Kreis Lörrach Lange Schlangen vor den Zapfsäulen

Alexandra Günzschel
Das günstige E 10 ist an dieser französischen Tankstelle mal wieder alle, wie es derzeit oft passiert. Aber auch mit Super fährt man immer noch besser als in Deutschland. Foto: Alexandra Günzschel

Tanktourismus gab es im Dreiländereck schon immer. Doch was sich derzeit auf der französischen Seite abspielt, hat die Region noch nicht gesehen. Denn ausgerechnet mit dem Auslaufen des Tankrabatts in Deutschland hat die französische Regierung ihrerseits einen Tankrabatt beschlossen: 30 Cent auf Benzin und Diesel.

Von Alexandra Günzschel

Regio. Je nach aktueller Preisspanne und Tankfüllung können durch einen Kurztrip nach Frankreich locker 25 Euro gespart werden – vielleicht auch noch ein bisschen mehr. Diese Situation lockt nun verstärkt deutsche und schweizerische Autofahrer an. Im Bekanntenkreis kursieren reichlich Tipps, wo der Treibstoff gerade am günstigsten ist. In Saint-Louis kostet der Liter Benzin (E 10) derzeit im Schnitt um die 1,50 Euro.

Das Ergebnis sind im besten Fall lange Schlangen vor den Zapfsäulen – die Ungewissheit, ob man noch zum Zuge kommt, inklusive. Denn der Andrang führt auch dazu, dass regelmäßig Treibstoff nachgeordert werden muss, während an den Tankstellen im benachbarten Deutschland Warteschlangen zu einer Seltenheit geworden sind.

Gefährliche Rückstaus erfordern Polizeieinsätze

Je nach Lage der Tankstelle kann es aber auch zu Verkehrsbehinderungen kommen. Die Polizei musste schon eingreifen, um gefährliche Rückstaus bis weit auf die Straße hinaus zu unterbinden, wie ein Anwohner berichtet.

Der zusätzliche Verkehr, gerade zu den ohnehin stark frequentierten Zeiten, gefällt erwartungsgemäß auch nicht allen Einwohnern auf der französischen Seite. Berichtet wird von einem erneuten Aufkommen von vergessen geglaubten Animositäten. Die Tanktouristen wiederum verstehen das Problem nicht: Immerhin bringen sie doch ihr Geld nach Frankreich.

Doch nicht jeder hat Glück: Manchmal springt die Tankanzeige auch auf 0,00 Euro, während man noch in der Schlange vor der Zapfsäule steht. Das bedeutet dann nicht, dass es Gratisbenzin gibt, sondern fürs Erste gar keines mehr.

Wer Nerven statt Geld sparen will, sollte derzeit lieber in Deutschland oder in der Schweiz tanken.

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