Kreis Lörrach Patienten handlungsfähig machen

Der demografische Wandel verlangt analytische Fähigkeiten und evidenzbasiertes Handeln in der Gesundheitsversorgung. Foto: zVg/DHBW Lörrach

Kreis Lörrach - Die akademische Weiterentwicklung des Berufsbilds, bei dem der Patient im Mittelpunkt steht, ist laut DHBW-Studiengangsleiter für Physiotherapie, Thomas Messner, das Ziel des neuen berufsbegleitenden Bachelor-Studiums „Interprofessionelle Gesundheitsversorgung“. Ab Herbst werden somit zwei Studiengänge für dieses Tätigkeitsfeld an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Lörrach angeboten.

„Die Physiotherapie soll den Patienten in Zukunft handlungsfähig machen und nicht nur behandeln“, betont Messner im Gespräch mit unserer Zeitung. „Der Patient soll sich mit seinen Ressourcen einbringen und Lebensstiländerungen in sein Alltagsverhalten mit aufnehmen.“ Der Physiotherapeut handele dabei nicht von oben herab analysierend, sondern gehe auf Augenhöhe auf den Menschen ein, um ihn zu den Änderungen zu motivieren, die er umsetzen könne, folgert Messner.

Ziel des neuen Studiengangs ist es daher, die Kompetenzen der interprofessionellen Gesundheitsversorgung zu erweitern. Durch den demografischen Wandel steigen die Anforderungen im Gesundheitswesen. Analytische Fähigkeiten sowie ein ergebnisorientiertes Handeln rücken immer mehr ins Zentrum der Physiotherapie, ist sich Messner sicher.

Sein Handeln hinterfragen

Die Studenten sollen wissenschaftliche Erkenntnisse in ihrem Handeln berücksichtigen und kritisch hinterfragen, damit sie neue Therapieansätze in die Behandlung mit einfließen lassen.

Beginn im Herbst

Das Studium beginnt laut DHBW zum Wintersemester diesen Herbst und baut auf eine abgeschlossene Berufsausbildung in den Bereichen Physio-, Ergotherapie und Pflege auf. In den insgesamt drei Semestern werden aktuelle akademische Inhalte vertieft und erweitert. Zu Themenkomplexen gehören unter anderem das wissenschaftliche Arbeiten und die evidenzbasierte Praxis sowie Trainingskompetenz und „Motivational Interviewing.“

Messner erläutert den menschenzugewandten Schwerpunkt der Lehrinhalte: „Eine patientenzentrierte Gesundheitsversorgung mit der Überlegung, was der Mensch neben der Behandlung am Rest des Tages unternimmt, hilft dabei, herauszufinden, welche Entscheidungen ihn gesundheitlich weiterbringen.“

Der Studiengang „Interprofessionelle Gesundheitsversorgung“ wird zudem anlässlich des Symposiums der Physiotherapie am 22. Juni im Endress-Auditorium der Hochschule vorgestellt.

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