Kreis Lörrach Impfzentrum ist bald startklar

Das Lörracher Kreisimpfzentrum ist fast fertig eingerichtet und soll am 22. Januar seine Pforten öffnen. Foto: Michael Werndorff

Kreis Lörrach - Der Startschuss für die Corona-Impfungen im Landkreis Lörrach soll am 22. Januar fallen. Das Kreisimpfzentrum (KIZ) in Lörrach ist so gut wie startklar. Noch fehlt es an Teilen der Ausrüstung, die das Land zur Verfügung stellen wird, wie gestern im Rahmen eines Pressetermins zu erfahren war. Und: Der knappe Impfstoff lässt zunächst nur wenige Termine zu.

Es sollen alle geimpft werden, die das auch wünschen, machte Landrätin Marion Dammann bei einem Presserundgang im Lörracher Freizeit-Center Impulsiv deutlich, wo das KIZ eingerichtet wurde. Doch hierzu brauche es ausreichend Impfstoff. „Es geht leider nicht so schnell, wie sich die Menschen das vorstellen.“ Immerhin sei das Vakzin zugelassen, nun müsse die Produktion hochgefahren werden.

Die Impfkabinen stehen, das Personal ist rekrutiert. Derzeit wartet man noch auf die vom Land versprochenen Arbeitsmittel wie IT, Kühlschränke für den empfindlichen Impfstoff von Biontech/Pfizer, Schutzausrüstung und Spritzen, berichtete Finanzdezernent Alexander Willi. Eine Lieferung von rund 1000 Dosen ist für den 20. beziehungsweise 21. Januar vorgesehen. Davon gingen 60 Prozent an die mobilen Impfteams, welche die Seniorenheime im Landkreis Lörrach versorgen. Dann soll es alle zwei Wochen eine Lieferung in ähnlichem Umfang geben.

Wenige Termine

Fest steht, dass es zunächst nur wenige Termine geben wird, warb KIZ-Leiterin Susanne Franke um Verständnis. Eine Freischaltung der Terminhotline ist unter Tel. 116 117 für den 18. Januar geplant, Termine für Lörrach sollen erst vergeben werden, wenn Klarheit bezüglich der Vakzin-Lieferung bestehe. Anmelden können sich Berechtigte auch unter www.impfterminservice.de. Impflinge erhielten gleich bei der ersten Anmeldung zwei Termine.

„Wir müssen den Überblick behalten und können nur das verimpfen, was uns geliefert wird“, verwies Willi auf das knappe Gut. Den zweiten Termin zu verschieben, wäre medizinisch sehr gefährlich, kritisierte der ärztliche Berater Richard Pottstock den vor einiger Zeit diskutierten Vorstoß von Gesundheitsminister Jens Spahn. „Es war fahrlässig, so etwas ins Spiel zu bringen“, spitzte Pottstock zu.

Das KIZ wird angesichts der zunächst geringen Impfstoffmenge nicht durchgängig in Betrieb sein. Absehbar ist eine Öffnung an nur zwei Tagen pro Woche, wie unserer Zeitung vorliegende Informationen aus dem Landratsamt belegen. Hierzu sagte Pressesprecher Torben Pahl: „Wie viele Tage in der Woche das Kreisimpfzentrum geöffnet sein wird, hängt ausschließlich von der Menge des vom Land gelieferten Impfstoffs ab.“

Acht Impfstraßen

Insgesamt verfügt das Lörracher KIZ über acht Impfstraßen, die an sieben Tagen täglich insgesamt 800 Impfungen ermöglichen sollen.

In der ersten Phase werden zuerst die über 80-Jährigen sowie Bewohner von Pflegeheimen geimpft. Auch das Personal dieser Häuser, Beschäftigte im Gesundheitswesen, die einem besonders hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind, gehören zu der ersten Gruppe.

Die Impfungen in den Pflegeheimen ist laut Pottstock mit einem hohen Aufwand verbunden. So müssten zahlreiche Betreuer abtelefoniert und aufgeklärt werden, nur ein Viertel der hochbetagten Bewohner sei selbstbestimmt und könne eine Entscheidung für sich treffen. „Das ist ein unheimlicher Aufwand.“

Um Hochbetagte besser zu erreichen und den Zugang zum Impfzentrum zu erleichtern, berät sich das Landratsamt derzeit mit den Gemeinden, Ehrenamtlichen und Seniorenbeauftragten. 

Weitere Infos unter www.kiz-loerrach.de

Die wichtigesten Fragen zum Impfen beantworten wir hier.

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