Kreis Lörrach Keine „Generation Corona“ schaffen

Junge Menschen sollen auch während der Pandemie zu Fachkräften ausgebildet werden (Archivfoto) Foto: Die Oberbadische

Regio - Die Corona-Krise stellt die Wirtschaft vor große Herausforderungen. Fast alle Unternehmen mussten Umstellungen in den betrieblichen Abläufen organisieren und sich auf teils erheblich veränderte Marktbedingungen einstellen. Dies hat auch vor den Auszubildenden in den Betrieben nicht haltgemacht.

Die Landkreise Konstanz, Lörrach und Waldshut, die Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee, die Handwerkskammern Konstanz und Freiburg, die Agenturen für Arbeit Konstanz-Ravensburg und Lörrach sowie die Fachkräfteallianz Südwest fordern nun in einer gemeinsamen Erklärung, die Ausbildungsplätze in der Region zu sichern. Die Ausbildung habe für die Unternehmen aus allen Branchen einen ungemein hohen Stellenwert, heißt es im Schreiben. Der bestehende Fachkräftemangel in der Region sei für die Unternehmen zudem eine wichtige Motivation, selbst auszubilden.

Ausbildungsbereitschaft bleibt vielerorts hoch

Die grundsätzliche Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen in den Landkreisen sei deshalb unverändert hoch, und vielerorts begegneten die ausbildenden Unternehmen der Krise mit viel Kreativität und Flexibilität. Dennoch habe die aktuelle Situation nachhaltige Auswirkungen auf den Ausbildungsmarkt.

Die Unterzeichner, darunter auch die Lörracher Landrätin Marion Dam­mann, appellieren daher an die Unternehmen in den Landkreisen Konstanz, Lörrach und Waldshut, auch in diesem Jahr genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen. Wer jetzt nicht in Ausbildung investiere, lasse Zukunftschancen ungenutzt, laute die Devise.

Nicht zuletzt kämen die Unternehmen, die weiter ausbilden, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nach. Angesichts der unsicheren Rahmenbedingungen dürften Ausbildungsbetriebe jedoch nicht allein gelassen werden. Die von der Bundesregierung vorgesehene Ausbildungsprämie sei daher ein wichtiges Signal. Sie sollte schnellstmöglich und unbürokratisch umgesetzt werden, da der Countdown für den Beginn des neuen Ausbildungsjahres im September anlaufe und die Firmen jetzt Planungssicherheit bräuchten.

Es darf keine Generation Corona geben

Die Agenturen für Arbeit stellen Jugendlichen ein breites Informations- und Vermittlungsangebot zur Verfügung. Auch die Kammern unterstützen bei der Berufsorientierung, begleiten Auszubildende vom Start bis zur Prüfung und helfen Betrieben mit intensiver Beratung, die Ausbildungsqualität auch unter erschwerten Bedingungen zu sichern.

Gemeinsam mit den Unternehmen in der Region würden sie Lösungen finden und neue Wege gehen, um eine Ausbildungskrise zu vermeiden, wird im Schreiben hervorgehoben.

Die Schüler von heute dürften nicht zur „Generation Corona“ werden, sondern sollten zu den Fachkräften ausgebildet werden, welche die Wirtschaft und das Leben in der Region in Zukunft gestalten. Jugendliche sollten sich ermutigt fühlen, die vielfältigen Angebote wahrzunehmen und mit Unterstützung ihrer Eltern und Lehrer das Spektrum der Möglichkeiten ausloten. Eine Berufsorientierung sei Zukunftsorientierung – und diese war nie wichtiger als heute, halten die Unterzeichner abschließend fest.

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