Kreis Lörrach Mobilität der Zukunft erarbeiten

Die Verkehrsplanung soll laut der Freien Wähler die grenzüberschreitenden Besonderheiten der Region miteinbeziehen. c Foto: Michael Werndorff

Kreis Lörrach - Reaktivierung der Wehratalbahn als sinnvolle Ergänzung für das S-Bahn-Netz und Entlastung der Busse zu den Schülerverkehrszeiten im Oberen Wiesental: Die Freien Wähler im Landkreis Lörrach wollen für die kommenden 15 Jahre an der Mobilität der Zukunft arbeiten.

Die Kreistagsfraktion der Freien Wähler hat die Herausforderungen, die sich für die Mobilitätsziele des Landkreises stellen werden, dieser Tage diskutiert. Im September sollen nun in einer Klausurtagung die Möglichkeiten für die nächsten 15 Jahre aufzeigt werden, wie aus einer Mitteilung der FW-Kreistagsfraktion hervorgeht.

In einem Gespräch mit Erstem Landesbeamten Ulrich Hoehler machte man deutlich, wo man jetzt die Prioritäten sehe: Die Fraktion wolle keinen Flickenteppich ausbessern, sondern ein Gesamtkonzept diskutieren, das innovative Entwicklungen berücksichtige und eine optimierte Verknüpfung unterschiedlicher Mobilitätsangebote nachhaltig verbessere.

Fragen des Klimaschutzes, der Siedlungsentwicklung oder der Bedarfssituation, meint Kreisrat Tonio Paßlick, sollten zielrichtend formuliert werden. Die Verkehrsplanung, Verbundförderung und Attraktivitätssteigerung des Öffentlichen Nahverkehrs müssten unter Berücksichtigung der grenzüberschreitenden Besonderheiten mittelfristig geplant werden. Auch wissenschaftliche Untersuchungen über die Erfahrungen mit der Corona-Krise und ihren Auswirkungen auf den künftigen Mobilitätsbedarf seien für die Betrachtung wichtig.

Das Konzept erfüllt nach Meinung der FW seinen Zweck, wenn der Transport von Menschen und Gütern neu gedacht wird. Die Mobilität solle umwelt- und klimaverträglich, bezahlbar und wirtschaftlich effizient sein, sind die FW überzeugt. Der Landkreis habe bereits die Förderung der Elektro-Mobilität im Blick und plane dafür ein E-Konzept.

Dieses werde finanziell zu 80 Prozent vom Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur gefördert, soll aber auch vor dem Hintergrund neuer Technologien kritisch hinterfragt werden. Denn „ländliche und städtische Systeme verschmelzen in unserem Landkreis miteinander“, wird Fraktionssprecher Uli May in der Mitteilung zitiert.

Während der Diskussion mit Hoehler wurde klar, dass man sich bei vielen strategischen Fragen weitgehend einig mit den Planern im Landratsamt sei.

Die Mobilität in anderen Ländern berücksichtigen

Christine Trautwein-Domschat und Paßlick hoben hervor, dass effiziente Mobilitätssysteme in anderen Ländern bei der Planung berücksichtigt werden müssten, und Martin Bühler schlug vor, die Reaktivierung der Wehratal-Bahn, die als Direktverbindung das bestehende S-Bahn-Netz sinnvoll ergänzen könnte, wieder auf die Tagesordnung zu setzen.

Eduard Behringer beleuchtete die Überlastung der Busse im Oberen Wiesental während der Schülerverkehrszeiten. Philipp Schmid regte an, den individuellen Bedarf nicht aus den Augen zu verlieren. Alle Fraktionsmitglieder brachten schließlich ihre Vorschläge ein, sodass mit einer angeregten Klausurtagung zu rechnen sei, teilt die Kreisfraktion abschließend mit.

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