Kreis Lörrach Kampf den „Barrieren im Kopf“

Von Peter Ade

Kreis Lörrach. Nicht Wachstum um jeden Preis sei das Wichtigste, sondern die Qualität des Angebots und die damit bewirkte Zufriedenheit der anvertrauten Menschen. Mit diesen Gedanken skizzierte Geschäftsführer Helmut Ressel das Ziel der Lebenshilfe, die sich in der Region seit 50 Jahren um Menschen mit Behinderung kümmert.

Von der außerordentlichen Entwicklung aus einer kleinen Elterninitiative heraus zu einer großen sozialen Organisation mit vielen Dienstleistungen sprach Vorsitzende Mechthild Lenz bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste des Festakts im Burghof, allen voran Bundestags-Vizepräsidentin Ulla Schmidt in ihrer Eigenschaft als Bundesvorsitzende der Lebenshilfe sowie Landrätin Marion Dammann, Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm und weitere Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Arbeit, Freizeit und Bildung seien die Säulen der Lebenshilfe bei der Begleitung von Menschen mit Behinderung auf dem Weg in ein selbständiges, erfülltes Dasein unter dem Leitgedanken der Inklusion. 200 Angestellte und 180 Ehrenamtliche kümmern sich um 500 Menschen.

Als enorme gesellschaftliche Aufgabe bezeichnete die SPD-Politikerin Schmidt die Umsetzung der UN-Behindertenkonvention. Niemandem und damit auch nicht den behinderten Menschen dürfe die Bildungsfähigkeit abgesprochen werden. Das frühe und gemeinsame Lernen trage entscheidend dazu bei, „Barrieren in den Köpfen“ abzubauen.

„Teilhabe ist für alle Menschen ein großer Gewinn“, betonte Schmidt den vereinten Einsatz von Bund, Ländern und Gemeinden. Damit die „inklusive Gesellschaft“ vom Schlagwort zur Realität werde, stecke der Bund bis 2016 rund fünf Milliarden Euro in die Verwirklichung eines nachhaltigen Gesetzes, das zum Beispiel jedem Behinderten das Recht gebe, selbst zu entscheiden, wo er wohnen und gegebenenfalls umsorgt sein wolle.

Aufschlussreich und spannend war die von Geschäftsführer Ressel initiierte Zeitreise durch 50 Jahre Lebenshilfe. Brigitte Fritz (Jahrgang 1929) berichtete über die Gründerzeit der Lebenshilfe, den Aufbau von Betreuungs- und Bildungsangeboten und die enge Zusammenarbeit mit der Helen-Keller-Schule Maulburg, in der sie bis 1994 als Lehrerin wirkte.

Wie kaum ein anderer steht Christoph Meyer für die imponierende Entwicklung der Lebenshilfe Lörrach. Fast 40 Jahre lang hat er als Geschäftsführer maßgeblich deren Dienste und Einrichtungen geformt und setzte sich zur Ruhe, als 2008 die neue Werkstatt an der Industriestraße in Lörrach-Haagen fertig war.

Die Lörracher Firma Gaba Colgate überreichte der Lebenshilfe als langjährigem Kooperationspartner zum Jubiläum einen Scheck über 10 000 Euro. Steffi Lais und Mario Enderle umrahmten den Festakt musikalisch. Das Team des zur Lebenshilfe gehörenden Bistro Glashaus am Chesterplatz übernahm die Bewirtung.

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