Kreis Lörrach Helfer gerecht für Arbeit entlohnen

Viele ungelernte Helfer unterstützen die Landwirte derzeit bei der Feldarbeit. Foto: Archiv

Kreis Lörrach - Landwirte in der Region brauchen Unterstützung auf den Feldern. Es gilt Solidarität zu zeigen. Die Bauern sollten die Helfer aber auch fair bezahlen und dafür sorgen, dass der Infektionsschutz eingehalten werde, fordert die Agrar-Gewerkschaft IG BAU in einer Mitteilung.

Saisonkräfte aus Rumänien oder Bulgarien dürfen wegen der Corona-Pandemie nur bedingt einreisen – zu wenige, um eine reibungslose Ernte zu garantieren. Wer aus dem Landkreis Lörrach zupacken könne, sollte das jetzt tun. „Es ist die Chance, nebenbei Geld zu verdienen und die Zeit sinnvoll zu einzusetzen. Spargel, Spinat, Porree: das April-Gemüse wartet nicht“, wird Lukas Oßwald, Vorsitzender der IG BAU Südbaden, zitiert.

Allerdings dürfe das nicht zu jedem Preis geschehen, warnt die Agrar-Gewerkschaft: „Wer Schüler, Studenten oder Flüchtlinge für die Arbeit auf dem Feld anheuert, der muss sie auch fair bezahlen“, verlangt Oßwald.

Auch in der Landwirtschaft gelte der gesetzliche Mindestlohn. Zusätzlich fordert er für Saisonarbeiter wie für die Stammbelegschaften in Agrarbetrieben eine Erschwerniszulage. „Immerhin setzen sich die Beschäftigten in der Phase der Corona-Pandemie bei ihrer Arbeit auch einem gewissen gesundheitlichen Risiko aus.“

Landwirte in der Region sollten eingearbeitete Saisonkräfte daher „mit einem Lohn nicht unter elf Euro pro Stunde vom Feld gehen lassen.“ Die aktuelle Situation dürfe nicht dazu führen, dass Menschen bei der Erntearbeit auf den Feldern über den Tisch gezogen würden, sagt Oßwald.

Neben der Bezahlung sei aber auch die Hygiene bei der Arbeit auf den Feldern wichtig – es sogar das A und O. Es komme darauf an, auch draußen das regelmäßige Händewaschen und Desinfizieren sicherzustellen. „Das bedeutet, dass die Toilette am Feldrand einen Wasseranschluss braucht. Das sonst übliche Mobil-WC reicht hier nicht. Denn ohne Wasser – kein Händewaschen“, hält Oßwald fest.

Wenn Pflanz- und Erntehelfer zudem in Unterkünften untergebracht würden, seien dabei Einzelzimmer notwendig. „Die Pandemie bedeutet das Aus der sonst üblichen Sammelunterkünfte. Denn dort gilt das gleiche wie auf den Feldern: Der Abstand von mindestens 1,5 Metern ist Pflicht. Besser ist eine ganze Zollstocklänge mit zwei Metern Abstand zum Nebenmann“, erklärt der IG BAU-Bezirksvorsitzende.

„Was jetzt auch tabu ist: die Sammelfahrt von Feld zu Feld. Neun-Mann-Bullis dürfen nicht voll besetzt zum Einsatz kommen.“ Erntehelfer sollten möglichst alleine und mit dem eigenen Auto, Motorroller oder Fahrrad zur Feldarbeit fahren. Dafür müsse der Landwirt eine Entschädigung bezahlen.

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