Kreis Lörrach Lohnplus von 10,5 Prozent gefordert

Adrian Steineck
Auch vor dem Kreiskrankenhaus Lörrach machten die Streikteilnehmer Station. Die Gewerkschafter wollten auf die derzeitige Lage im Gesundheitswesen aufmerksam machen. Foto: Adrian Steineck

Warnstreikaufruf der Gewerkschaft Verdi mobilisiert 500 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes.

Die Teilnehmer zogen lautstark mit Trillerpfeifen und Ratschen durch die Lörracher Inneklinikennstadt. Auf Transparenten hieß es unter anderem „Applaus allein reicht nicht als Anerkennung“ oder „Wer eine Horde Kinder managt, verdient auch ein Managergehalt“.

Konkret geht es der Gewerkschaft Verdi um ein Lohnplus von 10,5 Prozent, mindestens aber von 500 Euro im Monat mehr für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Der Streikzug, dem Beschäftigte unter anderem aus dem Pflege- und Erzieherbereich angehörten, zog vom Nellie Nashorn zum Lörracher Rathaus. Von dort aus ging es weiter zum Landratsamt und zum Kreiskrankenhaus Lörrach, ehe die Schlusskundgebung auf dem Alten Marktplatz stattfand.

Von den Verdi-Vertetern um die Gewerkschaftssekretäre Melanie Kühn und Ingo Busch sagten, dass der öffentliche Dienst an Attraktivität verloren habe. Hier gelte es, in Zeiten der Inflation und steigender Lebenshaltungskosten gegenzusteuern und gerade die unteren Einkommensgruppen im öffentlichen Dienst mit einem Lohnplus finanziell zu stärken

Gesundheitswesen stärken

Daniel Wenk, Sprecher der Verdi-Betriebsgruppe im Evangelischen Sozialwerk Müllheim und Mitglied im Gesamtausschuss der Mitarbeitervertretungen der Evangelischen Landeskirche in Baden, brach eine Lanze für die Beschäftigten im Gesundheitswesen. Es gebe keinen Fachkräftemangel, sagte er. Es gebe ausreichend Fachkräfte, aber diese müssten auch im Beruf gehalten werden. Zudem müsse man die Frage stellen, warum es den Kliniken des Landkreises Lörrach schlecht geht. „Die Kliniken sind von unserer Gesundheitspolitik so gemacht worden“, sagte er. Unter anderem sei es notwendig, die Fallpauschalen abzuschaffen, um das Gesundheitswesen zu stärken und als Arbeitgeber attraktiv zu halten.

Melanie Kühn ging auf die Bedeutung des öffentlichen Dienstes ein. „Die öffentliche Daseinsvorsorge muss auch in Zukunft noch da sein“, betonte sie. Derzeit aber seien Behörden und Ämter überlastet und hätten zu wenige Mitarbeiter.

Streik in Freiburg

Der nächste Warnstreik, zu dem Verdi aufgerufen hat, wird in Freiburg stattfinden und ist für den 23. März geplant. Am 27. März steht die dritte Verhandlungsrunde an.

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