwerks bekommen, heißt es. Abends feiert die Innung mit einem Festakt im Kutschen-Museum des Gasthofs Krone in Wiechs ihren Jubeltag.

„Wir können mit Fug und Recht sagen, dass unser Handwerk das Herzstück der industriellen und wirtschaftlichen Entwicklung hier im Dreiländereck darstellt“, wird Michael Kern, Mitglied im Vorstand der Innung und geschäftsführender Inhaber der Maulburger Weisser- Bärwinkel GmbH, zitiert. Denn aus den metallverarbeitenden historischen Berufen wie Schmied und Schlosser wurde einst Personal für die Firmen rekrutiert, die heute noch als Rückgrat der deutschen Wirtschaft gelten würden – die Maschinenbau- und Metallbau-Unternehmen.

Das sei so geblieben. Denn die klassischen Handwerksbetriebe wie Schlossereien oder feinwerkmechanische Werkstätten hätten sich zu teilweise hoch spezialisierten Dienstleistern entwickelt, die in vielen Tätigkeitsbereichen einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung beitragen und vor allem attraktive Arbeitsplätze bieten würden, so Kern weiter. „Nicht zuletzt sind diese Betriebe für viele Menschen ein wichtiger und unentbehrlicher Partner, was mit Blick auf die Handwerker immer wieder vergessen wird – weil sie den Alltag ermöglichen. Sei es, weil ein Balkongeländer oder eine Schließanlage montiert werden muss oder eine hier gebaute Abkantpresse dafür sorgt, dass Bleche fürs Garagendach zur Verfügung stehen“, stellt Kern die Bedeutung des metallverarbeitenden Handwerks heraus.

Geschichte der Innung

Die Geschichte der Innung zeichnet die Entwicklung der Berufe und die sich daraus ergebenden Branchen ziemlich gut nach. 1921 wurde die Schmiede-Innung gegründet, im Jahr 1954 dann die Mechaniker-Innung. 1975 folgte die Schlosser- und Maschinenbauer-Innung. Schon ein Jahr später folgten die Verantwortlichen der wirtschaftlichen Entwicklung und fusionierten die Schlosser, Schmiede- und Metallbau-Innung. Entsprechend der Nachfrage entwickelten sich in der Region immer mehr Betriebe mit feinwerkmechanischer Ausrichtung. 1991 wurde folgerichtig die Feinwerkmechaniker-Innung gegründet. Und auch hier blickte man schon zwei Jahre später weit in die Zukunft, und so fusionierten die Schlosser, Schmiede und Maschinenbauer mit den Feinwerktechnikern zur heutigen Innung für Metallbau und Feinwerktechnik.

Nachwuchs gewinnen

„Ich bin sicher, dass unsere Funktion in der Herzkammer der deutschen Industrie nicht nur historisch ist, sondern vor allem auch in die Zukunft weist“, wird Kern weiter zitiert. „Denn die Herausforderungen der Zukunft werden wir vor allem mit technischer Innovation meistern. Diese Innovation ist zwar digital getrieben, wird aber ganz konkret mit Maschinen – deren künftige Beschaffenheit wir uns heute noch gar nicht vorstellen können – umgesetzt werden. Übrigens wird es außerdem Tätigkeiten geben – da bin ich jetzt mal in der Prognose ganz mutig, die auch in hundert Jahren noch von Menschen und deren Händen ausgeführt werden müssen. Dazu brauchen wir engagierte und geschickte junge Frauen und Männer, die ihre Intelligenz und ihr handwerkliches Talent, aber auch ihren Tatendrang und Mut einbringen.“

Daher sei die Rekrutierung von Nachwuchs unter anderem ein wesentliches Ziel der Jubiläumsveranstaltung. Öffentlichkeit und Bürger und dabei vor allem junge Menschen und deren Eltern sollen für Berufsbilder begeistert werden, die in der öffentlichen Wahrnehmung nicht immer im Fokus stehen.

„Die Entwicklungsmöglichkeiten in unserer Branche sind enorm und eröffnen den hier arbeitenden Menschen vielfältigste Perspektiven – und last but not least vielleicht eines Tages auch die Chance, selbst als Unternehmer ihr Leben gestalten zu können“, brechen die Verantwortlichen der Innung in der Mitteilung zum Jubiläum auch eine Lanze für den politisch oft geforderten Unternehmergeist.

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