Kreis Lörrach Infektionsgeschehen hat sich deutlich entspannt

Die Corona-Pandemie hat auch Folgen für den Kreistag: Um das Abstandsgebot einhalten zu können, tagte das Gremium am Mittwoch in der Schlossberghalle in Lörrach-Haagen. Mund-Nasen-Schutz und Handdesinfektion waren Pflicht. Foto: zVg/Landratsamt

Kreis Lörrach - Die Zahl der Menschen mit einer nachgewiesenen Coronavirus-Infektion im Landkreis ist rückläufig. Von zuletzt 663 Betroffenen sind 491 wieder genesen, wie in der jüngsten Sitzung des Kreistags zu erfahren war. 56 starben im Zusammenhang mit Covid-19. In Spitzenzeiten wurden bis zu 50 Corona-Patienten in den Kreiskliniken behandelt. Dort betrachtet man das Krankenhausentlastungsgesetz kritisch.

Weltweit zählte man diese Woche 4,6 Millionen Infektionen und 312 000 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19, wie Dezernent Michael Kauffmann berichtete. Laut WHO waren es in Deutschland am 18. Mai, 18 Uhr, insgesamt 174 697 Infizierte gegenüber rund 155 700 Genesenen. „Die Dynamik des Infektionsgeschehens hat sich abgemildert“, kommentierte Kauffmann die Statistik.

Aus dieser geht hervor, dass Baden-Württemberg bisher 34 006 Infektionen registrierte. Mit 289,7 Fällen pro 100 000 Einwohner liegt der Landkreis etwas unter dem Durchschnitt von Baden-Württemberg (306,7). Mit 1,3 Neuinfektionen pro Kalenderwoche bezogen auf 100 000 Einwohner ist der Landkreis derzeit weit entfernt vom kritischen Grenzwert (50), bei dem wieder strikte Maßnahmen angeordnet werden sollen. In der Kalenderwoche 14 lag der Wert noch bei 76,8, in KW 17 schon bei 33,6 und eine Woche später bei 8,7, zeigte sich Kauffmann zufrieden.

Dementsprechend hat sich die Situation im Lörracher Kreisklinikum deutlich entspannt. Am Donnerstagnachmittag wurden lediglich drei Covid-19-Patienten behandelt, von denen keiner beatmet werden musste. Dem Gesundheitsamt Lörrach wurden am Donnerstag auch keine neuen Fälle gemeldet. Insgesamt bleibt es damit bei 664 bestätigten Infektionen im Landkreis (Stand 21. Mai, 15 Uhr). Zu Spitzenzeiten wurden rund 50 Patienten stationär behandelt und elf beatmet. Die Kreiskliniken haben zu Beginn der Infektionswelle im Landkreis zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Krise zu meistern (wir berichten noch).

Steuerungsgruppe eingerichtet

Letzteres gilt auch für das Landratsamt: So wurde Anfang März die dezernatsübergreifende Steuerungsgruppe Sars-Cov-2 als Arbeitsorganisation zur Krisenbewältigung etabliert, die zunächst dreimal, dann ab KW 20 zweimal wöchentlich zusammenkommt. Zudem wurde der Fachbereich Gesundheit personell aufgestockt. Das sei wesentlich für die Bewältigung gewesen, betonte Kauffmann. Im „Coronamodus“ waren 66 Mitarbeiter statt 30 involviert.

Unter anderem standen die Fallbegleitung und die Nachverfolgung von Infektionsketten im Fokus. Außerdem wurde ein zehnköpfiges Team auf die Beine gestellt, um Schutzausrüstung zu beschaffen. Wesentliche Aufgabenfelder umfassen die Information von Städten und Gemeinden, die Einrichtung eines Bürgertelefons, das stark in Anspruch genommen wurde, die Abstimmung der Öffentlichkeitsarbeit, die Vorbereitung der Kliniken auf Covid-Fälle sowie die Planungen eines Behelfskrankenhauses und das Vorhaben, Reha-Kliniken als „Überlaufkrankenhäuser“ zu nutzen.

Wirtschaftliche Folgen im Blick

Weiter stehen die wirtschaftlichen Folgen und finanziellen Auswirkungen der Epidemie für den Landkreis auf der Agenda. Hierzu wurde eigens die Task-Force „Wirtschaftlicher Wiederaufbau“ aufgestellt. Nun rücke die Frage in den Fokus, welche Rolle der Landkreis bei der Bewältigung wirtschaftlicher Probleme spiele, wie weiter zu erfahren war.

Laut Agentur für Arbeit seien 3800 Anzeigen zur Kurzarbeit in den Kreisen Lörrach und Waldshut-Tiengen eingegangen und 2500 Anträge auf Corona-Soforthilfe von IHK-Mitgliedsunternehmen im Kreis Lörrach an die L-Bank weitergeleitet worden. Darüber hinaus haben 40 Prozent der Mitglieder der Handwerkskammer Freiburg im Landkreis Corona-Soforthilfe beantragt.

Mit der Wirtschaftsregion Südwest wurde ein Informationsangebot zur Verfügung gestellt, das ein großes Spektrum von Unternehmenskontakten und ein breit gefächertes Fragenspektrum abdeckt. Insgesamt wurden mehr als 100 Anfragen über das Online-Tool und Telefon verzeichnet.

Aufgeregte Zeiten erfordern seriöse und umfassende Informationen und deren Einordnung! Jetzt HIER anfordern.

  • Bewertung
    0

Umfrage

Corona-Warn-App

Zu Beginn der Sommerferien in einigen Bundesländern soll die Corona-App eingeführt werden. Damit können Infektionsketten nachvollzogen werden. Würden Sie eine App nutzen?

Ergebnis anzeigen
loading