Kreis Lörrach Kliniken sind weiter in der Gewinnzone

Die Oberbadische, 13.03.2018 17:12 Uhr

Kreis Lörrach (ads). Bei der gestrigen Bilanzpressekonferenz der Kliniken des Landkreises Lörrach präsentierten das Kreiskrankenhaus (KKH) Lörrach und das St. Elisabethen-Krankenhaus erstmals gemeinsam die Zahlen für das vergangene Jahr. Die insgesamt vier Gesundheitsstandorte werden im Zuge der Planungen für das künftige Zentralklinikum noch weiter zusammenwachsen, wie bei der Pressekonferenz ebenfalls deutlich wurde. Zugleich befinden sich die Krankenhäuser weiterhin in der Gewinnzone.

Armin Müller, Geschäftsführer der Kliniken des Landkreises Lörrach, legte dar, dass die Kreiskliniken das vergangene Geschäftsjahr mit einem Überschuss von 0,98 Millionen Euro abschließen konnten. Leicht abgenommen haben zwar die Patientenzahlen im Vergleich zum Jahr 2016, als mit gut 24 000 rund 1000 Patienten mehr ein Bett in einer der drei Kreiskliniken in Lörrach, Rheinfelden und Schopfheim belegten. Ins Lamentieren aber geriet Müller ob dieses Rückgangs nicht: „Das zeigt, dass die schweren Fälle von stationär Kranken auch weiterhin zu uns gekommen sind, aber die leichteren Fälle eher im ambulanten Bereich behandelt werden konnten.“ So hat die durchschnittliche Verweildauer von 5,5 Tagen im Jahr 2016 auf jetzt 5,8 Tage zugenommen.

Dass auf der Ausgabenseite nicht zuletzt die Personalkosten stärker als in der Vergangenheit zu Buche geschlagen haben – mit gut 66 000 Euro sind sie mehr als 4000 Euro höher als im Jahr 2016 – liegt laut Müller auch daran, dass zahlreiche Mitarbeiter krankheitsbedingt oder aufgrund von Elternzeit über einen längeren Zeitraum hinweg ausgefallen sind. Allerdings handelt es sich hier laut Pflegedirektorin Dubravka Kavur um individuelle Faktoren, die nicht als Beleg dafür dienen könnten, dass die Belastung im Pflegesektor generell zu hoch sei.

Derzeit werden an den drei Kreiskliniken 154 Auszubildende an einen Pflegeberuf herangeführt, davon 116 als Krankenpfleger. Müller wertete es als gutes Zeichen, dass „trotz eines höheren Gehalts und eines besseren Stellenschlüssels in der Schweiz“ an den Kreiskliniken so viele Auszubildende tätig sind.

Heike Roese-Koerner, Verwaltungsleiterin des Elisabethen-Krankenhauses, legte dar, dass auch im „Eli“ die Patientenzahlen im stationären Bereich auf knapp 12 100 zurückgegangen sind (-94). Der Schweregrad ist ebenfalls um etwa drei Prozent gesunken. Einen Anstieg konnte das „Eli“ bei den Geburten verzeichnen, die um drei Prozent auf 2337 angestiegen sind, womit das Lörracher Krankenhaus laut Roese-Koerner auf Platz Neun der Geburtenkliniken in Deutschland liegt.

Das weitere Zusammenwachsen der Kreiskliniken und des St. Elisabethen-Krankenhauses wird in diesem Jahr ein wichtiges Thema sein.

Die zweite Phase des Ideenwettbewerbs für den Campus Zentralklinikum wird am 27. und 28. April mit der Sitzung des Preisgerichtes abgeschlossen. Bis zum Sommer soll der Planer ausgewählt werden, was eine abschließende Definition des Raum- und Funktionsprogrammes vor dem Hintergrund aktuell laufender Gespräche mit den Nutzern erfordert. Über die Höhe der förderfähigen Flächen finden weitere Gespräche mit dem Sozialministerium statt. „In Stuttgart wird man nicht müde zu betonen, dass wir im Landkreis Lörrach hier Vorbildcharakter haben“, appellierte Landrätin Marion Dammann an die Verantwortlichen, bei der Frage nach Fördergeldern ihr Licht nicht unter den Scheffel zu stellen.