Kreis Lörrach Offene Worte zur Pflege

Andreas Westerfellhaus, Staatssekretär im Gesundheitsministerium (Mitte), war im Hertener St. Josefshaus zu Gast. Foto: Gerd Lustig

Kreis Lörrach - Dass der Mann weiß, wovon er spricht, merkt man schon seinen ersten Worten an. Andreas Westerfellhaus (CDU), seit April vergangenen Jahres Staatssekretär im Gesundheitsministerium bei Jens Spahn, redet Tacheles, legt die Finger in die Wunden der aktuellen Probleme rund um die Pflege. Das ist aber auch kein Wunder, hat er doch einst selbst eine Ausbildung zum Krankenpfleger absolviert und war zuletzt vor seinem Gang nach Berlin 18 Jahre lang Geschäftsführer einer Akademie für Pflegeausbildung in einer westfälischen Einrichtung. Er kommt also aus der Praxis.

Freude kam daher am Montag im Hertener St. Josefshaus auf, als der Staatssekretär der Einrichtung einen Besuch abstattete. Dies war auf Einladung des Weiler Bundestagsabgeordneten Armin Schuster (CDU) und der Hertener Landtagsabgeordneten Sabine Hartmann-Müller (CDU) zustande gekommen. Beim offenen Gespräch – nach ausgiebigen Rundgang – im St. Josefshaus mit dem Führungspersonal und verantwortlichen Mitarbeitern, denen er insgesamt eine hervorragende Arbeit trotz teils schwieriger Rahmenbedingungen bescheinigte, berichtete Westerfellhaus, dass derzeit einiges im Heim- und Pflegewesen im Gange sei. Etliche Arbeitsgruppen beschäftigten sich intensiv damit, wie es in der Pflege weiter- und vorangehen kann. Ergebnisse sollen schon bald präsentiert werden, um dann im Bundestag diskutiert und verabschiedet zu werden. Den Gedanken- und Informationsaustausch mit dem St. Josefshaus will er beibehalten und künftig ausbauen.

Neue Arbeitszeitmodelle für mehr Attraktivität

Bei der Diskussion machte der Staatssekretär deutlich, dass baldmöglichst an vielen Stellschrauben gedreht werden muss. Es gelte den Abbau von Bürokratie ebenso auf den Weg zu bringen wie die Anerkennung von Abschlüssen voranzutreiben. Ganz wichtig sind für ihn auch eine möglichst bundeseinheitlich geregelte Ausbildung der Pflegekräfte sowie eine Bezahlung, von der die Beschäftigten auch leben können. Gleichwohl gehe es nicht ums Geld allein. „Wir müssen auch die Rahmenbedingungen für die Tätigkeit verbessern und eventuell neue Arbeitszeitmodelle schaffen“, betonte er. Dabei denkt er an die 35 Stunden-Woche oder etwa an ein Modell „Drei Tage Arbeiten – drei Tage frei“. Nur so könne man auch potenzielle Rückkehrer in den Beruf, deren Zahl er auf rund 200 000 Personen hochrechnet, wieder gewinnen.

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