Kreis Lörrach Keine Lösung in Sicht

Lehrer und Eltern forderten von den anwesenden Politikern konkrete Maßnahmen gegen den Lehrermangel. Foto: Denis Bozbag

Kreis Lörrach - Was bedeutet der Lehrkräftemangel konkret für Schulleiter, Lehrkräfte und Eltern im Alltag? Mit dieser Frage hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im Kreis Lörrach am Donnertsagabend zu einer Podiumdiskussion in die Neumattschule geladen.

Der Lehrkräftemangel an den Grund-, Werk- und Realschulen in Baden-Württemberg bewegt die Gemüter. Unter den Zuhörern der Podiumsveranstaltung befanden sich Betroffene aus den verschiedenen Bildungseinrichtungen, Schulleiter und Elternvertreter. Sie konnten an diesem Abend ihre Probleme im Schulalltag schildern und an die geladenen Politiker ihre Forderungen nach konkreten Maßnahmen für eine bessere Bildungspolitik im Land richten. Dazu wurden sie von Anja Hanke, GEW-Vorsitzende im Kreis Lörrach, in Diskussionsgruppen eingeteilt und aufgefordert, auf Plakaten ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Mangel an Lehrkräften aufzuschreiben und in der Runde vorzutragen.

Rainer Stickelberger (SPD), Mitglied des Landtages, Josef „Josha“ Frey (Die Grünen), Mitglied des Landtages, Jürgen Rausch (CDU), Vorsitzender des Kreisverbands Lörrach, sowie Ricarda Kaiser von der GEW und Mitglied des Hauptpersonalrates am Kultusministerium, stellten sich den Fragen aus dem Publikum.

Kaiser formulierte sogleich eine wichtige Forderung aus Sicht der GEW: Den Ausbau der Vertretungsreserve. „Vielerorts fehlt es an Vertretungspersonal, die den personellen Ausfall bedingt durch Schwangerschaften und Krankheit decken können,“ klagte Kaiser.

Ein Schulleiter aus der Runde erklärte, ein großer Teil der Arbeitszeit sei für Vertretungsplanung, Personalgewinnung und Stundenplanänderungen vorgesehen. Dadurch bleibe weniger Zeit für pädagogische Aufgaben. Eltern aus dem Publikum berichteten von ihren Erfahrungen und sorgten sich über die Qualität des Unterrichts. „Mein Kind hatte vier Tage in Folge Stundenausfälle. Ich fürchte, es wird nicht gut genug auf die weiterführenden Schulen vorbereitet.“

Kaiser kritisierte die Politiker im Landtag, die es versäumt hätten, in den vergangenen Jahren ein Partei übergreifenden Bildungskonzept in die Wege zu leiten und mehr finanzielle Ressourcen aus dem Etat freizumachen. Strickelberger wies diese Kritik vehement zurück und erinnerte an das Mehrparteiensystem: „Ein nachhaltiges Gesamtkonzept zu erarbeiten ist nicht möglich, da die verschiedenen Parteien nun mal unterschiedliche Ideen zum Thema Bildung haben.“

Rausch beurteilte das staatliche Bildungssystem als desaströs und sah die Förderung von Schulen in freier Trägerschaft wie in der Schweiz als eine sinnvolle Option.

Frey wünschte sich eine schulscharfe Stellenausschreibung sowie mehr Flexibilität bei den Schulbehörden. Konkrete Lösungsvorschläge blieben jedoch an dem Abend aus. Das Thema Lehrermangel werde die Politik weiterin beschäftigen, war das Fazit.

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