Kreis Lörrach Normen und Werte reflektieren

Die Oberbadische, 14.11.2017 17:16 Uhr

Kreis Lörrach (wer). Wenn Menschen Belastendes erleben, kommen häufig Seelsorger zum Einsatz. Doch nicht nur in Ausnahmesituationen ist professionelle Hilfe gefragt, sondern auch im Berufsalltag. Im Bereich des Polizeipräsidiums Freiburg übernimmt diese Aufgabe Tobias Walkling. Er wurde jetzt zum Polizeiseelsorger wiederbeauftragt. Zudem ist der Inzlinger Pfarrer auch Klinik- und Notfallseelsorger. In einem gestrigen Pressegespräch wies er auf die wichtige Arbeit hin, welche die Kirche in der psychosozialen Beratung, bei Seminaren sowie Aus- und Fortbildungen der Polizei leistet.

So fordere der Polizeiberuf mit seinen besonderen Gefahren und Pflichten heraus, immer wieder neue Werte und Normen des beruflichen Handelns zu reflektieren und sich bewusst zu machen, wie Walkling im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte.

Polizeiliches Handeln ziele auf die Wahrung von Ordnung und Sicherheit ab und wolle mehr Frieden und Gerechtigkeit in der Gesellschaft erwirken, sagte Walkling, es könne aber in besonderer Weise belastend sein, verwies er auf Kriminalität und Gewalt. Das seelsorgerische Angebot werde seitens der Beamten gut angenommen, sprach der Seelsorger von einem engen Vertrauensverhältnis auch vor dem Hintergrund des Schutzes durch das Zeugnisverweigerungsrecht. Außerdem unterliege die Seelsorge nicht dem Strafverfolgungszwang.

Dass seine Arbeit immer wichtiger werde, verdeutlichte er an der gesellschaftlichen Entwicklung: Es gebe mehr Einsatzsituationen, bei denen sich Beamte in Gefahr begeben müssten, sagte der Pfarrer, auch würde in Notsituationen die Vereinzelung und Privatisierung der Menschen immer öfter zum Vorschein kommen. Weiterhin wirkt die Polizeiseelsorge in den Kriseninterventionsteams und den Betreuungsgruppen der Landespolizeidirektionen und des Landeskriminalamts mit. Walkling ist einer von zwölf Polizeiseelsorgern in Baden-Württemberg.

 
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