Kreis Lörrach Impfkampagne soll Fahrt aufnehmen

Das Kreisimpfzentrum kann seit gestern bis zu 6000 Menschen pro Woche impfen. Foto: Die Oberbadische

Kreis Lörrach -  Der Landkreis Lörrach liegt in Baden-Württemberg auf einem der letzten Plätze bei den vollständig Geimpften. Dabei ist die Kapazität des Lörracher Kreisimpfzentrums (KIZ) lange nicht ausgelastet, teilten die KIZ-Leiter, Susann Franke und Daniel Dröschel, bei einem Pressegespräch mit Landrätin Marion Dammann am Dienstag mit. Der Impfstoff ist nach wie vor knapp. Neue Verteilkriterien sollen helfen.

Das KIZ erweiterte gestern seine Öffnungszeiten: Von Dienstag bis Samstag zwischen 8 und 20.30 Uhr soll durchgehend geimpft werden. Auch die Betriebszeiten wurden von zwei auf drei Schichten erhöht. Das Impfteam soll dadurch 1600 Menschen pro Tag zu impfen. In der Summe komme das KIZ dabei auf rund 6000 Personen pro Woche. „Wir verbrauchen damit die gesamten zur Verfügung stehenden Impfdosen für eine Woche“, sagte Franke.

Restdosen verimpfen

Gleichzeitig hob sie hervor, dass die maximal mögliche Betriebskapazität des KIZ allerdings noch nicht ausgeschöpft ist. Dazu müsste ein Sieben-Tage-Betrieb mit zusätzlich kurzen Abendschichten eingerichtet werden. Bei einer zusätzlichen Erweiterung wären dann 10 000 Impfungen pro Woche möglich.

Laut Dröschel ist das Lörracher KIZ das erste, das mit einer Impfbrücke arbeitet. Damit sollen kurzfristig verfügbare Impfdosen – wegen abgesagtem Termin oder Restdosen – weiter verimpft werden können. Impfberechtigte können sich online registrieren und erhalten eine SMS-Benachrichtigung, falls kurzfristig Impftermine frei werden. So konnten bisher zirka 550 weitere Termine vermittelt werden (Stand 29. April).

Die Impfbrücke verzeichnet bisher 12 552 Anmeldungen. „Wir werden versuchen, allen Impfberechtigten einen Termin zu verschaffen“, hob KIZ-Leiter Dröschel hervor. Erste Priorität haben über 80-Jährige, dann die 70-Jährigen und 60-Jährigen sowie beruflich und medizinisch Berechtigten.

Laut Dammann habe man früh auf die Grenzregion und ihre Nähe zu Hochinzidenz-Länder hingewiesen. „Das wurde vom Land zurückgewiesen.“ Ab Mai soll nun aber mehr Impfstoff bereitstehen. „Das Impfzentrum ist leistungsstark, daher ist der Dreh- und Angelpunkt nach wie vor der zu geringe Impfstoff.“ Dennoch sind laut Dammann die Signale vom Land positiv.

Neue Verteil-Kriterien

Auch die mobilen Impfteams sind weiterhin im Einsatz. Der Fokus liegt dabei auf Gemeinschaftsunterkünften und Anschlussunterbringungen. „Man muss sehr sensibel und langsam an die Menschen herangehen, um sie zum Impfen zu sensibilisieren“, sagte Dröschel.

Zuvor wurden die Impfstoffe in Baden-Württemberg nach dem Gießkannenprinzip gleichförmig verteilt. Doch durch die neue Verteilstrategie für die Impfstofflieferungen soll die Verteilung für ein zusätzliches Kontingent durch folgende Kriterien verbessert werden: die Bevölkerungsanzahl der Region beziehungsweise des Kreises, geringe Rücklagen des Impfzentrums und somit die wöchentliche Impfrate beziehungsweise die Kapazität des Impfzentrums.

Dadurch konnte das KIZ bereits zweimal in den vergangenen zwei Wochen die Liefermengen auf 50 Prozent erhöhen, so Franke. Allerdings teilte sie mit, dass der Bund für Mai keine ausreichend steigenden Liefermengen angekündigt habe. Für den Landkreis Lörrach sind 156 750 Impfdosen geplant. Dafür sind bis Juli 401 250 Impfdosen angesetzt.

Landkreis ist Vorletzter

Derzeit haben im Landkreis Lörrach 43 121 Menschen ihre Erstimpfung erhalten (18,8 Prozent) und 10 450 sind bereits vollständig geimpft. Mit 4,6 Prozent vollständig Geimpfter belegt der Landkreis Lörrach den vorletzten Platz in Baden-Württemberg, teilte das Landratsamt mit.

Die Berechnungsgrundlage für die Impfquote ist die Postleitzahl der Geimpften und nicht die Impfungen vor Ort. Auch die Personen, die im Ausland leben, werden dabei nicht berücksichtigt.

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