Kreis Lörrach Kreis stößt Weiterbildungsverbund an

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Im Landkreis Lörrach fehlt ärztlicher Nachwuchs. Foto: pixabay

Kreis Lörrach. Auf Einladung der Kommunalen Gesundheitskonferenz Landkreis Lörrach kamen vergangene Woche 26 Akteure aus dem Gesundheitswesen im Rahmen einer Hybridveranstaltung zusammen, um einen Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin zu beschließen.

Anlass ist, dass die ambulante Versorgung insbesondere im hausärztlichen Bereich bedroht ist: Der hiesige Altersdurchschnitt der Ärzteschaft ist höher als im Landesvergleich und der ärztliche Nachwuchs fehlt. Über den Weiterbildungsverbund sollen Ärzte für die Facharztausbildung Allgemeinmedizin im Landkreis Lörrach gewonnen werden, die sich letztlich auch hier niederlassen: Die meisten Ärzte werden nach der Facharztausbildung im Umkreis von 20 bis 30 Kilometer ihres letzten Weiterbildungsortes tätig. Der Verbund soll eine strukturierte, nahtlose und verlässliche Rotation in verschiedene klinische Abteilungen und Praxen ermöglichen. Der Weiterbildungsverbund soll die Attraktivität und Sichtbarkeit des Landkreises für die Nachwuchsärzteschaft steigern und die Grundlage für weitere Maßnahmen bilden.

Die Auftaktveranstaltung, moderiert von Cornelia Wülbeck, Dezernentin für Recht, Ordnung und Gesundheit im Landratsamt Lörrach und organisiert durch die Gesundheitskonferenz, vertreten durch Stabsstellenleiterin Sophia Warnecke, stellt den ersten Schritt für die Initiierung des Weiterbildungsverbundes im Landkreis Lörrach dar. Nach Impulsvorträgen, unter anderem zum Hintergrund und Konzept des Weiterbildungsverbundes sowie regional gewachsenen Verbundstrukturen durch das Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Freiburg, der Bezirksärztekammer Südbaden und den Kliniken des Kreises, folgte eine Diskussionsrunde zu Rotationsmöglichkeiten, Koordination, Vertragsgestaltung, Zeitrahmen, finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten und Außendarstellung. Die Akteure, insbesondere Vertreter der Kreisärzteschaft und der Kliniken des Kreises, legten gemeinsam Ziele und Aufgaben für ein potentielles Rotationsmodell im Kreis fest.

Vereinbart wurde, dass der Gründungsprozess vorrangig von der Stabsstelle Gesundheitskonferenz Landkreis Lörrach koordiniert und von den Kliniken des Kreises unterstützt wird, die sich auch geeignete Rotationsmodelle überlegen wollen. Die niedergelassene Ärzteschaft versucht, weitere Kollegen zu gewinnen.

Das Ärztenetz Dreiländereck wird im Spätsommer eine Abfrage bei der niedergelassenen Ärzteschaft durchführen, um zu eruieren, wie ihr Status zur Ausbildungsermächtigung sowie die Kapazitäten an Weiterbildungsstellen ist.

Die Kooperationsvereinbarungen werden derzeit von allen interessierten Parteien geprüft und gegebenenfalls nachjustiert. Ende November sollen diese schließlich in der Bezirksärztekammer Freiburg unterzeichnet werden.

Hiesige Ärzte, die am Weiterbildungsverbund mitwirken wollen, werden gebeten, sich an Sophia Warnecke, Stabsstellenleitung Gesundheitskonferenz, zu wenden, Tel. 07621/410 21 50.

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