Kreis Lörrach Hoffen auf hohe Förderquote

Das Agglomerationsproramm Basel der vierten Generation ist rund 2000 Seiten dick. Foto: Denis Bozbag

Basel/Kreis Lörrach - Der Linienausbau der Tram 8 in Weil am Rhein bis zum Läublinpark sowie die Radschnellverbindung RS 7 (K) zwischen Schopfheim und Lörrach könnten durch den Schweizer Bund mit einem finanziellen Beitrag von maximal 50 Prozent am Investitionsvolumen verwirklicht werden.

Beide Projekte sind Teil des grenzüberschreitenden Agglomerationsprogramms Basel der vierten Generation, das am Freitag von einer trinationalen Delegation an die Vertreter der Bundesbehörden in Bern überreicht wurde.

Die Streckenverlängerung der für Pendler wichtigen Tramlinie 8 gehört zu den fünf wichtigen Straßenbahnprojekten des 2000 Seiten umfassenden Programms. Sollte der Schweizer Bund eine finanzielle Bezuschussung bewilligen, könnte bestenfalls die Hälfte der geplanten Kosten von 21 Millionen Franken von Bern übernommen werden.

Auf der Wunschliste der zu fördernden dringlichen Maßnahmen für die Verkehrsplanung in der Wirtschaftsregion um Basel stehen Projekte mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 1,2 Milliarden Franken. Vorgesehen für diese Infrastrukturvorhaben der ersten Prioritätsstufe im sogenannten Horizont A ist ein Baustart ab dem Jahr 2024.

In der Schweiz gibt es 32 Agglomerationsprogramme

„Ich bin sehr zuversichtlich, dass der Bund Sinn und Zweck der Maßnahmen in der über die Grenzen hinweg wirtschaftlich stark verflochtenen Region erkennen wird“, äußerte sich Sebastian Wilske, Verbandsdirektor des Regionalverbands Hochrhein-Bodensee, als einer der Vertreter aus der Delegation in Bern zu den Aussichten einer Mitfinanzierung der Projekte auf deutscher Seite.

Der promovierte Bauingenieur ist erst seit einer Woche beim Regionalverband Hochrhein-Bodensee und war zuvor stellvertretender Verbandsdirektor und Chefplaner beim Regionalverband Mittlerer Oberrhein. „Für die Schweiz ist eine nahtlose, zeitsparende und einfach mit dem Fahrrad zu erreichende ÖPNV-Anbindung zum Wirtschaftsstandort Basel von großem Interesse“, betonte Wilske gegenüber unserer Zeitung während einer Pressekonferenz im Volkshaus in Basel.

100 Kommunen beteiligt

Issac Weber, Vize-Präsident Agglo Basel und Regierungsrat aus dem Kanton Basel-Landschaft, erwartet in Zukunft durch den Ausbau von Radschnellwegen und durch die Zunahme von E-Bikes eine Massentauglichkeit des Velofahrens auf längere Distanzen bis hin zum Arbeitsplatz.

Die geplante Route durch das Wiesental nach Lörrach sei in diesem Zusammenhang zukunftweisend. Auch sie gehört zu den dringlichen Projekten im Programm und wird mit einer Investitionssumme von 14 Millionen Franken ausgewiesen.

Landrätin Marion Dam­mann lobte in einer Mitteilung den im Vorfeld effizienten und offenen Erarbeitungsprozess mit seinen zahlreichen Möglichkeiten zur Mitwirkung.

Auf den endgültigen Förderbescheid aus Bern hofft Patrick Leypoldt, Direktor Agglo Basel, bis zum Ende des Jahres 2023. „Mit einer ersten Wasserstandsmeldung aus Bern rechne ich im Sommer 2023. Wenn alles gut läuft, könnten dann schon im Januar 2024 die ersten Bagger auffahren.“

Die Vertreter der Agglo Basel halten eine Bezuschussung in Höhe von 35 bis 40 Prozent für realistisch und verweisen darauf, dass die vorangegangenen Projekte der dritten Generation bereits eine Förderquote von 40 Prozent erhalten haben. „Aber die Konkurrenz schläft nicht“, meinte Esther Keller, Agglo-Präsidentin und Vorsteherin des Basler Baudepartements, in Anspielung auf die weiteren 31 schweizweiten Agglomerationsprogramme, die dieses Jahr beim Bund eingereicht wurden. „Aus diesem Grund bin ich sehr stolz auf die trotz Corona sehr gute trinationale Vorabplanung unter Beteiligung von 100 Kommunen, welche das jetzige Maßnahmenpaket erst möglich gemacht hat.“

Kein Zuschuss für Hochrhein-Elektrifizierung

Die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke zwischen dem Badischen Bahnhof und Erzingen sowie das Ausbauvorhaben der Wiesentalbahn gehören laut Programm zu den übergeordneten Maßnahmen, die in der Verantwortung der deutschen Behörden liegen und von diesen separat finanziert werden.

Die übergeordneten Projekte in den jeweiligen Nachbarländern sind aber essenziell für die Verkehrsangebote der trinationalen Region um Basel und sollen durch die lokalen Verbesserungen der Infrastruktur befördert werden, wie im Programm festgehalten wird.

NEU: Täglich 5 neue Rätsel in der OV ePaper App – Jetzt bis zum Jahresende testen. HIER erfahren Sie mehr.

  • Bewertung
    0

Umfrage

Unwetter in Nordrhein-Westfalen

Die Welle der Solidarität ist groß. Experten sehen den Klimawandel als Ursache. Wird Deutschland in den kommenden Jahren mit katastrophalen Wetterereignissen wie in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz weiter zu kämpfen haben?

Ergebnis anzeigen
loading