Kreis Lörrach Risikogebiet Elsass? Nachricht sorgt für Aufregung

Auf der Palmrainbrücke in Weil am Rhein staute sich gestern der Verkehr aus Frankreich.Foto: Alex Anlicker Foto: Die Oberbadische

Kreis Lörrach - Eine Meldung des Radiosenders „France bleu Alsace“, dass das Robert-Koch-Institut aufgrund der steigenden Corona-Infektionen die Region Grand-Est zum Risikogebiet erklären werde, hat heute entlang der Grenze für Aufregung gesorgt. Das war zwar etwas verfrüht - ab Samstag allerdings ist dies tatsächlich der Fall: Laut der heute (Donnerstag) am späten Nachmittag vom Robert-Koch-Institut vorgelegten Aktualisierung der Risikogebiete gilt ab 17. Oktober ganz Frankreich als Risikogebiet. Auch zuvor bereits galt das Nachbarland größtenteils als Risikogebiet  - die Region Grand Es allerdings war bisher ausgenommen. 

Die Veröffentlichung der neuen Liste der Risikogebiete des Robert-Koch-Instituts RKI war laut dem SWR schon für den Mittwochabend erwartet worden. Auf der Internetseite des RKI war sie dann aber nicht erschienen. Auf Anfrage unserer Zeitung betonte das Sozialministerium noch heute Mittag, dass die Region Grand-Est entgegen aufflammenden Gerüchten derzeit nicht vom RKI als Risikogebiet ausgeschrieben werde. Dass dies in den kommenden Tagen der Fall sein könnte, lasse sich nicht zu 100 Prozent ausschließen: „Das RKI aktualisiert die Riskiogebiete, daher können wir nichts zu der Berichterstattung in Frankreich sagen“, hieß es aus dem Sozialministerium. Das Polizeipräsidium Freiburg sprach sogar von einer Falschmeldung des Radiosenders „France bleu Alsace“.

Ansturm französischer Einkaufstouristen und Hamsterkäufe

Als Folge der verwirrenden Lage kam es in Neuenburg heute zu einen Ansturm französischer Einkaufstouristen und Hamsterkäufen, insbesondere von Zigaretten und Drogerieartikeln, die im Nachbarland teurer sind.

Die Autos stauten sich am Vormittag über den Rhein und den Grand Canal d’Alsace hinweg bis nach Chalampé. Auch vor den Tabak-Geschäften und Tankstellen standen die Menschen Schlange. Eine Schachtel Zigaretten kostet in Frankreich mittlerweile zehn Euro.

Was die Ausweisung als Risikogebiet für den Grenzverkehr in der eng verflochtenen Region konkret bedeutet, ist noch nicht bekannt. Laut den französischen Medien sollte nach ihrem Kenntnisstand die Grenze zu Deutschland offen bleiben, und es sollten auch keine systematischen Kontrollen stattfinden. Rein formal müsste sich aber jeder, der aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, in Quarantäne begeben – was den Einkaufstourismus praktisch verunmöglichen würde. Nicht betroffen von der Quarantänereglung wären Pendler, Schüler und Menschen, die wegen eines Arztbesuchs die Grenze überqueren, hieß es.

Bericht über die Grenzschließung im März 2020: Deutschland macht die Grenzen dicht

Nicht glücklich über das Ausbleiben der elsässischen Kunden wäre der Neuenburger Einzelhandel, erklärte der Vorsitzende des Gewerbevereins, Thomas Senf, auf Nachfrage unserer Zeitung. Diese hätten nach der Grenzschließung im Frühjahr ohnehin nur langsam wieder zurückgefunden.

Die Region Bas-Rhin liegt mit einer Infektionsrate von 97,3 Fällen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen deutlich über dem Schwellenwert, im Haute-Alsace liegt der Inzidenzwert bei 67, was ebenfalls über dem kritischen Schwellenwert von 50 liegt.  Die Zahl der Infektionen für die gesamte Region Grand-Est liegt mit 93,1 ebenfalls über dem kritischen Indizenzwert.

Das Elsass war bislang als einzige französische Region neben Korsika einer Einstufung als Risikogebiet durch das RKI entgangen.

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