Kreis Lörrach Jobs im Handwerk

Die Oberbadische

Kreis Lörrach (pad). Selten waren die Berufsaussichten im Handwerk so gut wie heute, denn qualifizierte Handwerker werden händeringend gesucht. Der Fachkräftemangel entsteht in erster Linie durch zu wenige Bewerber. Erschwert wird die Situation dadurch, dass die Firmennachfolge unsicher ist. Bildungspolitiker erkennen zunehmend, dass es ein Fehler war, Jahrzehnte lang auf das Studium als Basis einer erfolgreichen Berufskarriere zu setzen. So sind heute in vielen Handwerksberufen auch Schüler willkommen, die nur mittelmäßige Noten vorweisen können.

Letztendlich sind Begeisterung für den Beruf und praktische Fähigkeiten für eine Karriere wichtiger als Noten. So haben aktuell zahlreiche junge Menschen eine nie dagewesene Chance auf berufliche Erfüllung im Handwerk.

Das geflügelte Wort „Handwerk hat goldenen Boden“ hat heute so viel Gültigkeit wie eh und je. Gut ausgebildete Handwerker können in unterschiedlichen Betrieben aller Größenordnungen arbeiten. Auch Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es zahlreiche. Ein ausgebildeter Geselle kann sich zum Meister oder Techniker qualifizieren und anschließend studieren. Vielfach ist auch ein Studium nach abgeschlossener Berufsausbildung und Berufspraxis möglich. Mit einer späteren Selbstständigkeit lassen sich Wünsche nach kreativer Verwirklichung realisieren.

Kurzum: Eine betriebliche Ausbildung und allemal eine im Handwerk ist attraktiver denn je. Alle Zukunftsaufgaben wie etwa Klimaschutz, Energie- und Mobilitätswende, Smarthome oder der analoge wie digitale Infrastrukturausbau werden sich nur mit beruflich qualifizierten Handwerkern umsetzen lassen.

Bei der jüngsten Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft (wir berichteten) wurde mehrfach betont: Junge Menschen, die eine duale Ausbildung starten, legen einen sicheren Grundstein für die eigene Berufskarriere mit hervorragenden Entwicklungsperspektiven und Karrieremöglichkeiten. Tatsächlich ist es heute so, dass die berufliche Bildung Perspektiven eröffnet, die mancher akademische Weg nicht mehr bieten kann.

In kaum einem anderen Wirtschaftsbereich etwa kann man so jung sein eigener Chef werden und einen Betrieb leiten wie im Handwerk. Dass sich das herumspricht, darauf deutet die steigende Zahl von Studienaussteigern und Schulabgängern mit Hochschulzugangsberechtigung hin, die den Weg in Handwerksbetriebe finden. 

Es gibt im Übrigen keinen Ausbildungsberuf, der nur für Frauen oder nur für Männer gemacht ist, auch nicht im Handwerk. Immer noch bestehende tradierte Rollenklischees gilt es aufzubrechen. Handwerkliche Fähigkeiten machen keinen Stopp vor dem Geschlecht.

Die besondere Herausforderung der Zukunft besteht darin, mittels einer geschlechterneutralen Berufsorientierung und Ansprache der Betriebe insbesondere junge Frauen für eine betriebliche Ausbildung zu gewinnen. Rollenvorbilder sollen junge Frauen anregen, ihre Berufswünsche neu auszurichten.

Ein weiterer Baustein der Förderung von Frauen, aber auch Männern ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das Handwerk ist Partner im Netzwerk „Erfolgsfaktor Familie“. Nicht nur große Unternehmen, auch kleine Betriebe im Handwerk verfügen über viele Möglichkeiten, mit einer geschlechtergerechten Unternehmenskultur gezielt weibliche Nachwuchs- und Fachkräfte zu ermutigen und zu fördern.

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