Kreis Lörrach Menschenrechte haben keine Obergrenze

Gegen Fremdenhass und Ignoranz demonstrierten auf dem Senser Platz in Lörrach rund 300 Frauen und Männer aus über 20 Initiativgruppen im Landkreis. Foto: Peter Ade Foto: Die Oberbadische

Kreis Lörrach (pad). Dass Menschenrechte keine Obergrenze kennen, darin waren sich alle einig: Fast 300 Frauen und Männer aus dem gesamten Kreisgebiet demonstrierten am Samstag auf dem Senser Platz in Lörrach für eine menschliche Flüchtlingspolitik.

Rund 25 Gruppen riefen gemeinsam zu der Kundgebung auf, Kirchen und Mandatsträger der demokratischen Parteien waren ebenfalls präsent. Mit Plakaten und Bannern setzten sich die Teilnehmer für die Rechte der Flüchtlinge ein. Unter ihnen waren vor allem viele Helfer, die in den vergangenen Wochen und Monaten ihre Freizeit mit Asylbewerbern verbracht haben.

Die bunte Schar der Demonstranten forderte unter anderem „Bleiberecht für Verfolgte und Recht auf Integration bei uns.“ Sie geißelten das „Wörterbuch der CSU-Führung“ mit Begriffen wie „Abschiebeverhinderungsindustrie“ und „Asyltourismus“. Unisono die Forderung der Demonstranten nach einem „streitbaren gesellschaftlichen Miteinander unter Beachtung von zivilisatorischen Regeln der Sprache und des Umgangs“. Auf einem Plakat stand zu lesen: „Ein Europa ohne Mitgefühl schadet sich selbst.“

Redner machten ihrem Ärger über die generelle Flüchtlingspolitik Luft. In ihren Forderungen sprachen sie sich gegen Ausgrenzung, Diskriminierung, Abschiebung und Residenzpflicht aus. Kritisiert wurde vor allem die Ausbreitung rassistischer Hetze .

Pfarrer Jörg Hinderer, Beauftragter des evangelischen Kirchenbezirks für Flucht & Migration, appellierte: „Ich erwarte von den Kirchen die Verteidigung der Menschenwürde ohne politische Rücksichtnahme.“ Der Theologe zitierte den früheren Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU), der angesichts fehlender Solidarität mit Flüchtlingen die Befürchtung äußerte: „Der Laden Europa steht vor der moralischen Insolvenz.“

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